ISDA: Griechenland ist pleite

Das Gremium des Internationalen Verbandes für Finanzinvestoren hat entschieden, dass die von der Regierung erklärte Umsetzung der Zwangsumschuldung ein Kreditereignis ist. Damit werden nun die Auszahlungen der Kreditausfallversicherungen fällig.

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Moody’s erklärt Griechenland offiziell für pleite

Seit 14 Uhr am Freitag diksutierte das Gremium des Internationalen Verbandes für Finanzinvestoren (ISDA) auf eine erneute Anfrage. Erst vor einer Woche wurde eine ähnliche Frage mit Nein beantwortet. Die zuvor von der griechischen Regierung bestätigte Umsetzung der collective action clauses (Zwangsumschuldungsklausel) war jedoch nun für die ISDA ein eindeutiges Kreditereignis (bereits gestern traf sie erste Vorbereitungen – hier).

Da Griechenland nach den Kriterien der ISDA zahlungsunfähig ist, kommt es zur Auszahlung der Kreditausfallversicherungen (CDS). Um mögliche noch nicht abgeschlossene Transaktionen auch mit einbeziehen zu können, wird der Verband erst am 19. März mit dem Prozess der Auszahlungen beginnen.

Das Statement der ISDA findet sich hier

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Kommentare

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  1. mueller sagt:

    CDS = unbekannte Flugobjekte am Finanzhimmel, ohne Tower, ohne Kontrolle; keiner weiss, woher sie kommen, wohin sie fliegen, und wenn sie crashen, fallen sie uns alle auf den Kopf. Wie kann das sein?

  2. Johannes Eber sagt:

    Und die „DRITTE-WELT-WÄHRUNG Euro“ bricht heute gegenüber dem „US-Dollar“ regelrecht ein.

  3. Karin Jürgens sagt:

    Jetzt werden sich griechische Politiker wohl ärgern, daß sie nicht gleich eine 100%ige Pleite hingelegt haben. Und die, die verzichtet haben, ärgern sich ebenfalls.

  4. Bazookaaa sagt:

    Ach Gottchen, die haben über 60% für ihre CDS-Versicherung verlangt und nun müssen sie 53,5% zahlen, weil es ein SD (selected default) ist. Viel ärmer werden die dadurch auch nicht gerade.

  5. petra sagt:

    ….jetzt scheint es doch nicht zu dem grossen CDS-Emittenten-Ami-Banken-Desaster zu kommen, sonst hätte der ISDA doch nie zugestimmt??

    • Michael sagt:

      Jetzt haben die Griechen den Hass ganzer Bankerscharen auf sich gezogen. Die kriegen nie wieder einen Kredit. 🙂

      Nee, die europäischen Banken sollten die Hauptspieler sein. Mal sehen, wie virtuos sie ihre Spielzeuge beherrschen.

      Bei den Missklängen seit Jahren haben die Herzchen einiges wett zu machen.

  6. Alfi sagt:

    Interessant ist auch der Handelsblatt-Ticker…

    Zitat: „Es ist aber unklar, welche Folgen die ISDA-Entscheidung nun tatsächlich hat, da niemand weiß, welcher Investor nun Kreditausfallversicherungen besitzt und welche weiteren Effekte eintreten können.“

    …denn sie wissen nicht, was sie tun…

    Ich habe immer mehr das Gefühl, Teilnehmer (Steuerzahler) und Verlierer eines großartigen Spiels zu sein.

    Diese ganze Aktion ist doch betriebs- bzw. volkswirtschaftlicher Nonsens. 110 Mrd. verzichtet – 130 Mrd. zugesagt…. Das ist nicht tragfähig! Schon gar nicht, wenn die Griechen ihre Binnenwirtschaft durch weitere Einsparungen völlig abwürgen. Von Export kann man ja nicht reden – selbst die Oliven werden im Wesentlichen in Italien verarbeitet/abgefüllt (Fertigungstiefe = 0).

    Der Tourismus wird ebenfalls die nächste Zeit verbrannt sein (oder wollen SIE in ein Krisengebiet reisen?)

    Im Gegensatz zu vielen Lesern hier im Forum bin ich der Ansicht, daß man die Flutung des Marktes mit Geld auf jeden Fall mit der Realwirtschaft verknüpfen muß.

    Die Zockerei in Öl/Benzin (und Lebensmittel) ist doch schon in der Realwirtschaft angekommen.

    Insofern ist die Abwärtsspirale etwas schneller geworden – die Frage ist nur, ob der Resetknopf gedrückt wird bevor die EU-Bürger nichts mehr zu essen haben – oder danach….

    Selbst unser „Deutschland“ kann die eingegangenen Bürgschaften, Darlehen und sonstige Eventualverbindlichkeiten (z.B. Target2) nicht stemmen.

    Unabhängig von irgendwelchen Kondratieff-Zyklen (der Typ ist auch schon tot) würde ich die ganze Situation eigentlich nur als „Stagflation“ bezeichnen….

  7. crisiswhatcrisis sagt:

    Hoffentlich kommt das jetzt mal in der Politik an, wer darüber entscheidet, wann wer pleite ist.

    So – und jetzt haben wir die „ungeordnete Insolvenz“. Tataaaaa. Auch noch vorgezogen!

    Ich drücke allen Griechen fest die Daumen für einen echten Neuanfang oder besser: für eine endlich reelle Chance darauf.

    • crisiswhatcrisis sagt:

      Ich muß mich korregieren: die „ungeordnete Insolvenz“ war ja keine, sondern vorbereitet.

      Ist jemandem noch so übel wie mir?

  8. Johannes Eber sagt:

    Erstens kommt es anders, zweitens wie man denkt. Jetzt werden die „CDS“ doch gezogen, Vor Wochen habe ich schon geschrieben, abgerechnet wird zum Schluß. Es wurde mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Eine „Genugtuung“ für mich, auf die ich so sehnlichst gewartet habe.

  9. Observer sagt:

    Wie ich bereits in einem anderen Artikel kommentierte, so ist nun auch das „offizielle“ Ergebnis!

    Die „Freiwilligen“ wurden von Hand verlesen und erhielten ihre Abfindung unter der Hand und das was die CDS Versicherer zahlen können, ist ja eh nur aus der Portokasse, das wird den „Hartnäckigen“ nun ausbezahlt. Ein wenig Schwund gibt’s halt bei jedem Geschäft!

    Insofern ist das ein kaum nennenswertes Ereignis und der Äther fürs Volk wird schon versprüht. Alle begeben sich wieder ins Koma und die Welt ist schön!

    • dogbert sagt:

      Angeblich könnten sich einige Banken als CDS-Emittenten böse verkalkuliert haben:
      http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:umschuldung-griechen-glaeubiger-werden-entschaedigt/70006204.html

      • Observer sagt:

        Vergessen sie diese Geschichten, nichts und niemand hat sich da verkalkuliert, alles läuft nach Plan und der Plan hat keine signifikanten Fehler, kann er gar nicht haben, wenn man weiß, wie das System seit Jahrzehnten funktioniert. Läuft auch schon länger, aber man hat erst in jüngerer Zeit, sich objektiv zu informieren!

      • Fred Feuerstein sagt:

        zu dogbert:

        Danke für diese Mitteilung. Ich habe das gelesen und dazu heute Abend im ORF gehört, dass die Bank Austria (Tocher der Unicredit) die Kommunalkredit Bank und die Volksbanken AG, gemeinsam ca. 1 Milliarde € durch die CDS in den Sand setzen werden. Die Summen, die in diesem Bericht der Financial Times stehen, dürften nicht gut recherchiert worden sein. Abe neugierig bin ich schon, was da heraus kommt, wobei angeblich niemand was konkretes dazu weis. Hoffentlich begreifen die Menschen jetzt endlich, dass dieses Geld jetzt den Banken vom Staat zur Verfügung gestellt werden muss und es sich ausnahmslos um Steuergeld der Bevölkerung handelt. Das ist nämlich nicht vom Draghi seiner Billion und somit kein Spielgeld !

        • Fred Feuerstein sagt:

          Ergänzung:

          Vor ein paar Wochen hat noch Frau Finanzminister Fekter im TV froh verkündet, dass wir für die Griechenland-Papiere inzwischen 130 Mill. € verdient hätten. Bald darauf hat Herr Schäuble jedoch verkündet, dss wir für unvorhergesehene Probleme bei den Griechen die Zinsengewinne den Griechen übergeben müssen. Hätten wir die Papiere nicht gekauft, hätten wir ja auch keine Zinsen bekommen !?!Haben ja schließlich alle gemacht. Diese Politiker sind alle Gemeingefährlich ! Wenn sich schon ein Idiot dort einschleichen sollte, na ja, kann passieren, aber alle ???

          • dogbert sagt:

            🙂
            „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“
            Wer sitzt denn in den Parlamenten? Hauptsächlich Anwälte, Lehrer und Beamte oder aus dem Öff. Dienst. Mit diesen Finanzsachen können die wenigsten was anfangen.

            Darum sollten die alle mal dem Frank Schäffler besser zuhören. Der versteht nämlich was von der Materie!

  10. dogbert sagt:

    Richtig so, völlig korrekt.