Facta: US-Steuerbehörden wollen Zugriff auf Daten in allen Banken der Welt

Um weltweit Schwarzgeldkonten von US-Bürgern aufdecken zu können, will die amerikanische Steuerbehörde alle Banken dazu zwingen, die Daten von Kunden aus den USA bekanntzugeben. Sollte ein ausländisches Institut nicht mit den US-Behörden kooperieren, soll es satte Strafsteuer zahlen.

Die US-Steuerbehörde will alle Banken weltweit dazu verpflichten, die Daten von Kunden aus den USA offenzulegen. So will die Behörde Schwarzgeld amerikanischer Bürger auf der ganzen Welt auffindbar machen und Steuerhinterziehung bekämpfen. Für europäische Banken wäre dieses Gesetz mit einer erheblichen Belastung verbunden. Sie befürchten nicht nur einen Verlust von Geschäftskunden, sondern müssten auch Geld investieren, um die entsprechende Infrastruktur einzurichten.

Sollten Finanzinstitutionen nicht bereit sein, die Daten herauszugeben, würden sie mit erheblichen Sanktionen konfrontiert. Ist ein Unternehmen nicht kooperationswillig, so droht eine Strafsteuer von 30 Prozent auf alle US-Erträge aus Finanzvermögen, die das Institut vereinnahmt. Diese Steuer wird fällig, auch wenn die Bank die Erträge für Rechnung des Kunden zahlt.

Wenn der sogenannte Foreign Account Tax Compliance Act, kurz Facta, in Kraft tritt, müssen sich alle Banken entweder von ihren US-Kunden trennen oder deren Daten bekanntgeben. Rechtlich ist diese Verpflichtung zwar umstritten, doch die USA haben bereits ein Abkommen mit einigen europäischen Staaten geschlossen. Neben Deutschland haben auch Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien eingewilligt, Facta umzusetzen. Dies bedeutet, dass die Europäer einer weitreichenden Steuer-Hegemonie der Amerikaner zustimmen.

Bis Ende April kann der Entwurf für das globale Steuerabkommen noch modifiziert werden. Die europäische Finanzindustrie versucht in dieser Zeit angestrengt das Abkommen zu entschärfen. Denn in seiner aktuellen Form wäre es mit Kosten bis zu 500 Milliarden Dollar verbunden. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Europäer allenfalls kosmetische Veränderungen vornehmen können. Im wesentlichen, so scheint es, ist der Zug abgefahren. In Zukunft werden die Amerikaner überall weltweit Zugriff auf die steuerpflichtigen Einkünfte aus US-Geschäften haben.

Kommentare

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  1. bendix sagt:

    Uncle Sam ich wünsche Dir so eine mit Ihren Ausmaßen strenge Hurrikansaison, daß Du keine Lust mehr verspürst andere Erdteile für Deine Misswirtschaft und Schulden-
    politik verantwortlich zu machen. Wenn irgendeiner für die ganze Scheiße der Finanz- krise verantwortlich ist, dann sind es die Oberfinanzlumpen der Klugscheißer-USA.
    Die Einbildung ist leider Eure einzige Bildung und ohne Euch wäre die Welt bedeutend
    friedlicher und lebenswerter. Schade das es Euch gibt !!!!!!!!!

    • rot-weiss gestreift (Blut und Binden) sagt:

      „Bendix, ich bin Dein Freund und schwerstbewaffnet.
      Ich bin gekommen um Dich zu befreien!
      Du brauchst nur tun, was ich von Dir verlange.

      Wie, Du willst nicht von mir befreit werden?
      Und willst nicht tun, was ich Dir sage?
      Du stellst Dich also gegen mich und die Freiheit, die ich Dir bringe?

      Dann bist Du mein Feind, und ich muss Dich bekriegen!
      Du hast also die freie Wahl.“

  2. Karin Jürgens sagt:

    Die Vorteile der „Globalisierung“ verwandeln sich allmählich in Nachteile, weil die Akteure den Bogen ein wenig überspannt haben. Das ist gut, dann kommen wir zukünftig wieder zu überschaubareren Wirtschafts-/Gesellschafts-Einheiten und der Bürger hat wieder mehr Einfluß auf seine Lebensverhältnisse. Weiter so, Mr. Obama!

  3. Gautier Irgendwo sagt:

    Nun versucht Uncle Sam also, den Gläsernen Menschen, auch noch über sein
    Bankguthaben in den Griff zu bekommen?

  4. Haikubehindert sagt:

    Das wird den USA vermutlich nur begrenzt helfen ihre Staatsschulden abzubauen, solange den Reichen dort massive Steuererleichterungen zugestanden wird. Obama müsste die Steuereinnahmen von Oben vermehren, was ihm wohl im Parlament von den Reps zu verhindern gesucht wird. Auch müsste Obama die eigenen Steueroasen schliessen, denn Schwarzgelder kann man auch in den USA verstecken.

  5. flurdab sagt:

    Hübsche Idee!

    Da sollte sich Herr Schäuble mal eine Scheibe von abschneiden im Bezug auf Schweizer Schwarzgeldkonten.
    Und bevor hier jemand zu weinen beginnt, jeder hat seinen Anteil am Staat mitzutragen. Nicht nur die, die keine Möglichkeiten zu „Steueroptimierung haben.

    • Haikubehindert sagt:

      Die Abkommen können z.B. durch Offshore Firmengründungen (Tochterfirma) in Singapur übergangen werden, so wird das Doppelbesteuerungsabkommen umgangen. Dazu ist allerdings ein „qualifizierter Geschäftsbetrieb“ notwendig. Also nur für mindestens Multimillionäre geeignet.

      http://www.etc-lowtax.net/gestaltung_uebersicht_gross.jpg

      Wie heisst es doch so schön, die Grossen lässt man springen, die kleinen fressen die Haie.

      • Alles Zufall? sagt:

        Rein zufällig und zeitlich passend gab es ja gerade das Erdbeben in der Nähe von Singapur (an einem 11. des Monats).

        Nennt mich VT, aber könnte da etwas „Nachdruck“ auf die Steuer- und Bankgeheimnisoase Singapur ausgeübt worden sein?

  6. jay twelve sagt:

    „VATER UNSER“, der im himmlischen Sphären der FRB thront, der die Fürsten der Finsternis von Washington bis Brüssel von gerechte Strafe verschont, der allen Gläubigen alles versprich aber Betrug im Schilde führt, der die Knechten des Krieges finanziert und jedem Zögerer mit Vernichtung droht, der im schiere Panik und der Verzweiflung zu allen denkbaren Verwerflichkeiten greift, bekenne Dich sofort im Sinne der Anklage schuldig, oder Du bist als Gott gleich tot.

  7. Frau Walter sagt:

    Unglaublich, irgendwann werden die Amis ihre Überheblichkeit teuer bezahlen müssen.

    Wehrt euch! Wie immer haben die Unterdrücker ein Problem wenn sich die Mehrheit der unterdrückten wehren.

  8. mueller sagt:

    Man lese Nicholas Shaxsons „Schatzinseln“ : das wird die Absahner nicht die Bohne kratzen.

  9. Holland sagt:

    F.A.T.C.A nicht Facta

  10. schlaumeister sagt:

    Die totale Überwachung kommt. Devisenbeschränkungen,- Barabhebungen werden
    limitiert und alle Telefonsysteme werden überwacht. Abweichler im Parlament bekom-
    men einen Maulkorb verpaßt, so gehts weiter….