EZB: Spanien-Rettung steht unmittelbar bevor

Der Vizepräsident der EZB rechnet mit dem Hilferuf Spaniens am Samstag. Die Banken sollen direkt mit Geldern aus dem EFSF gerettet werden. Den entsprechenden Beschluss dürften die Finanzminister bei einer Telefonkonferenz am frühen Nachmittag fällen.

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vitor Constancio, erwartet am Samstag den Antrag Spaniens auf eine Bankenrettung durch den EFSF: Der Antrag solle sich „ausschließlich auf die Rekapitalisierung der Banken beziehen“, sagte Constancio am Freitagabend. Damit dürfte ein diesbezüglicher EU-Plan in Kraft treten: Die europäischen Steuerzahler werden für die spanischen Banken geradestehen, Sparauflagen wird es keine geben (mehr zu dem Konzept – hier).

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wird erwartet, dass Spanien am Wochenende noch einer Finanzhilfe für seine angeschlagenen Banken Fragen wird. Reuters beruft sich dabei auf zwei EU Beamte und eine Deutsche Quelle. Die Anfrage Spaniens soll im Anschluss an die Telefonkonferenz, die die Finanzminister der Eurozone am Samstag führen werden, folgen. Ein Eurogruppen Statement soll ebenfalls veröffentlicht werden. „Die Bekanntmachung wird für Samstagnachmittag erwartet“, so ein EU-Beamter.

Seit Wochen betont der spanische Premier Mariona Rajoy immer wieder, noch nicht um Hilfen von der EU gebeten zu haben und dies auch nicht zu planen. Doch der Druck auf das Land steigt. Die Rendite steigt kontinuierlich (mehr hier), die Kapitallücken der nationalen Banken scheinen immer größer zu werden und zu allem Überfluss stufte die Ratingagentur Fitch auch die Bonität des Landes am Donnerstag herab.

Kommentare

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  1. Daggi sagt:

    Tut mir leid wenns nich hier her past aberi ch weis sonst nich wo hin.
    Was ist denn aus der Anti ESM-Demo von gestern in Berlin geworden? Ich such mich im Netz dumm und dämlich. Nirgends gibt es infos.

    Freue mich über jeden Link 🙂

    @redaktion: bitte gebt meinen post frei… hab sonst keinen ort das zu fragen 😮

  2. André Schwaermer sagt:

    Vale, das war´s dann: 100 Milliarden für Spanien ohne Auflagen. Mehr davon, bitte! Wir kriegen den Hals gar nicht voll.

    http://uhupardo.wordpress.com/2012/06/09/rettungsplan-beschlossen-100-milliarden-fur-spanische-banken-ohne-auflagen/

  3. RicoCoracao sagt:

    Gerade in der Märchenshow (ARD) wurde es richtig positiv dargestellt:
    „Endlich nehmen die Spanier die Rettung an“ – Mensch, sind wir froh…

    Die einzige wichtige Frage ist doch: — Wer zahlt ? —

    Aber jetzt erst mal Fussball.. da gibt es sogar noch Nationalstaaten 😉

  4. CarmenSchneider60 sagt:

    Hieß es nicht bis vor kurzem noch, Spanien könne nicht gerettet werden? Und jetzt auch noch mit Gemauschel? Da kommt ja die Fußball-EM gerade richtig. Es ist nicht zu fassen!

  5. Dasein sagt:

    Das Spanien den Rettungsschirm nicht in Anspruch nimmt bezweifle ich nicht.
    Ab dem 01.07.2012 haben die Herren und Damen unserer Parteien sowieso ausgedient und nichts mehr zu sagen. Dann steht der ESM und der Gouvernuersrat.Die deutschen Politiker werden hierbei außen vor stehen.

  6. Ulli Schaller sagt:

    Der Ausspruch von Frau Merkel : „Scheitert der EURO, dann scheitert Europa“
    ist – etwas abgewandelt – zutreffend :
    „Scheitert der EURO, dann scheitern die Vereinigten Staaten von Europa“.
    Es war der Politik bei der Einführung des EURO bekannt, das die Voraussetzungen für eine fehlerfreie Durchführung des EURO-Projektes
    (Gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik + Länderfinanzausgleich) nur in einer Krise – der EURO-Krise – geschaffen werden können und dabei – ganz nebenher – die Vereinigten Staaten von Europa enstehen.
    Natürlich ist die Mehrheit der Bevölkerung Europas nicht bereit, Souveränitätsrechte, insbesondere betr. des Staatshaushaltes, an eine zentrale Institution abzugeben, aber die Politik schafft nun unumkehrbare Fakten, mit denen sich die Völker abzufinden haben. BASTA !!
    Reine Demokratie war gestern, wenn es nicht schon immer eine Diktatur der Eliten von HINTEN war !!

    Fazit : Es ist n i c h t anzunehmen, dass die Banker der EZB und die EU-Bürokraten den Ast absägen, auf dem sie sitzen —- mit den entsprechenden Folgen für den Bürger.

    Jeder sollte dieser absehbaren Entwicklung bei der Absicherung der eigenen Assets vorgreifen.

    • RicoCoracao sagt:

      Edelmetalle werden explodieren im Preis, irgendwann wird es jeder verstehen.
      Anonym kaufen – Gut verstecken – Abwarten

  7. Johannes Eber sagt:

    „Daten aus der Desasterzone Spanien vom 07. Juni 2012“ unter http://www.querschuesse.de

  8. vegaman sagt:

    War da nicht noch irgend etwas mit dem EFSF? Hmm….

    Parlamentsvorbehalt???

    Gelder nur an Staaten???

    Nee, muss mich wohl geirrt haben, das war wohl in einem anderen Leben auf einem anderen Stern.

    Na ja, was solls, ich wollte schon immer einmal den spanischen Banken etwas Geld schenken. Im letzten Urlaub hab ich das mal versucht, die dachten tatsächlich, ich wollte ein Konto eröffnen oder so was. Aber als ich Ihnen sagte ich wollte es ihnen schenken, haben sie es abgelehnt, weil sie nicht wüssten wie sie so etwas verbuchen sollten… inzwischen haben sie wohl zu dazu gelernt… es geht doch!

    Grüße

    vegaman

    • Lilly sagt:

      Dass EFSF-Gelder nur an Staaten gehen dürfen hatte ich bisher auch angenommen.

      Doch siehe da …

      „Neue Spielregeln beim Rettungsschirm

      Nach den Erfahrungen mit Irland und Portugal änderten die Regierungschefs der Euro-Zone deshalb im vergangenen Herbst teilweise die Spielregeln beim EFSF. Wohl auch mit Blick auf Spanien gibt es seitdem die Möglichkeit, ein spezielles Hilfsprogramm für Banken zu beantragen. Die Auflagen beziehen sich dann auch nur auf den Finanzsektor.“

      welt-online vom 6.6.2012

      http://www.welt.de/wirtschaft/article106428694/Spanien-fuerchtet-das-Stigma-des-Rettungsschirms.html

  9. Matthes sagt:

    Die EU wartet schon auf den Hilferuf, um endlich ihre Milliarden überweisen zu können. Da geht die EU zu leichtfertig mit den Rettungsgeldern um. Sie verteilt zu großzügig unsere Steuergelder. Sie biedert sich ja richtig an, um Geld zahlen zu dürfen. Denn Nachschub kann sie ja unbegrenzt aus Deutschland schöpfen. Zumindest bis Deutschland auch endgültig Pleite ist. Warum sucht man nicht nach anderen Lösungen? Und nimmt die Schuldenstaaten nicht mehr in Verantwortung? Die zahlenden Länder dürfen sich das von der EU nicht mehr gefallen lassen!

    • Observer sagt:

      „Die zahlenden Länder dürfen sich das von der EU nicht mehr gefallen lassen!“ Ach…., nein, dürfen sie nicht die Bösen? Naivität allerorten; mehr als widerlich!

  10. gast sagt:

    Betrachtet man diese Entscheidung logisch so wird jeder dafuer stimmen dem ein vereintes Europa egal ist. Portugal und Griechenland werden hier diskriminiert und zu Europa zweiter Klasse gestempelt. Diese erhalten ja Hilfe aus dem EFSF nur unter Zwangssparen. Warum also sollten diese also sparen wenn es offensichtlich auch ohne geht.