Spanien: Defizit gerät immer mehr außer Kontrolle

Spanien mledet eine Budget-Korrektur nach oben. Statt 8,5 Prozent betrug das Defizit 2011 vielmehr 8,9 Prozent. Kaum eine der Regionen hat die Zahlen korrekt gemeldet. Nun fürchten Beobachter einen weiteren Anstieg der Zinssätze für spanische Staatsanleihen.

Spanien hat am Freitagabend für eine unangenehme Überraschung gesogt: Das Budgetdefizit stieg von 8,5 Prozent auf 8,9 Prozent. Die meisten Regionen haben weniger gespart als angegeben. Viele haben, statt zu sparen, sogar mehr augegeben als geplant. Vor allem in der wichtigen Zentralregion Madrid war das Defizit deutlich höher als geplant. Auch in Valencia und Castilla und Leon konnten die Vorgaben nicht erreicht werden.

Trotzdem will das spanische Finanzministerium die Vorhersage für 2012 nicht korrigieren. Die spanische Regierung hat am Freitag die Haushalte für die Regionenen genehmigt. Diese sehen Einsparungenen von 13 Milliarden Euro und zusätzliche Einnahmen von 5 Milliarden Euro vor. Nur der Haushalt von Asturien wurde zurückgewiesen.

Beobachter fürchten jedoch, dass angesichts des Eingeständnisses von schlechteren Zahlen für 2011 auch die Prognose für 2012 kaum zu halten ist – zumal zur gleichen Zeit eine umfassende Bankensanierung in Spanien ansteht.

Kommentare

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  1. T.Euro sagt:

    Wie heißt diese Krankheit bei deren Verlauf Mütter ihre Kinder absichtlich verletzen/krank machen nur um sie anschließend zu „retten“?

  2. Leopold sagt:

    „Schlechte Zahlen“
    Die EU definiert ihre Krisen selbst um weiter „retten“ zu können. Das heisst, weiter deutsche Steuergelder umverteilen zu können. Wann wird der EU und ihrer EZB endlich der Geldhahn zugedreht? Und nicht der deutsche Staatssäckel immer mehr der EU übereignet? In der deutschen Politik muss endlich ein Umdenken stattfinden!

    • Syssifus sagt:

      Welches Umdenken soll denn kommen ? Die Absicht ist doch kaum zu übersehen,mit der Finanzkrise kommt,als letzter Ausweg, die europäische Zentralregierung.Quasi durch die Hintertür,an den Wählern vorbei.

  3. fan sagt:

    Kommt jetzt der Bank-Run ? Und wenn schon – warum Angst vor Bank-Run ?

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Banken und Geldinstitute höchst erfreut sind, wenn die Bank-Runner viele Guthaben abziehen, denn wenn die Bank crasht, muss sie für nicht mehr vorhandenes Geld auch nicht haften und muss nicht die Einlagen-Sicherungs-Einrichtungen in Anspruch nehmen – solche Sicherungen sind doch in allen EU-Staaten vorhanden.

    Und die Bank holt sich dann wieder von der EZB eine schöne Portion “€uro-Rettungs-Zuteilung” und das Thema ist für die Bank glänzend gelaufen, oder sehe ich das so falsch ?

  4. F*G sagt:

    Trau keiner Statistik, die du selbst nicht gefälscht oder verzerrst hast. Alles nur Wischiwaschi. Das Ende des Euro naht. Habe gehört das die EZB griechische EURO-Scheine anfängt einzuziehen (?). Hat was positives, irgendwann werden (ehemalige) EURO-Geldscheine aus Griechenland unter Sammlern wohl richtig Wert gewinnen. Wenigstens etwas Positives.

    • armer Mann sagt:

      Ich habe in einem Griechenland Blog gelesen das Griechische Geld Automaten fast nur mit neuen X Euro Scheinen (nicht Griechische) gefüllt sind. Weiss nicht ob es stimmt, vielleicht hat jemand einen näheren Draht zu Griechenland und kann das bestätigen.

      • Mitteldeutscher sagt:

        X ist doch die Länderkennung für Deutschland !?!

      • Fred Feuerstein sagt:

        zu armer Mann:

        Es stimmt, dass die EZB bereits Scheine mit dem Y für Griechenland einziehen soll. Diese müssen natürlich ersetzt werden, denn sonst wären die Bankomaten ja leer. Also nimmt man neue mit dem X für Deutschland. Jeder sollte darauf achten, dass er nur noch Scheine mit den Buchstaben

        X für Deutschland
        N für Österreich
        L für Finnland
        R für Luxemburg

        annimmt. Denn im Falle eines Austrittes von Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, etc. sind die Scheine dieser Länder wertlos und man kann nur noch Feuer machen damit oder sammeln.

        Interessant fand ich auch in diesem Zusammenhang, da ich vorige Woche 20 Stk. 100 € Scheine bei der Post abhob, dass 15 Stk. davon aus Italien stammten. Rein gefühlsmäßig dürften auch bereits die Italiener ihr Geld in Österreich in Sicherheit bringen.

        Etwas wichtiges will ich aber noch erwähnen. Jetzt wo in Griechenland und Spanien das erste Mal über einen Banken-Jog oder Banken-Run berichtet wurde, gerieten die EUrokraten (mit ihren Aussagen) in Panik. Das ist die Bestätigung dafür, wenn wir zur Bank gehen, unser Geld abholen, dann brechen die Banken innerhalb einer Woche zusammen und damit wären wir auch unsere Politiker los. Der € und die ganze EU wären bald nur noch Geschichte. Also auf, um unser Geld abzu holen.

  5. Monetarian sagt:

    Geld auf Pump erzwingt immer noch mehr Geld auf Pump. Und zwar solange bis der Ballon platzt.

    • schlaumeister sagt:

      Von dieser simplen Wahrheit wollen die Verantwortlichen rein gar nichts wissen. Für die ist der Schnee schwarz und der Aufschwung und das
      Wachstum lauern gleich um die Ecke.

      • Friederich sagt:

        Wenn man das ändern will, muss man unser Geldsystem ändern und das weltweit. Es gibt keinen Politiker, der sich das zutraut und deshalb wird es weitergehen bis zum bitteren Ende.

        • Michele sagt:

          Man sollte sich nicht mehr pumpen als man sich leisten kann.

          Eine Umverteilung vom Steuerzahler zur Finanzwirtschaft ist jedoch hinterhältig und betrügerisch..

        • Michele sagt:

          Man sollte sich nicht mehr pumpen als man sich leisten kann.

          Eine Umverteilung vom Steuerzahler zur Finanzwirtschaft ist jedoch hinterhältig und betrügerisch.

        • Grauber sagt:

          “ Wenn die Schüler bereit sind, erscheint der Lehrer “

          Der “ Täter “ wird sich auf der Weltbühne noch als “ Retter “ präsentieren, keine Sorge.

  6. Tacheles sagt:

    Gut gejammert ist halb gewonnen.

    Das gilt für alle Club-Med-Länder.

  7. ODIN sagt:

    Lug und Betrug,nichts Neues in der EU und seit Griechenland Normal!

  8. FDominicus sagt:

    Offizielle Zahlen, ja die sind wirklich glaubwürdig. Also Fakt ist, Spanien braucht für jeden Euro den Sie ausgeben 10-15 ct neuen Kredit. „Gratulation“. Das spricht Bände, also hat auch Spanien „fertig“. Was soll’s dank unsere Eliten werden wir dort auch landen, ein bisschen später aber mit einem größeren Schwung…

  9. G.N. sagt:

    „Statt 8,5 Prozent betrug das Defizit 2011 vielmehr 8,9 Prozent. Kaum eine der Regionen hat die Zahlen korrekt gemeldet. Nun fürchten Beobachter einen weiteren Anstieg der Zinssätze für spanische Staatsanleihen.“
    Nein, so was?
    Wie kommt es nur?
    War doch nicht zu erwarten, wie bei Griechenland auch schon nicht.
    Und demnächst kommen noch Italien und Frankreich, natürlich auch ganz unerwartet mit solchen aus dem Ruder laufenden Zahlen an!

  10. Bismark sagt:

    Prof. Sinn: Das Hauptproblem ist Spanien. Die private und öffentliche Auslandsverschuldung Spaniens ist größer als die von Griechenland, Portugal, Irland und Italien zusammen genommen.

    Das wird auf Dauer den Euro crashen lassen, b.z.w. es werden soviele Euros gedruckt das diese Währung komplett wertlos wird.

    Was ist zu tuen?
    Persönliche Ausrüstung, wie robuste Kleidung, Survival Ausrüstung (das wichtigste ist das Survival Messer, kein billig Kram kaufen!), Lebensmittel, Gold und Silber, kaufen solange man noch etwas für den Euro bekommt!

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=YM_2yoKYl_0

    gruss, Bismark

    • schlaumeister sagt:

      Ja, hoffentlich spricht sich das langsam herum, bevor auch bei uns der
      Bankrun beginnt und die Banken schließen müssen.