Italien-Streik: Deutsche Gemüse-Großhändler betroffen

Das Chaos der andauernden LKW-Blockaden in Italien beeinflusst nun auch deutsche Gemüse-Großhändler. Viele italienische Importe blieben komplett aus. Die deutschen Händler helfen einander mit Umverteilungen, auch Ware aus Holland wurde geordert. REWE sagt, man könne den Markt vollständig versorgen.

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Nachdem die seit Montag anhaltenden LKW-Blockaden in Italien die Lebensmittelversorgung gefährden (mehr hier), bleiben auch Großhändler in Deutschland nicht unberührt. Nach Angaben zweier deutscher Gemüse-Großhändler blieb ein Großteil der Lieferungen aus Italien für mehrere Tage aus. Hans-Werner Hummel, von dem Gemüsegroßmarkt Werner Ebert GmbH + Co. KG, berichtet, dass einige Bestellungen aus Italien seit vier Tagen nicht geliefert wurden.

Besonders Lieferungen aus Sizilien wie Tomaten oder Fenchel waren betroffen. Auch ESGO Obst & Gemüse GmbH erhielt tagelang keine Gemüselieferungen von Spinat, Zwiebeln und Romana-Salaten. Doch „Alternativen gibt es immer“, sagt Hummel. ESGO wich auf Kollegen aus, die überschüssige Ware auf andere Händler verteilten. Hummel hingegen hatte von anderen Handelspartnern aus den Niederlanden mehr Ware angefordert und so einen Teil der fehlenden Italien-Importe ausgleichen können.

Dagegen sei der Italien-Streik in den Supermärkten bisher kein Problem gewesen. Marco Sander, Pressesprecher bei der REWE Group, sagt: „Die Versorgung der Märkte kann vollständig gewährleistet werden, Engpässe sind nicht zu befürchten“. Sowohl Sander als auch die Gemüse-Großhändler hoffen auf eine Entspannung an diesem Wochenende. Sollte der Streik jedoch kommende Woche weiter anhalten, müssten vermutlich auch die Märkte der REWE Group die fehlenden Lieferungen mit Lieferanten anderer Regionen kompensieren, so Sander.

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Kommentare

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  1. aliderbaba sagt:

    vermutlich kommt daher die „SaureGurkenZeit “ der Deutschen .

    jetzt Konseven bunkern , ich rechne mit Volksaufstände in der Eurozone ,

    dann wird alles knapp an Lebensmittel .

    Gruss
    aliderbaba
    PS. die Zinsknappheit haben wir ja schon in Deutschland .

  2. Brinks-Suwannasri sagt:

    Es stimmt Rewe hat die Märkte versorgt. Nur am Montag kostete ein Kilo Zuccini
    € 1,99 heute € 3,99. Da erübrigt sich jedes weitere Wort.

  3. tomorrow sagt:

    Das der Streik seine Wirkung entfaltet, ist hinlänglich bekannt und in den vergangenen 20 Jahren auch nicht das erste mal. Fraglich ist nur, wie lange man streiken muss, um sich bei den Verantwortlichen Gehör zu verschaffen?

    Wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit. Denn die Politik ist nicht verantwortlich für die Ursache. Den meisten Staatsorganen dürfte der Zustand der Bevölkerung nicht allzu viel wert sein, sonst hätten sie gewisse Zugeständnisse bereits eher gemacht.

    Aber das ist wie immer. Erst wenn das Kind im Brunnen (ertrunken) ist, ruft man nach dem Notarzt. Diese Art der Geringschätzung der Leistung von Menschen ist schon so alt wie die Politik. Es sind völlig unterschiedliche Daseinsmotive.

    Die guten wollen möglichst in Frieden leben, die anderen wollen schnelles Geld „machen“ und alles andere und jeden Furz kontrollieren.
    So was macht das Leben für viele sehr unangenehm. Das ist gewollt, denn von den Niederen soll möglichst keiner „glücklich“ werden. Dieses Privileg beansprucht bereits die Obrigkeit. Das halten sie für ihr ungeschriebenes, aber vermeintlich gutes Recht.

  4. mamalu sagt:

    liebe Freunde in Italien, weitermachen!
    und danke!
    molto bene, gracie

  5. Syssifus sagt:

    Es geht auch ohne gepanschtes Olivenöl und auf bio-getürktes Gemüse aus Italien.

  6. Durchblicker sagt:

    Im Grosshandel sind die Regale voll mit Obst und Gemüse, von einem Streik in Italien war heute Nachmittag nichts zu spüren, wir bekamen das was wir brauchen, vom Salat, Tomaten über Orangen und sogar Trauben war alles reichlich vorhanden und der Preis war gleich wie letzte Woche. Ob die Ware von Italien, Holland oder sonstwo herkommt ist mir egal, denn der ökologische Anbau mit dem geworben wird ist oft nur Augenwischerei.

  7. Nils sagt:

    Stimmt nicht,

    bei uns in Kall fehlen im RWE Markt Gemüse – sind laut Marktleiter
    nicht aus Italien lieferbar ….

    • Frank O. sagt:

      Welches Gemüse fehlt?

      • Advocatus Diaboli sagt:

        Liefert der Großabzocker in Sachen Strom (RWE) nun auch schon in Kall Gemüse an die daran notleidende Bevölkerung??

        Aber im Ernst – wir sollten eine mögliche Verknappung von Nahrungmitteln nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dafür sind wir zu sehr inzwischen von allem gegenseitig abhängig.

        Versorgungskrisen können schneller entstehen, als wir dagegen kämpfen können. Auf jeden Fall führt ein Ausfall irgendwo zu einer Preiserhöhung irgendwo.

        Advocatus

  8. Frank O. sagt:

    Kein Verbraucher wird bemerken, dass italienische Ware in den Supermärkten fehlt. Alle relevanten Produkte können aus anderen Ländern in ausreichenden Mengen beschafft werden: Blattsalate (Spanien, Frankreich), (Cherry)-Tomaten (Holland), Äpfeln (Deutschland) und genau so bei Bundzwiebeln (Frühlingszwiebeln), Birnen, geschnittenen Kräutern, Mairübchen usw. – Nein, der Schuß geht nach hinten los. In dieser Überflussgesellschaft ist von allem (fast immer) viel zuviel vorhanden. Otto-Normalverbraucher merkt nur nicht, wieviel mehr geerntet wird, als aufgegessen werden kann.

  9. murksel sagt:

    Von Herzen wünsche ich den Streikenden viel Erfolg. Ich würde mir wünschen , dass dies der Anfang dazu ist dass sich die europäischen Völker gegen ihre Regierungen und vor allen Dingen gegen die EU wehren und sie zum Teufel jagen. Ich hoffe sehr auch Deutschland !

    Obst und Gemüse in den Supermärkten in Deutschland (wenn die Auszeichnung stimmt) sind eher aus Spanien und den Niederlanden.

  10. Realist sagt:

    Ist das ein Thema, das eine Website wert ist? Dies angesichts wirklicher Probleme.
    Ich denke; nicht wirklich!