Kapitalflucht: Banken suchen Hilfe bei der EZB und den Sparern

Italienische, spanische und portugiesische Banken verlieren Kapital im zweistelligen Prozentbereich. Nicht nur die institutionellen Anleger fliehen, sondern auch die kleinen Leute lösen ihre Konten auf. Nun bieten die Banken ihren Kunden auf einmal 4% Zinsen.

+++Breaking News+++Zinsen für deutsche Staatsanleihen steigen

Die Europäische Zentralbank EZB hat in den vergangenen Tagen Ansuchen um Liquiditätshilfen von den europäischen Banken erhalten wie seit Jahresbeginn 2009 nicht mehr. Allein am Dienstag wandten sich 178 Banken an die EZB, mehr als in der gesamten vergangenen Woche (161). Der Grund: Die Kapitalflucht ist in vollem Gang. Allein in Spanien reduzierte sich nach Angaben der spanischen Zentralbank das Banken-Kapital im vergangenen Jahr um 48 Milliarden Euro.

Die EZB verlieh an die die europäischen Banken am Dienstag 247,2 Milliarden Euro – der höchste Wert für kurzfristige Kredite in diesem Jahr.

Auf der Suche nach neuen Kreditgebern entdecken die Banken jetzt eine Gruppe, die in der Vergangenheit eigentlich keine besondere Rolle bei ihren Planungen mehr gespielt haben: die Sparer. Obwohl die Banken das Geld bei der EZB praktisch zum Nulltarif (1,25%) bekommen, bieten sie nun plötzlich ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Einlagen. In Italien bekommt man mitunter schon 2,6%, in Portugal bei einem großen Institut sogar 4%.

Manche Versuche wirken eher hilflos: In Italien werden die Sparer nun aktiv umworben, italienische Staatsanleihen zu kaufen. Am Montag gibt es dazu den Aktionstag „Kauft italienische Staatsanleihen!“ (kein Witz!). Weil niemand außer der EZB die Schrottpapiere will, sollen nämlich nun die italienischen Sparer zugreifen. Als besonderen Anreiz bieten die Banken an, die Papiere ohne Vermittlungsgebühr zu verkaufen.

Die Aktion hat zwei Hintergedanken: Einerseits sind die italienischen Banken als einzige ihre italienischen Papiere noch nicht losgeworden. Sie schielen daher auf die Spareinlagen, um gutes Geld in schlechtes umzuwandeln. Andererseits hoffen die Banken, die italienischen Papiere irgendwann an den EFSF weiterreichen zu können. Und trotz aller Untergangsstimmung: Sie wären keine Banken, würden sie nicht auch jetzt noch auf einen guten Schnitt hoffen.

Zwar haben die europäischen Banken immer noch signifikante Einlagen – doch im kommenden Jahr werden Schulden in der Höhe von 800 Milliarden Euro fällig. Diese sind angesichts der Marktlage schwer zu refinanzieren. Kein Wunder, dass hinter den Kulissen bereits heftig über europaweite Staatshilfen für die Banken verhandelt wird.

Vor allem Unternehmen lassen sich auf dieses Spiel nicht ein: Sie haben im dritten Quartal ihr Kapital bei südeuropäischen Banken um 10% reduziert, berichtet das Wall Street Journal. Dies sei die „Evolution der Ansteckung“, sagt Kinner Lakhani, Analyst bei der Citigroup.

Aus Griechenland und Irland sind bereits alle großen Anleger komplett ausgestiegen, die dortigen Bankensysteme sind praktisch schon von den Märkten ausgeschlossen. Kein Wunder, dass dieses Menetekel die Banken zwingt, all ihre Kreativität zu aktivieren, um Ähnliches für die Kernstaaten des Euro zu verhindern.

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    nach einem globalen Crash wird keiner, der auch nur etwas Geld hat, dieses für
    4% einer Bank geben, die Zinsen müssen dann extrem hoch. Die Schuldzinsen
    werden unbezahlbar werden, soweit einem der Kraditvertrag noch nicht gekün-
    digt wurde.

  2. schlaumeister sagt:

    nach einem globalen Crash wird keiner, der auch nur etwas Geld hat, dieses für
    4% einer Bank geben, die Zinsen müssen dann extrem hoch. Die Schuldzinsen
    werden unbezahlbar werden, soweit einem der Kraditvertrag noch nicht gekün-
    digt wurde.

  3. schlaumeister sagt:

    nach einem globalen Crash wird keiner, der auch nur etwas Geld hat, dieses für
    4% einer Bank geben, die Zinsen müssen dann extrem hoch. Die Schuldzinsen
    werden unbezahlbar werden, soweit einem der Kraditvertrag noch nicht gekün-
    digt wurde.

  4. schlaumeister sagt:

    nach einem globalen Crash wird keiner, der auch nur etwas Geld hat, dieses für
    4% einer Bank geben, die Zinsen müssen dann extrem hoch. Die Schuldzinsen
    werden unbezahlbar werden, soweit einem der Kraditvertrag noch nicht gekün-
    digt wurde.

  5. schlaumeister sagt:

    nach einem globalen Crash wird keiner, der auch nur etwas Geld hat, dieses für
    4% einer Bank geben, die Zinsen müssen dann extrem hoch. Die Schuldzinsen
    werden unbezahlbar werden, soweit einem der Kraditvertrag noch nicht gekün-
    digt wurde.

  6. Stefan Wehmeier sagt:

    “Obwohl die Banken das Geld bei der EZB praktisch zum Nulltarif (1,25%) bekommen, bieten sie nun plötzlich ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Einlagen.”

    Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer):

    „Für die häufig zu hörende Vermutung, dass sich die Banken das Geld für ihre Kredite bei der Zentralbank billig leihen können und dann mit hohen Zinsen weiter verleihen und auf diese Weise große Gewin­ne machen, gibt es also – sowohl von den Zahlen als auch den Vorgängen her – in der Realität keinen Platz. So lag z.B. im Raum der Deutschen Bundesbank die gesamte den Banken und der Wirtschaft zur Verfügung gestellte ZBG-Menge – also die Sum­me von Banknoten und Mindestreserven – Ende 2010 bei 276 Mrd, die Kreditvergaben der Banken an die Nichtbanken jedoch bei 3.724 Mrd, also beim 13- bis 14-fachen der ZBG-Menge! Außerdem ist zu beachten, dass sich das Gros dieser ZBG-Menge in Form von Banknoten, im Werte von 203 Mrd, in den Händen der Wirtschaftsteilnehmer befand, während die ZBG-Guthaben der Banken – in Höhe von 51 Mrd – in den Mindestreserven der Banken gebunden wa­ren“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/geldpolitik.html

    • Alexander Illi sagt:

      „Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer)“

      Das ist vollkommen korrekt; nur, dass sich die meisten Sparer dessen nicht bewußt sind und selbstverständlich von den Banken auch nicht darüber aufgeklärt werden.
      Fragt man einen ’normalen‘ Sparer, woher die Zinsen kommen, dürfte die typische Antwort nicht über „von der Bank“, höchstens „von Investitionen“ hinausgehen.

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    “Obwohl die Banken das Geld bei der EZB praktisch zum Nulltarif (1,25%) bekommen, bieten sie nun plötzlich ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Einlagen.”

    Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer):

    „Für die häufig zu hörende Vermutung, dass sich die Banken das Geld für ihre Kredite bei der Zentralbank billig leihen können und dann mit hohen Zinsen weiter verleihen und auf diese Weise große Gewin­ne machen, gibt es also – sowohl von den Zahlen als auch den Vorgängen her – in der Realität keinen Platz. So lag z.B. im Raum der Deutschen Bundesbank die gesamte den Banken und der Wirtschaft zur Verfügung gestellte ZBG-Menge – also die Sum­me von Banknoten und Mindestreserven – Ende 2010 bei 276 Mrd, die Kreditvergaben der Banken an die Nichtbanken jedoch bei 3.724 Mrd, also beim 13- bis 14-fachen der ZBG-Menge! Außerdem ist zu beachten, dass sich das Gros dieser ZBG-Menge in Form von Banknoten, im Werte von 203 Mrd, in den Händen der Wirtschaftsteilnehmer befand, während die ZBG-Guthaben der Banken – in Höhe von 51 Mrd – in den Mindestreserven der Banken gebunden wa­ren“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/geldpolitik.html

    • Alexander Illi sagt:

      „Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer)“

      Das ist vollkommen korrekt; nur, dass sich die meisten Sparer dessen nicht bewußt sind und selbstverständlich von den Banken auch nicht darüber aufgeklärt werden.
      Fragt man einen ’normalen‘ Sparer, woher die Zinsen kommen, dürfte die typische Antwort nicht über „von der Bank“, höchstens „von Investitionen“ hinausgehen.

  8. Stefan Wehmeier sagt:

    “Obwohl die Banken das Geld bei der EZB praktisch zum Nulltarif (1,25%) bekommen, bieten sie nun plötzlich ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Einlagen.”

    Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer):

    „Für die häufig zu hörende Vermutung, dass sich die Banken das Geld für ihre Kredite bei der Zentralbank billig leihen können und dann mit hohen Zinsen weiter verleihen und auf diese Weise große Gewin­ne machen, gibt es also – sowohl von den Zahlen als auch den Vorgängen her – in der Realität keinen Platz. So lag z.B. im Raum der Deutschen Bundesbank die gesamte den Banken und der Wirtschaft zur Verfügung gestellte ZBG-Menge – also die Sum­me von Banknoten und Mindestreserven – Ende 2010 bei 276 Mrd, die Kreditvergaben der Banken an die Nichtbanken jedoch bei 3.724 Mrd, also beim 13- bis 14-fachen der ZBG-Menge! Außerdem ist zu beachten, dass sich das Gros dieser ZBG-Menge in Form von Banknoten, im Werte von 203 Mrd, in den Händen der Wirtschaftsteilnehmer befand, während die ZBG-Guthaben der Banken – in Höhe von 51 Mrd – in den Mindestreserven der Banken gebunden wa­ren“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/geldpolitik.html

    • Alexander Illi sagt:

      „Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer)“

      Das ist vollkommen korrekt; nur, dass sich die meisten Sparer dessen nicht bewußt sind und selbstverständlich von den Banken auch nicht darüber aufgeklärt werden.
      Fragt man einen ’normalen‘ Sparer, woher die Zinsen kommen, dürfte die typische Antwort nicht über „von der Bank“, höchstens „von Investitionen“ hinausgehen.

  9. Stefan Wehmeier sagt:

    “Obwohl die Banken das Geld bei der EZB praktisch zum Nulltarif (1,25%) bekommen, bieten sie nun plötzlich ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Einlagen.”

    Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer):

    „Für die häufig zu hörende Vermutung, dass sich die Banken das Geld für ihre Kredite bei der Zentralbank billig leihen können und dann mit hohen Zinsen weiter verleihen und auf diese Weise große Gewin­ne machen, gibt es also – sowohl von den Zahlen als auch den Vorgängen her – in der Realität keinen Platz. So lag z.B. im Raum der Deutschen Bundesbank die gesamte den Banken und der Wirtschaft zur Verfügung gestellte ZBG-Menge – also die Sum­me von Banknoten und Mindestreserven – Ende 2010 bei 276 Mrd, die Kreditvergaben der Banken an die Nichtbanken jedoch bei 3.724 Mrd, also beim 13- bis 14-fachen der ZBG-Menge! Außerdem ist zu beachten, dass sich das Gros dieser ZBG-Menge in Form von Banknoten, im Werte von 203 Mrd, in den Händen der Wirtschaftsteilnehmer befand, während die ZBG-Guthaben der Banken – in Höhe von 51 Mrd – in den Mindestreserven der Banken gebunden wa­ren“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/geldpolitik.html

    • Alexander Illi sagt:

      „Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer)“

      Das ist vollkommen korrekt; nur, dass sich die meisten Sparer dessen nicht bewußt sind und selbstverständlich von den Banken auch nicht darüber aufgeklärt werden.
      Fragt man einen ’normalen‘ Sparer, woher die Zinsen kommen, dürfte die typische Antwort nicht über „von der Bank“, höchstens „von Investitionen“ hinausgehen.

  10. Stefan Wehmeier sagt:

    “Obwohl die Banken das Geld bei der EZB praktisch zum Nulltarif (1,25%) bekommen, bieten sie nun plötzlich ihren Kunden höhere Zinsen für ihre Einlagen.”

    Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer):

    „Für die häufig zu hörende Vermutung, dass sich die Banken das Geld für ihre Kredite bei der Zentralbank billig leihen können und dann mit hohen Zinsen weiter verleihen und auf diese Weise große Gewin­ne machen, gibt es also – sowohl von den Zahlen als auch den Vorgängen her – in der Realität keinen Platz. So lag z.B. im Raum der Deutschen Bundesbank die gesamte den Banken und der Wirtschaft zur Verfügung gestellte ZBG-Menge – also die Sum­me von Banknoten und Mindestreserven – Ende 2010 bei 276 Mrd, die Kreditvergaben der Banken an die Nichtbanken jedoch bei 3.724 Mrd, also beim 13- bis 14-fachen der ZBG-Menge! Außerdem ist zu beachten, dass sich das Gros dieser ZBG-Menge in Form von Banknoten, im Werte von 203 Mrd, in den Händen der Wirtschaftsteilnehmer befand, während die ZBG-Guthaben der Banken – in Höhe von 51 Mrd – in den Mindestreserven der Banken gebunden wa­ren“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/geldpolitik.html

    • Alexander Illi sagt:

      „Nicht die Banken sind die Ausbeuter in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter), sondern die Sparer (vor allem die Großsparer)“

      Das ist vollkommen korrekt; nur, dass sich die meisten Sparer dessen nicht bewußt sind und selbstverständlich von den Banken auch nicht darüber aufgeklärt werden.
      Fragt man einen ’normalen‘ Sparer, woher die Zinsen kommen, dürfte die typische Antwort nicht über „von der Bank“, höchstens „von Investitionen“ hinausgehen.