Sorge vor EU-Gipfel: Dax und Euro geben deutlich nach

Das offizielle Gesuch um ein Banken-Bailout und das bevorstehende Downgrade spanischer Banken sorgt für neue Aufregung am Anleihenmarkt. Aber auch das Erwarten keiner konkreten Beschlüsse beim EU-Gipfel lässt an den Finanzmärkten erneut Zweifel an einer Lösung der Schuldenkrise aufkommen.

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel ist wieder Unruhe an den Finanzmärkten eingekehrt. Besonders die Meldung, dass die Ratingagentur Moody’s am Montagabend nahezu alle spanischen Banken herabstufen wird, verunsichert die Anleger. Darüber hinaus scheint es beim EU-Gipfel, der am Donnerstag beginnen wird, wieder einmal zu keinen wirklich konkreten Beschlüssen oder Lösungen zu kommen. Die Vorschläge der vier EU-Präsidenten zur baldigen Bankenunion, einem gemeinsamen Schuldentilgungsfonds, einer direkten Finanzhilfe für Banken durch die Rettungsfonds und einer weiteren Abgabe der Souveränität an die EU sorgen bereits im Vorfeld für genügend Konfliktpotential.

Der Euro fiel am Montag auf ein 2-Wochen-Tief von 1,24713 Dollar, der Dax sank 129,63 Punkte auf 6,133.62 Punkte und der Spanische Ibex verlor zeitweise 2,4 Prozent. Aber auch der Stoxx Europe 600 Index, in dem 600 Unternehmen aus 18 europäischen Ländern zusammengefasst sind, rutschte 1,2 Prozent nach unten. Der Dax sank bis zum Mittag um 1,6 Prozent auf 6165 Punkte. Doch nicht nur in Europa ist die Unruhe der Anleger zu spüren. Kurz nach Eröffnung folgte der Dow Jones den europäischen Märkten und sank um 1,19 Prozent, der Nasdaq verlor 1,42 Prozent. Verluste gab es auch beim MCSCI World Index, der die Entwicklung von weltweiten Aktien wiederspiegelt und sehr schnell einen Prozent abrutschte.

Entsprechendes war am Anleihenmarkt zu sehen. Die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen stieg zwischenzeitlich erneut auf 6,6610 Prozent und nähert sich demnach wieder der 7-Prozent-Marke. Ebenso erging es den italienischen Anleihen gleicher Laufzeit. Hier stiegen die durchschnittlichen Zinssätze erstmals seit Januar auf 6,001 Prozent.  Beide Länder werden am Dienstag wieder versuchen, Schuldtitel am Anleihenmarkt zu emittieren. Spanien wird kurzfristige Bonds mit einer Laufzeit von 6 und drei Monaten ausgeben und Italien will langfristige Papiere verkaufen.

Kommentare

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  1. phil sagt:

    Wer immer noch an der Euro glaubt ist entweder ein Träumer oder hat wirklich jeden Beziehung zur Realität verloren. Der Crash kommt seht bald. Kaufe Silber so bald wie möglich, und rette was noch zu retten ist.

  2. kein sklave sagt:

    GREEK ELECTION: Athens Bar Association declares June 17th election null and void, suspects criminal activity
    SENSATION AS TOP GREEK LAWYERS’ BODY ACCUSES ELSTAT OF CRIMINAL DECEPTION
    ELSTAT ALREADY FOUND GUILTY OF MISLEADING BRUSSELS OVER GREEK DEBT

    http://hat4uk.wordpress.com/

    Man hat bei den letzten Wahlen wohl den Zensus aus 2001 anstatt aus 2011 zu Grunde gelegt. 2011 gab es aber in den Städten, welche hauptsächlich rot gewählt haben, mehr Einwohner als in 2001! ???Wahlbetrug????

  3. Sozialkritiker sagt:

    Natuerlich ist die Krise loesbar.

    Wer Pleite ist, muss pleite gehen koennen. Die Pleite jemanden anderen umzuhaengen, loest das Problem hingegen nicht.

    Die Menschen werden abgelenkt durch EURO 2012 und Olympia 2012, waehrend das Chaos seinen Lauf nimmt. Beide Veranstaltung und Wirtschaftskrise sind lediglich geschickt geplante Ereignisse um uns vor den wirklich wichtigen Dingen abzulenken.

    Aber die Wahrheit kommt ans (Sonnen-)Licht.

  4. Sophokles sagt:

    Die Hintergrundmächte sind schachmatt gesetzt und nun sehen wir ihre Marionetten regungslos in der Luft haengen. Die Show ist bald zu Ende!

  5. Stefan Wehmeier sagt:

    „Spanien wird kurzfristige Bonds mit einer Laufzeit von 6 und drei Monaten ausgeben…“

    Wozu leiht sich ein Staat Geld für drei bis sechs Monate? Um Schulden (bzw. offene Rechnungen) mit neuen Schulden zu „bezahlen“, aber garantiert nicht, um das Geld in irgendetwas Sinnvolles zu investieren.

    Die Handlungen der „hohen Politik“ werden immer kurzsichtiger und irrationaler, je näher wir dem endgültigen Zusammenbruch der Weltwirtschaft (globale Liquiditätsfalle) kommen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

    • FDominicus sagt:

      „Wozu leiht sich ein Staat Geld für drei bis sechs Monate? Um Schulden (bzw. offene Rechnungen) mit neuen Schulden zu “bezahlen”, aber garantiert nicht, um das Geld in irgendetwas Sinnvolles zu investieren.“

      Klar und das ist ja unglaublich sinnvoll. Loch aufgraben, Loch zuschütten. Und alles Arbeit für die Katz‘

  6. Target2 und Crash kommt herbei sagt:

    Seit Jahren: Gipfel über Gipfel, ein unübersehbares Alpenpanorama, vor lauter
    Gipfel und pausenloser hektischer Retterei hat keiner mehr irgendeinen Über-
    blick. Die Schuldenlokomotive beschleunigt weiter, Alle sind sie bereits pleite,
    möchten die Wahrheit aber weiter unter den EU-Teppich kehren, bis dieser im-
    mer größere Falten wirft.

  7. Lilly sagt:

    Dazu passt:

    Spaniens Maut-Autobahnen müssen gerettet werden!
    Artikel von heute …

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/private-betreiber-vor-insolvenz-spaniens-maut-autobahnen-muessen-gerettet-werden-11798834.html

    Noch ein Schirmchen unterm Schirm?

    • Knut34 sagt:

      Das sind Ergebnisse genau der Projekte, die nun mittels EIB und EUR 130 Wachstumsspritze forciert werden sollen.

      Mehr Infrastruktur ins Niemansland

    • 1984 sagt:

      diese privaten Maut-Autobahnen Betreiber in Spanien und Portugal
      sind die allerschlimmsten Abzocker die es gibt.

      Erst wird mit EU-Geldern gebaut – dann abgezockt über Firma hinter der wiederum eine andere Firma steht – da teils Regierungsmitglieder.

      Die armen Leute können die Maut ehh nicht mehr bezahlen – weshalb die Autobahnen ( wunderbar ) leer sind und nehmen die Landstrassen

      Aber ohne Autobahnen ist das Land wirtschaftlich nicht verbunden – das Hinterland bleibt auf der Strecke – Autobahnen sind zur wirtschaftlichen Entwicklung da und nicht zum abzocken !!!

      In Portugal gibt es neuerdings eine Autobahn mit elektronischer Maut – Touristen die ein Mietwagen haben müssen jeden 2-3 Tag auf der Post bezahlen – aber wenn sie wieder nach Hause fliegen ..wer bezahlt dann ???
      Dann erhalten sie irgendwann eine Nachricht dass ihre Kreditkarte mit 100Euro Strafgebühr belastet wurde !!!

      Viele haben der Regierung schon geschrieben und das reklamiert – auch die Touristen aus Spanien bleiben aus , die Wirtschaft in der Gegend leidet – aber es tut sich seit 2-3 Jahren nichts

  8. Michael sagt:

    Das hat nicht allzuviel mit den (selbstverschuldet) geschundenen Spaniern zu tun. Generell sind die Aussichten für Aktien und den €uro für längere Zeit nicht gerade rosig. Die Märkte werden von den Amis gemacht und die wissen ziemlich gut, warum sie das so machen. Man sollte es nicht glauben, aber es ist plausibel.

    Nebenbei kriegen die Ölpreise kräftig was mit und das sollte weder Amis noch uns pessimistisch stimmen. Wenn diese Unwerte auf ihr Ausgangsniveau runtergeprügelt wurden, werde ich, egal, wo die Aktien stehen, sehr optimistisch werden. Vorher leider nicht und bis dahin ist noch ziemlich viel Raum.

  9. http://queen-an.blogspot.co.at/ sagt:

    Wie lange dauert das ganze Spiel den jetzt noch? OH mei oh mei….schnauf.

  10. DCWorld sagt:

    Die Zeit für Aktien ist vorbei:

    Zur Nachmittagszeit notieren alle DAX-Aktien im roten Bereich. Es gibt keinen einzigen Gewinner. Der DAX ist fast zwei Prozent im Minus. Die Gründe sind auch gleich zur Hand. So hört man vom Parkett, die Schuldenkrise sei unlösbar, die Politik habe bisher versagt und von dem kommenden EU-Gipfel sei nichts zu erwarten. Das sind gute Gründe Aktien zu verkaufen, was die Anleger auch zu Hauf tun. Die Zeit für Aktien scheint vorbei zu sein.

    Quelle: http://www.start-trading.de/blog/2012/06/25/boerse-ist-die-zeit-fuer-aktien-vorbei/

    • Michael sagt:

      Es gibt keinen Grund Aktien zu kaufen. Verluste bei geringen Umsätzen bedeuten weitere Verluste.

      Bisher ist jedenfalls nicht ein einziges Signal für längerfristig orientierte Anleger zu erkennen, das zum Aktienkauf einladen würde. Dieses Signal wäre erst ein sell off, eine richtige Panik. Es sieht nicht danach aus, als ob die noch dieses Jahr käme. Da muß man schon abwarten können. Um DAX 4000 würde ich mit dem Einstieg beginnen. 🙁 MDAX in der Nähe der Allzeithochs nicht übersehen ! DOW im Prinzip um 12500 alles andere, aber nicht schwach, ganz im Gegensatz zur Wirtschaft, ohne, dass man beide positiv oder negativ korellieren dürfte.

      Die Geldschleusen sind geöffnet, aber nur für Finanzkonzerne, die für Nullzinskredite Staatsanleihen kaufen sollen. Was stört mich daran ? VIELES ! Es nutzt nämlich niemandem, wenn sich der „Staat“ wie blöde verschuldet, auf lange Sicht schon überhaupt nicht.

    • Juergen Kunz sagt:

      Die Schlussfolgerung halte ich für unsinnig.
      Das Gegenteil ist der Fall! Wenn der Euro in der Währungsreform entwertet wird, bleibt die Aktie die Anlageklasse der Wahl.
      Sonst gibt es keine einzige Alternative; Gold ist dumm und hochriskant und Immobilien werden in einem Land ohne Nachwuchs nur zu fallenden Mieten zu vermieten sein.
      Das schliesst Kursrückgänge auf Dax 5000 und tiefer nicht aus: dann sofort nachkaufen. Ich sehe keine andere Alternative.

      • nicht von Bedeutung sagt:

        Ihr Kommentar klingt schlüssig, wenn man davon ausgeht, dass das jetzige Wirtschaftssystem bestand haben wird. Dies blendet jedoch aus, dass der gesamte „Westen“ Jahrhunderte lang Resourcen der gesamten Welt konsumiert hat und bei der Beschaffung nicht zimperlich war. Kurz: unser Reichtum war schon immer auf der Armut großer Teile der Welt gegründet (und damit einhergehend Schutzlosigkeit, Fehlen funktionierender staatlicher Strukturen).
        IMF und Weltbank waren Mittel. diese Vorherrschaft zu sichern, jedoch trägt ein Fiat-Geldsystem immer den eigenen Kollaps in sich. Der Plan der Bankster (Rockefeller, Rothschild, Fed,…) war, USA und NATO dazu zu benutzen, die Kontrolle über den gesamten Ölhandel (Stichwort Petrodollar) zu gewinnen, um so die politisch-wirtschaftliche Vorherrschaft zu sichern.
        Das ist gescheitert, Indien und China kaufen dem Iran weiterhin Öl ab und auch militärisch ist nicht mehr viel zu holen für NATO und Co.
        Wozu Aktien in Zeiten von Überkapazitäten und Marktsättigung?
        Haben Sie mehr Geld als Sie verkonsumieren können?
        Wenn nein, ich würde eher das tun…