China auf Einkaufstour bei deutschen Mittelständlern

Mit dem Aufkauf von Schwing befinden sich die drei größten europäischen Hersteller für Betonpumpen in chinesischer Hand. Die Chinesen schätzen die solide deutsche Maschinenbau-Branche.

Zum Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen in Deutschland zur Eröffnung der Hannover Messe betonten Angela Merkel und Wen, dass es zwischen Deutschland und China eine hervorragende Zusammenarbeit gäbe. Ein Kommentator auf China Daily analysierte aus Anlass des Besuchs das Verhältnis zwischen China und Deutschland. Der Autor der offiziellen Parteizeietung schrieb, dass sich China und Deutschland deswegen so gut ergänzten, weil Deutschland im Bereich der Hochtechnologie unübertroffen sei, während China über einen
zukunftsträchtigen Wachstumsmarkt verfüge.

Wie zum Beweis dafür setzten die Chinesen in den vergangenen Wochen klare Zeichen – indem sie deutsche mittelständische Unternehmen aufkaufen. Weil ihnen europäische Staatsanleihen veständlicherweise im Moment etwas riskant erscheinen, setzen die Chinesen zunehmend auf den Kauf von Unternehmen in Europa. Vergangene Woche teilte Schwing, der zweitgrößte Hersteller von Betonpumpen in Deutschland, mit, dass die chinesische Firma Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) zugesagt habe, bedeutende Anteile am Unternehmen zu erwerben. Der Kauf wird voraussichtlich in zwei Wochen abgeschlossen sein – das Management-Team der in Herne ansässigen Firma solle im Amt bleiben.

Kurz zuvor hatte die SANY Heavy Industry Co Ltd die Übernahme der deutschen Nummer eins in der Pumpenherstellung, die Putzmeister Holding GmbH, für 324 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem Kauf des italienischen Spezialisten Betonmaschinen CIFA durch eine andere chinesische Firma (Zoomlion) befänden sich dann die drei größten europäischen Betonpumpen-Hersteller in chinesischer Hand.

Im vergangenen Jahr wurde rund die Hälfte des 105,3 Milliarden Yuan (12,57 Milliarden Euro) Marktwertes der Beton-Industrie wurde im vergangenen Jahr von Sany und Zoomlion erzeugt. Mit einer Gewinnspanne von 30 Prozent überholte die Beton-Industrie somit alle anderen verwandten Industriezweige in China.

Kommentare

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  1. Ken Schmitz sagt:

    Produktive Unternehmen sind absolut unterbewertet und werden für Papierscheichen verscherbelt. Mal ehrlich die Welt ist schizophren, Unternehmen wie Facebook haben angeblich Milliarden Werte und sind dennoch nur virtuell.

    Facebook braucht keiner aber Maschinen und Lebensmittel brauchen wir alle!

    Die Chinesen sind abgebrüht wie die Amis, Franzosen oder Russen etc. auch, alle suchen ihren Vorteil im globalen Wirtschaftskrieg und ihr hier in Gutmensch-Deutschland träumt derweil noch ein biserl weiter……………

  2. FDominicus sagt:

    Wahrscheinlich haben Sie etwas größere Sorgen was Ihre Dollarbestände angeht. Solange man noch was dafür bekommt muß man wohl zugreifen 😉

  3. Gautier Irgendwo sagt:

    Kann das womöglich auch als eine Art Bumerang, unsere Westlichen – Fehlpolitik, betrachtet werden?

  4. IO sagt:

    Feindliche Übernahmen und deutsche Strategen und Politiker checken nichts. Die Einschläge kommen näher pflegte mein Opa zu sagen.

  5. eli sagt:

    Das Problem haben die Franzosen nicht, weil deren Industrie gibt wenig her zum Kopieren.

    • Korsar sagt:

      Ach ja? Mirage, Airbus, Rüstungsindustrie, Atomkraftwerke, Bürger-Autos (finanzierbar), Eisenbahnindustrie, Atomwaffen, Armee, Marine, Schiffahrt und sind keine Melkkuh.

  6. RS sagt:

    Protektionismus heißt das Zauberwort.
    In Deutschland leider ein Fremdwort.

  7. heide preiss sagt:

    nun, soweit ich weiß, gibt es in china eine immobilienblase mit viel leerstand. da die chinesen strategisch denken und sie dennoch an betonpumpen-herstellern interessiert sind, mag man sich den kopf zerbrechen weshalb..

    • otto936 sagt:

      Die Chinesische Mauer muss renoviert werden 🙂

    • Schievelbein sagt:

      weil die ganze produzierte sche…. vollgepumpt werden soll, was sonst?
      weil die eu die pumpen bezahlen wird, mit dem geld vom deutschen michel..
      weil…
      gruss

  8. kein sklave sagt:

    ….und dann gelten demnächst chinesische Arbeitsbedingungen; 150 Stunden Woche bei einer 8 Tage Woche und 3 Tage Mindestjahresurlaub!
    Die Totalversklavung ist uns fast so sicher, wie das Amen in der Kirche.

    • Kuestennebel sagt:

      Wenn es denn so wäre würden die Chinesen damit nur dieselbe Strategie wie unsere selbst gewählte Regierung (CDUSPDFDPGrüne) verfolgen.
      Unsere Regierung investiert lieber Billionen in marode Banken und marode EU-Länder, anstatt in die eigenen Industrieunernehmen. Den arbeitslos gewordenen Mitarbeitern empfiehlt man dann, Unternehmen zu gründen, um „dem Staat“ nicht auf der Tasche zu liegen.
      Für die Deutschen wäre es wohl besser, die Chinesen würden nicht unsere Unternehmen, sondern unsere Regierung übernehmen.

      • Korsar sagt:

        Jo, kuestennebel, das wär vielleicht ein Erfolgsrezept. Gar nicht schlecht. Das wäre dann wohl, das Erste mal, seit vielleicht 30 oder 40 Jahren, das wieder Politik für. und nicht gegen Deutschland gemacht werden würde.

      • Autofokus sagt:

        Diesen Gedanken hatte ich auch. Wahrscheinlich wäre es besser, ganz Deutschland an China zu verkaufen, als von der EUSSR gänzlich vernichtet und aufgesogen zu werden.
        Mehr Versklavung und Unterjochung, was die Strategie der EU will, kann es kaum noch geben, Stichwort ESM, und das ist bloss ein Anfang.
        Der Mehrzahl der Deutschen sind ohnehin nicht daran interessiert, was die Regierung tut, nach der viel gehörten Meinung: „Die wissen schon, was sie machen, es läuft ja alles normal.“ Dies nach vielen Versuchen, Freunde und Nachbarn aufzuklären, was man in den Massen-Medien nicht zu sehen bekommt und nicht zu lesen war.

        • Korsar sagt:

          @ Autofokus, ein Vertragspartner von China, hat es auf dieser Welt, bestimmt nicht schlecht.

    • Fred Kirchheimer sagt:

      Da Sie wissen, daß man in Kirchen das Amen gebraucht, schließe ich darauf, daß Sie dem christl. Glauben nahestehen. Dann sollten Sie auch wissen, daß es für Leiden und Jammern Bonsupunkte gibt auf dem Weg in den Himmel.

      All die anderen, also die Aufgeklärten die mit beiden Füßen auf dem Boden stehen, wissen, daß es in Deutschland genügend Gesetze gibt, die u.a. auch die Wochenarbeitszeiten sowie den Mindesturlaub regeln.

      Schwing und Putzmeister verbleiben beide in Deutschland und deshalb gilt deutsches Recht.

      Insofern ist es Blödsinn und das Stammtischgebabbel eines Unwissenden, zu behaupten, daß „uns die Totalversklavung fast sicher“ ist. Wobei es auch zu fragen gilt, wer denn mit „uns“ gemeint ist.

      Man ist dann kein Sklave mehr, wenn man das Joch der Unwissenheit abstreift. Also, ans Werk!

      • RS sagt:

        War das Ironie, oder sind Sie wirklich so naiv?

        Willkommen bei Ihrem neuen Arbeitgeber, der Zeitarbeitsfirma. Wenn Ihnen die Arbeitsbedingungen nicht gefallen, dann brauchen Sie Montag nicht wiederzukommen…

      • Selbstdenker sagt:

        Danke, Herr Fred Kirchheimer, als oberster selbsternannter „Kommentar-Kontrolleur“ entgeht Ihnen wirklich nichts.
        Das gibt den Kommentatoren die Sicherheit, sofort von Ihnen die entsprechende Hilfestellung zu bekommen, auf die wir alle gern verzichten können.

      • alter lateiner sagt:

        @ Fred Kirchheimer

        Geschätzter Fred K, ich bin ja nicht unbedingt ein Anhänger Ihrer Kommentare — aber diesmal stimme ich Ihnen zu.

        Kurz noch zur Einkaufstour (dies alles schreibe ich Ihnen nicht als alter Lateiner sondern als homo oeconomicus): Die Chinesen vereinen mehrere „gute“ Eigenschaften: ausgeprägtes strategisches Denken und recht wenig Skrupel, dies auch durchzusetzen, weiters den Ehrgeiz, weltweit mitzumischen, einfache „Befehlsstrukturen“ … was wirklich noch dahinter steckt, kann man bestenfalls nur erahnen, wie die „Umwandlung“ von Papier- in Betongeld, Abbau der Devisenreserven, Technologietransfer usw usf — ob auch eine „politische Ideologie“ dahinter steckt? Wer weiss!).

        Letztendlich steht der Gewinner aber schon fest — und das ist nicht Deutschland und schon gar nicht Europa.

        der alte Lateiner

        PS: Nicht nur Christen beenden Ihre Bitten, ihr Flehen und ihr Danken mit Amen, sondern auch die mosaischen Glaubens sowie auch Muslime (Amen = So sei es!)

        PPS: Incidit in Scyllam, qui vult vitare Charybdim.
        (Es gerät in die Fänge der Skylla, wer der Charybdis ausweichen will)

      • Schievelbein sagt:

        da hast du aber gut gebrüllt löwe! selbstverständlich werden die arbeitsbedingungen dem internationalen markt angepasst. maßstab ist nicht der deutsche arbeiter und seine soziale absicherung, sondern der, der den takt in der fabrik bestimmt. wie sieht es denn bei opel aus? möchtest du noch mehr fakten und zahlen bekommen??

  9. cocooning sagt:

    Mit einer stabilen, harten Währung wie der D-Mark wäre dieses nicht passiert.

    Na, dafür gibt es keinen Krieg – da sehr „friedens stiftend“. Die Chinesen werden ja wohl kaum ihre eigenen Unternehmen „angreifen“.

  10. Fred Kirchheimer sagt:

    Aha, aus einem „bedeutende Anteile am Unternehmen erwerben“ wird dann dir nix mir nix ein „Die Mitarbeiter .. werden schon bald chinesische Eigentümer haben“, zusätzlich zur Aussage in der Sub-Headline, in der man fälschlicherweise von „einem Aufkauf“ spricht.

    Das deutet auf ein Problem in der Redaktion hin, Sachverhalte klar beschreiben zu können: Wenn eine Firma Anteile an einer anderen Firma kauft, dann macht sie dieser Schritt nicht zum Eigentümer sondern nur zum Mitgesellschafter oder ggf. auch Mehrheitsgesellschafter.

    • Plebiszit sagt:

      Fred
      ich würde dem Vorgang noch eine Steigerung hinzu fügen und vom Ausverkauf (Branche) sprechen. Lese die headline zuende.

      Wer Monopole bildet entwaffnet den Wettbewerb und führt nicht Gutes im Schilde.