Griechenland: Taxifahrer bezieht Blinden-Rente

In Griechenland ist eine Insel in den Fokus der Kritik geraten, die eine neunmal höhere Blindenrate hat als der europäische Durchschnitt. Unter den Beziehern einer staatlichen Blinden-Unterstützung befinden sich ein Taxifahrer und ein Vogeljäger.

Die griechische Insel Zakynthos weist mit 1,8 Prozent die höchste Blindenrate Europas auf. Wie die Zeitung Ethnos berichtet, wollte das Gesundheitsministerium in Athen diesem seltsamen Umstand auf den Grund gehen. Schließlich gibt es auf Zakynthos keine chemische Industrie, die eine solche Entwicklung begründen könnte. Die knapp 40.000 Einwohner leben eher in einen Naturparadies.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass weniger als die Hälfte der Betroffenen einer Einladung zur persönlichen Vorstellung nach Athen Folge leistete. Dorthin waren die Bezieher der staatlichen Renten nämlich gerufen worden, damit die Behörden sehen können, dass die Blinden wirklich blind sind.

Es handle sich bei der Sache um einen der bekannten griechischen Missbrauchsfälle: Mindestens ein Arzt in einem Krankenhaus hatte zahlreiche Kunden offenbar gegen Zahlung von Schmiergeld krankgeschrieben. Der Arzt ging in die Frührente und sagt heute ganz offen, dass er den Leuten helfen wollte, weil sie zu wenig Geld zum Leben hätten.

So verwundert es nicht, dass auch solchen geholfen wurde, die die Sehkraft eigentlich für ihren Job ganz gut gebrauchen könnten: Unter den als blind gemeldeten Personen fand sich ein Taxifahrer und ein Vogeljäger. In Zakynthos kann also ein Streik der Taxifahrer als Beitrag zur Volksgesundheit gewertet werden. Vermutlich gibt es dafür auch Fördermittel.

Kommentare

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  1. HansMeiser sagt:

    Blinden-Rente – sollte man so nicht die Diäten und Gehälter der Politker und EU-Beamten bezeichnen?

  2. Indymedia sagt:

    Zakynthos ein Paradies? Höchstens, wenn diese ganzen Alkoholiker wegbleiben und die Discos mit ihrer Mutantenlala für Plastikmenschen zu machen, damit man in Ruhe am Strand pennen kann.
    Abgesehen davon ist die Story veraltet, war sogar schon in der teutonesischen Glotze.
    Besser wäre gewesen einen aktuellen Artikel aus Indymedia rein zu stellen:http://de.indymedia.org/2012/04/327957.shtml

  3. Druidenstein sagt:

    Unsere gesamte Nomenklatura bezieht Blindenrente. Allerdings nennt man das bei uns anders!

  4. HB4242 sagt:

    Und wo ist das Problem ?

    Wir haben genug „Blinde“ die auch eine Rente beziehen !

  5. Miel jö sagt:

    An die Redaktion: Vielleicht könnten Sie die eingehenden Kommentare zwecks Über-
    sichtlickeit nach Gutmenschlichkeit ordnen – etwa so:
    Kategorie 1: “ Das sind unzulässige Verallgemeinerungen . Auch in Deutschland
    gibt es Simulanten, die Leistungen erschleichen.“
    Kategorie 2 : „Man muß das Anderssein der Menschen dort tolerieren. Mit unserer
    Nazivergangenheit sollten wir erst einmal vor der eigenen Tür kehren.“
    Kategorie 3: „O , ihr visionären Gutmenschen, habt doch Erbarmen mit dem
    Taxifahrer hierzulande (auch dem griechischstämmigen!) der für alles blechen
    muss , und all den anderen Ausgepowerten. Mutet euch selber etwas mehr
    zu : „Non-Verbales“ mal , z.B. Spenden, Spenden auch für blinde Taxifahrer und
    Vogelfänger überall!“

  6. Werner sagt:

    Griechenland wird momntan auf e-bay versteigert :
    Current bid: US $85,100.00 [78 bids]
    http://www.ebay.com/itm/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=170817574881#ht_500wt_1413

    mfg. Werner

  7. schievelbein sagt:

    und wieder ein schwarzfahrer mit blindenbinde und daimler aus deutschland. recht haben die redakteure. noch besser wäre es, wenn die politikertruppe abgeleuchtet
    wird und wir sehen können, dass die unsere gurkentruppe nicht besser ist als die kleenen griechen, eher viel ausgeschlafener.
    der kleene taxiarsch ist doch nur die spitze vom ganzen. det reicht bis nach newyork.
    also, solange in griechenland die sonne scheint, wein getrunken wird und die blöden deutschen sich gedanken machen, ab die sonne aus griechenland per kabel nach tirol kommt,sollten wir in ruhe weiter schnarchen, ist besser so.
    eines tages wird dann vor den kirchen die teeküche sein und der blubbernde kessel
    mit der linsensuppe. hoffenlich haben wir dann den griechischen käse und die deutsche gelassenheit.

  8. jay twelve sagt:

    Werner, in diesem Portal unterscheiden die Kommentatorren zwischen 0,01% der Gr. Notkriminellen und 99,9% EU- Kapitalverbrecher sehr wohl.
    Sie tun es eben noch nicht.

  9. Karin Jürgens sagt:

    Liebe DMN-Redakteure,

    solche Artikel müssen nicht unbedingt sein. Das einzige, was daran interessant ist, ist die Frage: Warum jetzt schon wieder diese Hetze? Meine Antwort: das politische Personal Europas hat wohl (berechtigte) Angst, daß, ausgelöst durch den Selbstmord eines verzweifelten Griechen, die Bürger sich solidarisieren könnten und ihre Wut da ablassen, wo sie eigentlich hingehört (Ägypten läßt grüßen). Und sie wissen ganz genau, wenn sich die Bürger in Europa zusammenschließen, könnten sie die ganze Mannschaft in Brüssel verjagen. Deshalb: Laßt Euch nicht verführen von diesen offensichtlichen Manipulationen. Nicht der angeblich blinde Taxifahrer hat den Euro eingeführt und hält verbissen und „um jeden Preis“ daran fest, selbst wenn darüber ganze Länder ruiniert werden, das waren und sind eindeutig andere Leute.

    In diesem Zusammenhang wichtig: Es ist eine europäische Petition gegen den ESM auf den Weg gebracht worden. Auf der Seite „Europäische Aktion gegen den ESM“ (court fool.info) kann unterzeichnet werden. Nicht jammern, nicht schimpfen – handeln!