Budapest: Massenproteste gegen die EU

Zehntausende demonstrierten am Samstag in Budapest für ein unabhängiges Ungarn. Teilweise hatten Funktionäre der Fidesz-Partei Menschen in den Regionen des Landes zusammengetrommelt und Sonderfahrten zur Kundgebung in der Hauptstadt organisiert. Die Veranstaltung entwickelte sich zur Anti-EU-Demo.

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Am Samstag demonstrierten in der ungarischen Hauptstadt Budapest zehntausende Menschen, für ein unabhängiges Ungarn. Die Demonstranten drückten damit ihre Unterstützung für die umstrittene Politik der ungarischen Regierung aus (mehr hier). Die Veranstaltung wurde auch zu einer Demonstration gegen die Europäische Union.

Auf Videomitschnitten des Senders Russia Today sind Unterstützungsbekundungen für den Premierminister Viktor Orban zu sehen. Die EU wird mit dem kommunistischen Regime verglichen. Einige tragen alte Landestracht und schwingen ungarische Fahnen.

Wie die ungarische Zeitung Pester Lloyd berichtet, wurden Menschen aus anderen Teilen des Landes und Auslandsungarn mit Bussen in die Hauptstadt gebracht, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können.

Fidesz, die Partei des Premierministers Viktor Orban, soll regelrechte Sonderfahrten aus den Provinzen organisiert haben. Auf der Veranstaltung selbst traten aber weder der Premierminister noch Funktionäre der Partei auf. Sie sollte nicht als Parteiveranstaltung verstanden werden, sondern „ganz normale Bürger“ ansprechen.

Doch hinter den Kulissen sollen Parteimitglieder von Tür zu Tür gegangen sein und für eine Teilnahme an der Demonstration geworben haben.

Die offizielle Zurückhaltung Fidesz‘ im Zusammenhang mit den Protesten ist verständlich. Immerhin gibt sich Orban in den Verhandlungen mit der EU und dem IWF über finanzielle Unterstützung für Ungarn derzeit einsichtig (mehr hier). Er bemüht sich um eine Einigung mit den internationalen Organisationen und hat Änderungen in seiner Politik angekündigt (mehr hier).

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Kommentare

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  1. fetzenflug sagt:

    Ok, in mehreren Tagen war nun niemand imstande zu klären, ob es eine pro-Orban oder eine anti-EU-Demo war.

    Alle Infos sind diffus, geschwaengert mit diversen Gefühlen.

    So kann es nicht positiv weitergehen.

    Wir brauchen eine globale Strategie Jenseits von Nationalismen, wir muessen nachdenken ueber einen Zusammenschluss der 99 gegen 1 und haben obendrein die hungrigen Entwicklungsländer im Nacken, die zu allem bereit, gegen die Ressourcen der Erde.

    • Eszter Dunst sagt:

      hallo fetzenflug, ich bin Ungarin, ich lebe in Ungarn mit meinem deutschen Ehemann, ich war dabei, also:

      Ca. 400 000 Leute sind freiwillig hingegangen, es war eine pro-Orbán, pro Orbán-Regierung Demo, aber es waren natürlich viele dabei, diie auch gegen die EU sind.
      Die Regierung und der Premier ist aber NICHT gegem die EU, nur gegen die ungerechten Angriffen Richtung Ungarn.

      Genug klar ausgedrückt?

  2. bongo62 sagt:

    Entschuldigen Sie, aber Ihr Artikel ist voll mit falschen Informationen.
    1. Der Friedensmarsch war nicht gegen die EU, sondern für die Orbán Regierung, und gegen die „Ungarn-Bashing“ (wie es der Herr Spindelegger so schön formuliert hat).
    2. Über 400.000 Menschen haben in der Demonstration teilgenommen, nicht nur Zehntausende.
    3. Der Friedensmarsch wurde von Zivilisten organisiert, und natürlich waren da Fidesz-Sympathisanten. Aber freiwillig, mit den Bussen gegen Bezahlung. Wie Sie darüber schreiben, das finde ich etwas bösartig.
    Die Fidesz brauchte die Menschen nicht zusammenzutrommeln, weil die Menschen von allein hatten schon das Bedürfnis zu zeigen, dass sie hinter der Regierung stehen. Wir haben im Internet schon seit wochen darüber gesprochen, dass wir etwas unternehmen müssen. Gegen die Lügereien von den ungarischen Linksliberalen, gegen die Desinformationen der westlichen Presse und gegen die unfaire Behandlung der EU.

  3. Margrit Steer sagt:

    Und hier bei uns ist es in keienr Zeitung Thema. Auch im TV, in den Nachrichten gestern war darüber nichts zu hören.
    So wird hier einiges unter der Decke gehalten, damit wir dummen Bürger ja nichts erfahren. Wir werden doch nur belogen.
    Aber was in Ungang ist, wird sich auch weiter in anderen Ländern ausbreiten, denn nicht alle machen diese EU-Diktatur noch lange mit.

  4. Eszter Dunst sagt:

    Hier 360 Grad Panoramabilder vom “ Friedensmarsch für Ungarn“ :

    http://mno.hu/belfold/tuntetes-a-kormany-mellett-ahogyan-meg-sosem-lattak-1045498

    • hunsrückbauer sagt:

      eszter,
      es interessiert nicht!
      wer ist schon das volk?
      es nützt nix zu demonstrieren!
      passiver widerstand ist das einzige was funktioniert.
      die arbeit niederlegen, die kapitalisten und deren eigentum verstaatlichen, konfiszieren, einziehen, steuerflüchtlinge einbuchten, vermögen konfiszieren,
      stärkt orban den rücken gegen den faschismus des kapitals, sonst geht ihr unter in der UdSEU

  5. k510817 sagt:

    erst einmal finde ich es super, daß sich so viele Ungarn einig sind und bereit sind, dafür auf die Straße zu gehen….

    Und bedenkt man mal, daß dieses Land gerade mal ca. 10 Mio Einwohner hat, dann sind 400t schon mal eine richtige Hausnummer….

    Umso mehr auch deshalb, weil sich doch Kroatien gestern per Abstimmung für den Beitritt zur EU entschieden hat!!!

    Von den 4,5 Millionen Stimmberechtigten nahmen allerdings weniger als 50 Prozent an der Abstimmung teil, berichteten die Medien übereinstimmend. Das Referendum sei „ein historischer Tag für Kroatien“, sagten die Spitzenpolitiker des Landes einhellig nach ihrer Stimmabgabe. „Die EU ist eine Chance für den Fortschritt und die Entwicklung aller kroatischen Talente“, sagte Regierungschef Zoran Milanovic.

    Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article13828385/Kroatien-billigt-EU-Beitritt-Geringe-Wahlbeteiligung.html

    das wird sicher noch „ein historischer Tag für Kroatien“

    • Rosa Galler sagt:

      Herzlich willkommen Kroatien,

      in unserem Pleite-Europa können wir jegliche Unterstützung brauchen.

      Luftgeld, Luftbuchungen,Luftversprechungen, Luftgelddruckung.
      Alles was das Herz begehrt.

      Für Euch ist auch noch genug Luft übrig. Geben wir gerne ab.

      Schließlich gibt es Sauerstoffgeräte. Wir Deutschen haben schon welche gebunkert.

  6. Eszter Dunst sagt:

    Sehr geehrte Redaktion,
    laut offizieller Meldung des Innenministeriums / Polizeipräsidiums Budapest waren ca.
    400 000 Mencshen da. Ich war auch dabei.

    Bitte um Korrektion!

    Warum kann man wieder mal nicht die Wahrheit schreiben?
    rop
    Es war überhaupt keine Fidesz-Partei Veranstaltung, auf keinster Weise! Zwei Journalisten (András Bencsik, Hauptredakteor der Zeitscgrift „Demokrata“ und Zsolt Bayer, Redakteor der Tageszeitung „Magyar Hirlap“) hatten die Idee, haben die Veranstaltung verkündet und organisiert und auf dem Facebook gíng es weiter.

    Fidesz oder die Regierung hat damit nichts zu tun. Das ist Tatsache, egal, welcdhe Gerüchte die Linksliberalen verbreiten.

    Sicher, es ist ungewöhnlich, dass Leute FÜR eine Regierung auf die Straße gehen. Diese Regierung hat aber ein riesen Hinterland, (2/3 Mehrheit hat Fidesz absolut demokratisch und frei gewählt ) und diese Menschen stehen weiter hinter der Regierung und dem Prämie Orbán.
    Sicher, die Regierung hat Fehler gemacht, das wissen wir auch, wir stehen nicht ohne Kritik hinter ihr. Aber dieser ungerechte und beispiellose Angriff gegen unser Land, unser Volk, unsere Regierung – meistens ohne wahre Gründe und ohne Tatsachen!- hat das Volk ins Herz getroffen und in 2 Wochen rasend schnell auf dem Facebook und durch Munndpropaganda wurde das ganze organisiert.

    Keine Tür zu Tür- Bewegung der Partei, so ein Blödsinn.

    Die Veranstaltung war friedlich, würdevoll in bester Laune, ohne Zwischenfall.

    Ca 400 000 Ungarn haben ihr schönstes Gesicht gezeigt, ich bin stolz, eine Ungarin sein zu dürfen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Eszter Dunst

    • hunsrückbauer sagt:

      hallo eszter,
      orban und seine patriotische politik muß sterben, sie ist dem kapital auf dem weg der occupation ungarns im weg. wen interessiert es da, dass das volk zu 2/3 hinter der regierung steht, wenn sich die regierung der machtübernahme durch das kapital sperrt. ich zittiere don rumsfeld:

      einmaschieren, eliminieren, ausradieren

      so lautet der befehl des kapitlaitischen yankee-imperiums an den stoßtrupp eu.
      die yankees wissen nicht mal wo HU ist!

      • Eszter Dunst sagt:

        Hallo hunsrückbauer,
        das Kapital kann von uns fast nicht mehr holen, das Land wurde in den letzen 8 Jahren unter den linksliberalen Regierungen (Gyurcsány und co) so gut wie ausverkauft, die Tochter der Mutterbanken märchenhafte Gewinne nach Hause geschaufelt… alles privatisiert = in die Hande der Multis gespielt, (in der aller letzten Sekunde konnte die Orbán-Regierung unseren größten Schatz : das Wasser aus den Händen der französischen Suez retten…. Ungarn sitzt ja über dem größten Süßwasserreservoar Europas)… verschuldet ohnen Ende in Devisen (CHF…. ) 2002 hat die eerste Orbán-Regierung noch mit 52% Verschuldung das Land übergeben, 2010 mit 82% von den Sozis zurückbekommen….. 2002 war Ungarn noch Vorreiter der ehem. Soz. Länder und stand kurz vor dem €…. und 2010? Kurz vor der Pleite, am Rand einer sozialen katastrophe (240 000 Immobilien vor der Zwangsversteigerung , weil die Sozis ohne eingebauten Bremsen die billigen CHF Kredite zugelassen hatten…. und-und-und….. die waren aber die Lieblingsbuben in Europa….da hat jeder weggeguckt, als 2006, am 50-en Jahrestag der ’56 Revolution ein Blutbad in Budapest veranstaltet wurde, da hat die Westpresse schön geschwiegen, die grünen cohnbendits im EU-Parlament auch geschwiegen, hauptsache, der Raubzug in Ungarn geht schön ungehindert weiter…

        Aber jetzt ist schluss. Ende. Konec. Vége.

        Orbán sagt: ihr habt lange genug wie Mader im Speck gelebt, jetzt dürft ihr wohl auch ein bisschen mittragen…. Banksteuer, Multisteuer, Zurückholen der strategischen Strukturen wie Wasser, Mineral (Firma MOL)Flughafen und der Boden kann auch nicht mehr ausverkauft werden ….

        Und das alles wird im neuen Grundgestz festgelegt. ( bis jetzt hatten wir die kommunistischen Sovjet-verfassung gehabt….) Ja, die Ausbeutung diese kleinen Landes geht nicht mehr weiter. Das verletzt Interessen, klar. Und genau das kann die EU nicht verzeihen.

  7. Niman sagt:

    Schade daß die Informationen gerade von der Pester Lloyd übernommen werden.
    Es ist die Zeitung die wie schon sehr viele seine Leser bemängelt haben überhaupt nicht Objektiv ist. Dies beweist allein die Darstellung das es mehrere Zehntausende Demonstranten waren. Selbst von der Ungarischen Innenministerium werden die Zahlen mit 400 000 tausend angegeben. Inoffizielle berichten zu folgen waren es um die 1 Million Menschen die für Ihre Freiheit Demonstriert haben! (Siehe Facebook)
    Aber es ist so das man beim einige Zehntausend Menschen noch eher glauben kann das Sie von der Fidesz Organisiert worden sind. Beim 100 oder 400 Tausend wird die Sache etwas unglaubwürdiger nicht war Herr Marco Schicker?
    Übrigens allein die Tatsache das diese Pester Lloyd auf Ihre eigene Seite nicht mal im Impressum Ihre Adresse bekannt gibt erscheint ein bißchen seltsam.
    Aus dem nichts zu Agieren, falsche Behauptungen aufstellen ist halt eine Sache diese sogenannte „Unabhängige Medien“

  8. landbewohner sagt:

    widerstand gegen die eu dürfte es europaweit massenhaft geben, sobald jemand dazu aufruft. aus welchem lager dieser aufruf kommt, dürfte da bald egal sein.

    • Eszter Dunst sagt:

      hallo landbewohner,
      du solltest wissen, dieser Sympatiemarsch hieß: „Friedensmarsch FÜR Ungarn“ und nicht gegen Europa.

      (gegen die EU ist die ultrarechte „Jobbik“ Partei, die zwar auch im Parlament sitzt, aber in Opposition.)

    • Margrit Steer sagt:

      Davon bin ich auch überzeugt. Brüssel hat weit überzogen und immer mehr merken das.
      Dieses diktatorische Gehabe da aus Brüssel ist zum Scheitrn verurteilt

  9. Dennis sagt:

    Warum möchte das keiner in der BRD organisieren. Dann könnten wir auch mal Berlin unsicher machen. Ohne Orga bekommen wir keine tausende zusammen!

  10. FDominicus sagt:

    Sollen die Ungarn aus der EU austreten und Ihren eigenen Weg gehen. Genau dasgleiche könnten wir ja mit Deutschland auch machen.