EU-Gipfel: „Europa steht vor einem verlorenen Jahrzehnt“

Die EU-Finanzminister verkünden, dass sie 108 Milliarden Euro von den Banken wollen. Das ist allerdings viel zu wenig. Denn das wahre Problem ist der Kreislauf von Staatsschulden und Banken-Finanzierung: Europa muss in den kommenden drei Jahren 1,7 Billionen Euro auftreiben. Diese Aufgabe gilt als unlösbar.

Schon im Vorfeld des EU-Gipfels hatte die EU-Kommission zu Recht darauf gedrängt, dass die europäische Staatsschuldenkrise nur als Paket zu lösen sei. Staatsschuldenkrise, Rekapitalisierung der Banken und Liquidität der Banken sind nämlich kommunizierende Gefäße: Jede Veränderung in einem Feld hat direkte Auswirkungen auf die beiden anderen.

Genau deshalb sind alle Zahlen, die gegenwärtig in den Raum geworfen werden, nichts anderes als politische Durchhalteparolen. Tatsächlich braucht Europa in den kommenden drei Jahren nämlich 1,7 Billionen Euro zur Bedienung seiner aufgelaufenen Schulden. Diese Zahl ergibt sich, wenn man sämtliche begebenen Staatsanleihen zusammenzählt, die in den kommenden drei Jahren fällig werden. Dann müssen die Staaten entweder zahlen, oder aber Umschuldungen vornehmen. Beide Möglichkeiten sind der EU bei der gegenwärtigen Marktlage praktisch verwehrt: Zum Zurückzahlen fehlt das Geld, zum Umschulden die Investoren – kein Investor geht in den mittlerweile als hochriskant eingestuften europäischen Markt (mehr dazu hier).

Die EU-Kommission hat das Dilemma erkannt und will daher die Staaten dazu bringen, dass Problem tatsächlich grundsätzlich zu lösen: Die in den vergangenen Wochen immer genannten 2 Billionen (2.000 Milliarden) Euro sind nämlich wirklich die Größenordnung, um die es geht. Genau soviel braucht Europa, um die kommenden drei Jahre zu überstehen. (seit langem bekannt, mehr hier)

Wenn die EU Finanzminister nun stolz 108 Milliarden Euro Euro nennen, die sie den Banken vorschreiben wollen, hat die Sache gleich mehrere Haken: Die EU hat mit den Banken im Juli einen Deal geschlossen. Er sieht einen Schuldenschnitt von 21% vor – nicht mehr und nicht weniger. Die EU hat faktisch kaum Möglichkeiten, die Banken zu zwingen. Rechtlich ist das eine langwierige Angelegenheit mit ungewissem Ausgang. Und praktisch würden die Regierungen die Banken in die Insolvenz treiben, wenn sie ihnen nicht im Gegenzug helfen. (daher ein knallharter Poker, mehr dazu hier)

Es ist daher kein Wunder, dass sich Länder wie Portugal, Italien und Spanien auf dem EU-Gipfel mit Händen und Füssen gegen die Bankenkapitalisierung wehren: Sie wissen nämlich genau, dass sie die Kosten für die Bankenrettung unausweichlich in ihren eigenen Haushalten wiederfinden werden. Und mit jeder Milliarde für eine Bankenrettung müssen die Bürger um denselben Betrag plus Zins und Zinseszins sparen. Damit aber ist die Todesspirale in Gang gesetzt: Dem Gelddrucken folgt zwangsläufig eine Rezession, weil die Steuerzahler immer weniger Geld zum Konsumieren in der Tasche haben.

Logischerweise sind kleine Staaten mit gesunden Haushalten wie Finnland oder die Niederlande dazu nicht bereit. (die Finnen werden schon mal nicht mitmachen, mehr hier)

Warum Deutschland das Spiel mitmacht, erklärt sich mit einem Blick auf die Staatschulden: Deutschland selbst hat die größte Schuldenlast in Europa. Daher kann Deutschland nicht einfach auf Neustart drücken: Durch die verantwortungslose Schuldenpolitik der vergangenen Jahrzehnte ist Deutschland nämlich nicht Teil der Lösung der Euro-Krise, sondern eines der großen Probleme in der Währungsunion. Die Lage ist verfahren: Denn Deutschland profitiert kurzfristig von jedem Kompromiss, über den die Deutschen zugleich wissen, dass er sie sicher in den Abgrund reisst. (siehe Grafik)

Neben diese grundsätzlichen Problemen erscheinen andere Phänomene wie Peanuts – und zeigen doch, wie planlos und verzweifelt die EU ist. Die nun von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) vorgegebenen und nun als Erfolg angepriesenen 108 Milliarden Euro sind nämlich entweder falsch oder unehrlich. Noch in der vergangenen Woche hatte die EBA ganz stolz ein Gutachten vorgelegt, dem zufolge der Kapitalbedarf nur bei 80 Milliarden Euro lag. Hier ist nun zu fragen: Kann die EBA nicht rechnen oder kann sie nicht gut lügen? Zwanzig Milliarden Differenz in weniger als einer Woche – jeder Unternehmer würde mit Schimpf und Schande aus seinem Betrieb gejagt, wenn er so kalkuliert. (Fake der EBA, siehe hier)

Daher trifft zu, was der Chefvolkswirt des Center for European Reform in London, Simon Tilford, dem Wall Street Journal sagte: „Europa geht auf ein verlorenes Jahrzehnt zu.“ Jahre der wirtschaftlichen Stagnation und die ständige Angst vor Staatspleiten und Banken-Crashs werden die Europäer begleiten. Diese düsteren Aussichten werden auch „einen spürbaren Einfluss auf die Weltwirtschaft haben“, sagt Tilford.

Der EU-Gipfel in Brüssel ist, egal welche „Erfolge“ Merkel und Sarkozy am Ende verkünden, die Ouvertüre zu diesem Jahrzehnt – ein „Durchbruch“ allemal, nur leider in die falsche Richtung.

Mehr zum Thema:
The Truth Behind Europe’s (€1.7 Trillion) „Triangle Of Terror“ (Zerohedge, Englisch)
Französische Börsenaufsicht alarmiert Banken
Deutschlands Triple-A in akuter Gefahr

Kommentare

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  1. Ralf Sommer sagt:

    Liebe Frau Merkel,

    wofür haben sie vor Jahren eine Auszeichnung des B’nai B’rith bekommen und was sind die Ziele dieser Geheimorganisation?

    • Doreen sagt:

      Schätze, die Freimaurer haben eine Logenschwester gewonnen.Den Orden gibt’s nicht umsont, dafür muss Frau Merkel schon „hart“ arbeiten. Heißt nicht umsonst Kohl’s Mädchen. Kohl, der Hochgradfreimaurer hat den den höchsten Orden dieser Gesellschaft doch auch erhalten.

      Es ist interessant, die wahre Herkunft von Frau Merkel einmal nachzulesen und für wen sie wirklich arbeitet.

  2. Tommy Rasmussen sagt:

    New York Times stellt das gesammte Dilemma auf einer Grafik dar :
    http://www.nytimes.com/imagepages/2011/10/22/opinion/20111023_DATAPOINTS.html

  3. Tommy Rasmussen sagt:

    „Denn das wahre Problem ist der Kreislauf von Staatsschulden und Banken-Finanzierung“

    Genau:

    Phase 1: Inflation. ( = Zu viel wertloses Papier-Geld unter den “Bürgern” ) Da nun das Geld des gemeinen Bürgers weniger wert ist, muss er zur Bank gehen, um für ein Darlehen zu bitten, dass er sein Geschäft führen kann etc..Die Banken geben (selbstgemachte Luft-Geld- Kreditten) links und rechts ohne Sicherheiten.

    Phase 2: Wenn die ( PRIVATEN !!! ) Zentralbank zufrieden ist, dass es genügend “Bürger” ( = Menschen die für Luft- Geld- Kreditten bürgen ) mit Schulden gibt, dann wird die Bank den Geldzufluss verringern, indem sie keine Darlehen mehr offeriert.

    Phase 3: Warten, bis die Leute genug verschuldet sind, um sie bankrott erklären zu lassen, was wiederum der Bank erlaubt, von Ihnen wirkliche Werte für Pfennige zu beschlagnahmen, Geschäfte, Wohneigentum, Infrastruktur ( wie jetzt in Griechenland ) etc. Es ist nie genug Geld da, um ausstehende Schulden zu begleichen, weil alles Geld in Form von Krediten (aus NICHT !!!) durch die Geschäftsbanken geschöpft wird, und diese nur die Kreditsumme schöpfen, aber nie die bis zur Rückzahlung des Kredits fälligen Zinsen.
    http://moltaweto.files.wordpress.com/2011/05/eggert-wolfgang-manhatten-berlin.pdf

    • Familie sagt:

      Sie bringen es auf den Punkt. Banken ohne jede Substanz (Einlagen oder Produktionsmittel) können bunte Papierzettel fabrizieren, die dann durch die Politik zum ultimativen Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel erklärt werden, mit denen man für geleistete Arbeit entgol(d)ten wird, die man dann aber gefälligst in (staatlich geförderte – LOOOOL) Riester- und Lebensversicherungen anzulegen hat, um der durch das Gelddrucken erzeugten Wertminderung (Inflation) zu entgehen, die aber gefälligst in mündelsicheren Staatsanleihen oder z. T. durch Papierzetteldrucken hochgepushten Aktien anzulegen sind. Wenn sich Riester oder die Versicherungen verzockt haben, wird einfach die Garantieverzinsung gesenkt.

      Und in der Krise bekommen die Geldfälscher dann Eigentumsansprüche an den vom Michel und durch sein 1000-fach versteuertes Einkommen finanzierten Realwerten (Häuser), für die ein dahergelaufener Geldfälscher zu 1000 mal Lebenslänglich verurteilt werden würde.

      Deshalb ist und bleibt mein absoluter Lieblingsspruch folgender:

      Don’t steal! The Goverment hates competition!
      (Stehle nicht! Die Regierung haßt Wettbewerb!)

  4. Steuerembargo sagt:

    Wie können Staaten, die ohnehin alle überschuldet sind, die Banken mit Geld retten, wenn sie dies just von diesen Banken erst leihen müssen?
    Das ist die Gretchenfrage und die erhält dadurch Erklärung, dass Geld ausschließlich durch Schulden geschaffen wird. Also muss der Staat Geld leihen, das die Banken per Knopfdruck aus dem Nichts als Forderung buchen und für dem Staat als Gutahaben. Damit hat der Staat ein Buchungsguthaben, das er dann den Banken als Einlage überweisen kann und sie damit dann ihre Billanz verbessern. Werte haben sie damit nicht, sondern nur Buchungsposten im Kreis gedreht, jedoch somit einen Billanzposten produziert, der sie vom Konkurs schützt.
    Roulett ist Seriös gegen dieses Finanzsystem.

  5. bauagent sagt:

    Zitat:

    „Daher trifft zu, was der Chefvolkswirt des Center for European Reform in London, Simon Tilford, dem Wall Street Journal sagte: „Europa geht auf ein verlorenes Jahrzehnt zu.“

    Wenn es nur das wäre. Die Wissenschaftler nutzen statistische Daten der Vergangenheit, um sie auf die Zukunft zu projezieren.

    Einen Spiraleffekt, wie er häufig zu beobachten ist, schätzen sie meist viel zu gering ein, weil sie gelernt haben, dass postiivste Szenario anzunehmen.

    Da hier aber Menschen am Werk sind, die nicht sehr häufig rational handeln, sondern Vorteile für sich, ihr Land, ihre Familie etc. in den Vordergrund stellen, ist diese Konstruktion de Euros, nie und nimmer noch mehrere Jahre durchführbar.

    Der Euro wird am Streik der Bondinvestoren spätestens im nächsten Jahr scheitern und die Nord-Länder zu einem Zentral-Euro oder eigener Währungen zurückkehren.

    Dabei werden die Nordländer einen hohen Tribut zahlen, dafür, dass sie immer nur reagiert und nicht agiert haben.

    In den damit verbundenen Hairvut für die Sparer dürfte eine Menge Sprengstoff enthalten sein und in einigen Ländern zu blutigen Unruhen führen.

    Wer klug ist, zieht sich zurück auf´s Land und holt zeitig sein Bargeld ab, löst sich von den Betrugsversichrungen wie Riester und wartet die Entwicklung der nächsten Monate ab.

    Je eher der Euro untergeht, desto eher dürfte es eine allgemeine wirtschaftliche Erholung geben, die schnell wieder zu Wohlstand führen könnte; DANN HOFFENTLICH GERECHTER VERTEILT ALS HEUTE.

    • Familie sagt:

      „Da hier aber Menschen am Werk sind, die nicht sehr häufig rational handeln, sondern Vorteile für sich, ihr Land, ihre Familie etc. in den Vordergrund stellen, ist diese Konstruktion de Euros, nie und nimmer noch mehrere Jahre durchführbar.“

      Umgekehrt wird ein Schuh draus: Diese Menschen oder Politiker handeln in ihrem Sinne genauso rational, wie jemand der seine Familie oder sein Land in den Vordergrund stellt. Alles andere wäre Selbstmord.

      Aber genau die nicht rationale, also POLITISCHE/KOLLEKTIVISTISCHE/UTOPISCHE Konstruktion des Euro (s. Zitat in meinem obigem Kommentar), veranlaßt die Teilnehmer an diesem Konstrukt, genau zu den Handlungen, die für die Krise in Europa nun vermeintlich verantwortlich sind. Blut ist nunmal dicker als Wasser und bei jedem Auslandsaufenthalt kann man immer wieder feststellen, daß man eben doch ein Produkt seines „Stammes“ ist.

      Staaten retten Banken, Banken sollen Staaten retten und dadurch Staaten wiederum Banken? Wer rettet die Spielfiguren, in allen damit konfrontierten Ländern, deren Ersparnisse verzockt wurden und die das alles ausbaden müssen, also den dummen Michel, der den Neusprech-Versprechungen und der vermeintlich dahinterstehenden „Moral“ geglaubt hat?

      Ich hoffe, er wird sich in Zukunft für eine „sichere“ Rente und eine Kranken(sic!)versicherung nicht mehr mit dem Leibhaftigen ins Bett legen und sich für die Freiheit entscheiden, insbesondere was die Eingriffe der Politik in das Geldwesen und die Wirtschaft (Vertragsfreiheit) betrifft. Zur Freiheit gehört übrigens auch, Verträge ablehnen zu können. Ich bin als Lohnsklave in das Sozialversicherungssystem geboren worden, bevor ich gezeugt wurde, und das wird wohl für alle in diesem unserem schönen Land noch nicht gezeugten Erdbewohner gelten, wenn sich das Denken und Handeln der Menschen nicht schnellstens wieder Richtung Freiheit statt Knechtschaft bewegt. Auch wenn dann vielleicht wieder 40 % des Einkommens oder sogar mehr für Lebensmittel ausgegeben werden müssen.

    • Egon sagt:

      Es wird immer so sein Welche sind oben und Andere sind unten und die die unten sind arbeiten dafür das es der „Elite“besser geht und alle sind noch zu frieden oder hier bringt man doch nur seine Meinung zum Ausdruck ob das was bewikt??
      Oder ob einer von seinem Reichtum etwas freiwillig abgibt?
      Es ist doch alles nichts Neues, gab es doch alles schon mal. oder hat man daraus Lehren gezogen?

  6. schlaumeister sagt:

    Ein verlorenes Jahrzehnt, das wird nicht reichen. Beim angeblichen Aufschwung XXL
    bei uns wurden weiter über 30 Milliarden Schulden gemacht, Sparen und tilgen
    der astrónomischen Verschuldung: Fehlanzeige. Es wird einen Reset geben, das
    ist eine schöne Umschreibung für totalen Niedergang, Die Politikerkaste weiß
    nämlich gar nicht was Geld ist, es wird einfach milliardenweise zum Fenster hinaus ge-
    worfen, man will nur die nächsten Wahlen gewinnen, es wird Zeit, dass das Heer der
    unfähigen politischen Nichtsnutze verschwindet.

  7. Karin Jürgens sagt:

    Selbstverständlich gibt es Lösungen. Man denke nur an den gordischen Knoten, den niemand lösen konnte und den Alexander ganz einfach mit dem Schwert durchschlug. Die Wand vor’m Kopf hat unser unwissendes, ängstliches politisches Personal, das nur in „alternativlosen“ Schemata denkt.

  8. Bernd1964 sagt:

    Europa erwartet mehr als nur ein verlorenes Jahrzehnt. Vor uns liegt das veritable Ende des Industrie- und Konsumzeitalters, denn innerhalb der nächsten zehn Jahre wird die Verfügbarkeit von Energie und anderen Ressourcen nur noch etwa 10 Prozent dessen betragen was wir heute gewohnt sind. Das Finanzsystem steht nun einmal nicht über den physikalischen Grundlagen der Welt in der wir leben, auch wenn Ökonomen das gerne anders sehen. Die industrielle Nutzung von irdischen Ressourcen folgt global gesehen einer glockenkurven-artigen Funktion und etwa zur Jahrtausendwende wurde der Zenit dieser Funktion global durchschritten. Unser Raumschiff genannt Erde ist nicht für ewiges humanes und industrielles Wachstum geschaffen. Stellen Sie sich ihre Welt mit nur 10 Prozent des Energie- und Ressourcenverbrauchs vor – und sie sehen das zukünftige Europa!

    • Lotus sagt:

      Falsch. Das will man uns schon seit Jahrzehnten weismachen. Stimmt aber nicht. Öl fließt ständig nach und reproduziert sich selbst.

      Schon in DDR-Zeiten und ich bin Baujahr 1959 redet man uns diesen Quatsch ein. Und? Es gibt jede Menge Öl auf der Welt. Man muß es nur finden und fördern. Da allerdings die Kosten ständig steigen, wird es an manchen Quellen unproduktiv. In Sibirien zum Beispiel oder in Ozeanen.

      Diese Lüge von endlichen Resourssen ist schon immer ein Erpressungsfakt gewesen. Damit ist sichergestellt, daß die Preise auf höchstem Niveau bleiben. LG

      • Bernd1964 sagt:

        Wir leben auf einem endlichen Planeten und praktizieren seit vielen Jahrzehnten exponentielles Wachstum. Beides paßt nicht zusammen. Erdöl ist eine endliche Ressource, genau so wie Kohle und Gas. Nichts davon bildet sich innerhalb für Menschen überschaubarer Zeiträume in der Erdkruste nach. 1956 hat Marion M. King Hubbert die peak oil These das erste Mal öffentlich formuliert. Er sagte korrekt das Fördermaximum der ‚lower 48 States‘ voraus und lag mit seiner Annahme für global peak oil nur ca. 6 Jahre daneben.

        Der Netto-Energiegewinn (EROEI) bei der Förderung von Erdöl und anderen fossilen Energieträgern verschlechert sich von Jahr zu Jahr. Was heute übrig ist erfordert erheblich größere Investitionen als noch vor wenigen Jahren üblich. Gleichzeitig ist die Zahl der Konsumenten global erheblich gewachsen.

        Eine Übersicht der ca. 800 wichtigsten Erdöl-Förderregionen ergibt, daß aufgrund der erheblichen Depletion der alten ergiebigen Felder bereits ab 2013 die intensive Phase des terminalen Deklines der Erdölförderung beginnt, d.h. ab dann wird alle 4 Jahre wird ein Fördervolumen Saudi Arabiens (10 mB/d) fehlen. Das Zeitalter exponentiellen ökonomischen Wachstums ist deshalb vorbei. Der Zerfall des Industriezeitalters wird bis zum Jahre 2025 rasch voranschreiten. Diese sog. Hubbertklippe ist bestens belegt. Mit Ignoranz läßt sich dieses Problem nicht lösen.

        • Lotus sagt:

          Nein, mit Ignoranz nicht, aber jede Lüge sollte man nicht glauben. Es gibt auch den Fortschritt von Techniken und Maschinen in der Zukunft, die es ermöglichen werden, in Tiefen zu bohren, womit wir im Moment überfordert sind. Das wird sich aber ändern, da die Gier nach Rohstoffen und Energiereserven nie aufhören wird. Öl gehört auch noch in 50 Jahren zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt. Deshalb wird die Förderungsnotwendigkeit nie aufhören. Öl geht nicht aus, ja vielleicht bei den Saudi´s, aber dafür in Regionen, die heute nicht zum Fördern geeignet sind. Die Russen z.B. suchen am Nordcap, und in Sibirien liegen Millionen Barrel. Oder in der Mongolei ist noch gar nichts erforscht.

          Hier wird schon seit ich denken kann erzählt, daß die Ressorcen ausgehen werden. Das stimmt einfach nicht. In der Reportage von Dirk Steffen wurde darüber berichtet. Es liegt einfach an der noch nicht vorhandenen und teuren Technik, die in vielen Gebieten der Welt nicht einsetzbar sind. Aus heutiger Sicht sind Förderungen zu teuer. Das ist etwas anderes als zu behaupten, das Öl würde ausgehen. Es produziert sich selbst in den unteren Erdschichten. Genauso ist es mit anderen Rohstoffen, seltenen Erden usw.

          Im Grunde ist das alles Geschäftemacherei, um die Preise hoch zu halten. Dasselbe gilt für den Klimawandel. Daraus kann man Geschäftszweige entwickeln und jede Menge Geld verdienen. LG

          • J. C., geb. Püschl sagt:

            Stimmt, Lotus,
            das ist wissenschaftlich, experimentell bestätigt!
            Erdöl ist eine Kohlen-Wasserstoff-Verbindung; beides gibt es im Erdmanel zur Genüge. Dazu noch hohen Druck und grosse Hitze, schon entstehen nach nur einer Stunde einfache Verbindungen wie Methan, Propan, Butan.
            Für Öl braucht es zwar viel länger, aber Zeit hat die Welt genug.

            Wir werden also schon in den Schulen belogen, damit wir uns später leichter über´s Ohr hauen lassen und statt gescheite Bürger lediglich „Geld abkackende Universalkonditionierte“ abgeben.

            Gruss aus Karlsruhe von J. C., geb. Püschl imca@abacho.de

            I believe that God is watching us. So, let´s be good and make it better!

      • Familie sagt:

        Richtig.

        Sämtliche angeblichen Energieprobleme sind reine Propaganda zugunsten von Lobbygruppen, seien es die Öl-, Gas-, Stromproduzenten oder auch die Begünstigten der sogenannten „Erneuerbaren“.

        Der Staat betreibt hier mehrere Oligopole, da er mit der Begründung der „Daseinsvorsorge“ hier „regulierend“ also strangulierend eingreift. Bei freier Marktentfaltung könnten heute schon die verschiedensten neuen Techniken zur Energieerzeugung zur Verfügung stehen, wenn man die Tüftler und Ingenieure endlich in Ruhe ließe. Durch den staatlichen Eingriff werden Milliarden von Geldern entweder in bestehende oder zukünftige („Erneuerbare“) Energien investiert (Subventionen), die marktwirtschaftlich, also bei FREIEM Austausch von Angebot und Nachfrage, nicht mehr nachgefragt würden. In einem freien Markt würden Alternativen existieren, die in einem faschistischen System wie dem heutigen natürlich nicht gewünscht sind.

        Das derzeitige Wirtschaftssystem dient einzig und allein der Vermeidung von Konkurrenz/Wettbewerb, um die Pfründe einzelner zu sichern. Bei den Gewerkschaften und deren Klientel kann man dies im kleinen sehen. Wie diese die Arbeitsplätze zugunsten ihrer Beitragszahler (Lobbyisten) verteuert haben, und dadurch wachsende Arbeitslosigkeit verursacht haben, kann man an der Höhe der ALG I + II-Ausgaben nachvollziehen, sowie an der Verteuerung der Endprodukte.

        Die Lüge des anthropogenen Klimawandels dient allerdings nicht nur der Erhaltung dieser Oligopole und deren „Going-Green-Image“, sondern in erster Linie der Kontrolle der Bevölkerung zur Schaffung der New World Order – also der Weltregierung. Dann kann dem Individuum unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Energieration zugeteilt werden, ähnlich wie im heutigen auf die Pharmaindustrie und, aus meiner Sicht kriminellen, Ärztevereinigung zugeschnittenen „Gesundheits“-System.

        Die Steinzeit ist nicht durch das Ende der Steine zu Ende gegangen, sondern durch die Entwicklung neuer, und für die Menschen nutzbarerer Technologien. Nur wenn man aufhört, die Gewinnung und den Einsatz von Energie zu regulieren, haben die Menschen eine Chance, auch bei sinkenden Ressourcen, neue Energiequellen zu entwickeln. Das Wissen beschleunigt sich durch das Internet immer mehr, also auch die Entwicklung. Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 ist nicht durch weniger Gelddrucken verlängert worden, sondern durch Protektionismus, aber das wollen die Planer unseres (oder eher doch das der Planer?) „Gemeinwesens“ nicht hören.

        Ich habe heute die ersten 30 Seiten des Buches „Das Kapitalismuskomplott“ von Oliver Janich gelesen. Absolut empfehlenswert. Das Denken muß wieder von Kopf auf die Füße gestellt werden.

        @ Bernd1964:

        – Der Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis, ist in der Praxis größer als in der Theorie. –

        Deshalb auch die ganzen Lügen.

      • PETER sagt:

        Vollkommen richtig erkannt. Seit jahrzehnten wird mir (Jahrgang 1958) eingeredet, das Öl geht zu Ende. Zu Ende geht es nicht, es wird durch die verdammten Spekulanten nur immer teurer. Die Politik schau grinsend zu.

  9. jojo33 sagt:

    Geht alles mit der Rückzahlung.

    Hab noch alte Scheine von 1923 von meinem Opa rumliegen.

    Da sind einige dabei mit dem Aufdruck 1 Billion !

    Soll ich die an Merkel und Sarkosy schicken ?

  10. Swen sagt:

    Die ach so schlaue „Elite“ hat den Europa-Wahn bewusst, gegen den Willen der Mehrheit der ach so dummen Normalbürger durchgedrückt. Würde daher vorschlagen, das diese „Elite“ diesen Wahnsinn auch zahlt. Sämtliches Eigentum und alle sonstigen Ansprüche dieser „Elite“ sollte vom Staat daher eingezogen werden.

    • frusti sagt:

      an Swen:

      volle Zustimmung!

      Sofort loslegen.

      Grüßle

    • Steuerembargo sagt:

      Das sollte man tun und nicht nur fordern! Fordern bringt absolut nichts gegen die politischen Banken Robotter, das hat doch hoffentlich auch jetzt der Letzte gemerkt.
      Sind sie denn auf der Strasse mit dabei bei Aktionen wie „Occupy Wallstreet“ und ähnlichen Maßnahmen? Wenn nicht, so wird es höchste Zeit. Es geht nicht um das Vermögen der Politiker, das ist sicher. Es geht um ihr sauer verdientes und erspartes Vermögen, oder wenn nicht, dann um die größeren Schulden, die aus jeder Währungsreform hervorgehen!

    • miron sagt:

      Immerhin haben die ja einen Teil der Gewinne nur durch die Vorteile des Euro machen können und dadurch, dass sich die Staaten verschuldet haben.
      Wenn die jetzt alle ne Schuldenbremse einführen, wo legen dann noch Banken großartig an? Wesentlich mehr Kredite für Firmen wird es nicht geben, da es ja auch (Schuldenbremse) weniger Staatsaufträge gibt, es sei denn die Banken gehen mehr auf Risiko was quasi der Immobilienblase in USA entspricht.
      Bis zum großen Bums ist es nur eine Frage der Zeit

      Und wo verdienen Rentenversicherungen / Lebensversicherungen ihre Rendite? Die Erträge werden schrumpfen ins Bodenlose. Das System kollabiert.

    • drhumoriscausa sagt:

      der staat ist die elite! verstanden!