EU-Gipfel: Sieg der Südstaaten ist Pyrrhus-Sieg für Europa

Der Jubel der Italiener und Spanier über ihren Erfolg auf dem EU-Gipfel ist verständlich. Sie haben Angela Merkel praktisch auf ganzer Linie besiegt. Auf lange Sicht reicht ein politischer Erfolg jedoch nicht. Denn ohne grundsätzliche Lösung des Schuldenproblems rutscht Europa nur tiefer in die Krise.

Aktuell: Merkel gibt nach, Italien und Spanien erzwingen Schulden-Union

Am Morgen nach der langen Nacht der Messer der EU-Beratungen sah Brüssel einen strahlenen Mario Monti und eine ziemlich zerknitterte Angela Merkel. Wie schon bei Fußballspiel am Abend zuvor gingen die Italiener auch in Brüssel als Sieger vom Platz (hier). Und wie beim Fußball gewannen die Italiener den Gipfel vor allem, weil sie abgezockter spielten.

Für Monti und seinen spanischen Kollegen Mariano Rajoy ist der Erfolg wichtig: Er verschafft beiden Luft zum Atmen. Sie können mit dem guten Gefühl nach Hause fahren, einen Teil ihrer Schuldenprobleme auf Deutschland abgewälzt zu haben. In Rom und Madrid kann das Gipfel-Ergebnis als politischer Erfolg verkauft werden. Die unter Druck geratenen Regierungschefs haben sich Erleichterung verschafft.

Die Reaktion der Märkte war verhalten positiv: Der Euro sah sich gegenüber dem Dollar gestärkt, die Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen sanken sichbar, wenngleich nicht dramatisch.

Diese Marktreaktion darf nicht überbewertert werden. Die meisten Volumina machen die vollautomatisierten Hochgeschwindigkeitshändler, die die als positiv verkauften Nachrichten vom Gipfel für einen schnellen Gewinn vor dem Wochenende nutzen werden.

Denn nachhaltig ist dieser Erfolg nicht: Der ESM – wiewohl undemokratisch und daher aus Sicht derer, die an ihm verdienen, effizient – kann Italien und Spanien nicht finanzieren. Vor allem aber wird die Möglichkeit, sich direkt aus dem Gemeinschaftstopf zu finanzieren, dazu führen, dass Italien und Spanien ihre Reformbemühungen drastisch reduzieren werden. Monti hat ohnehin noch gar nichts Zählbares vorzuweisen, weshalb er der Haupttreiber bei der Instrumentalisierung des ESM war. Rajoy dagegen kann nicht viel machen, weil er jede Reform mit den im Grunde reformunwilligen Regionen abstimmen muss. Die werden ihn in den kommenden Monaten natürlich auffordern, Geld aus dem ESM zu beschaffen.

Damit dürfte sich die Spirale beschleunigen: Mehr Schulden und weniger Sparen führen zu einer Vertiefung der Krise. Über den ESM wird Deutschland nun direkt in den Strudel gezogen. Immerhin muss man sagen, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble immer genau dafür gewesen ist, weil er sich als letzter Erbe von Helmut Kohl sieht, als der Hüter der Idee von einem Zentraleuropa, in dem die Nationalstaaten an Bedeutung verlieren.

Der politische Tagessieg wird seinen Glanz spätestens dann verlieren, wenn es um die Frage geht, wie der ESM denn nun wirklich funktioniert. Bleibt die Subordination (also die Besserstellung der offiziellen Gläubiger im Rang) für private Gläubiger bestehen, dann werden die Investoren weiter aussteigen. Dann aber muss der ESM immer mehr Geld in die Staaten pumpen, die seine Hilfe brauchen. Die Droge wird jedoch bald zur Neige gehen: Denn die nun vorhandenen 700 Milliarden Euro reichen bei weitem nicht, um alle notleidenden Euro-Staaten zu finanzieren.

Fällt die Subordination dagegen, dann muß der ESM im Grunde mit allen Staaten neu verhandelt werden. Denn dann steigt das ohnehin große Risiko, dass sich die deutschen Steuergelder in Luft auflösen, noch einmal erheblich. Es ist schwer vorstellbar, dass die in Brüssel bereits diskutierte Änderung des ESM (hier) ohne neuen parlamentarischen Prozess quasi im Hinterzimmer vollzogen werden kann. Wie lange das alles dauert, weiß kein Mensch. Erste Analysten warnen bereits davor, dass der Gipfel nur ein Schritt auf einem kilometerlangen Marsch ist.

Bald schon wird sich nämlich zeigen: Die Euro-Mischung bleibt brisant. Weniger Sparen, mehr Schulden, rechtliche Unsicherheiten – so löst man kein Problem, sondern schafft jede Menge neue. Sobald die Märkte zu denken beginnen werden und der Siegesrausch verflogen ist, wird sich Europa genau dort finden, wo es heute steht: Am Scheideweg. Der Unterschied zu heute: Es gibt noch mehr Druck und noch weniger Optionen. Aus historischer Sicht wird die Einigung von Brüssel als klassischer Pyrrhus-Sieg für Europa eingeordnet werden.

Kommentare

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  1. Swen sagt:

    M.E erfüllen die Zusagen den Tatbestand des Hochver..s…Die deutschen Bürger werden zu Europas Zahl-Affen degradiert. Mal schauen, wie lange es dauert, bis es dem deutschen Michel reicht, verarscht zu werden und es zu einem Bürgerkrieg kommt….

    • Sylvia sagt:

      Warum Bürgerkrieg? Es dürfte genügen, wenn die wahren Leistungserbringer ihren extrem steuerpflichtigen und so immer höher belasteten Arbeitseinsatz deutlich zurück fahren oder ganz einstellen? Was bleibt einem denn von der Arbeit, der eigenen Leistung, auch noch? Wo nix geleistet / hergestellt wird, ist auch nix (mehr) zu holen.

      Ich würde doch sehr hoffen, dass Kriege Bürger gegen Bürger zu vermeiden sind! Die Fronten verlaufen m. M. ganz woanders. Auch nicht etwa gegen das griechische, spanische oder italienische Volk.

      Der Euro ist NICHT Europa und vertritt auch NICHT die Interessen dessen Bevölkerungen – egal in welchem Land!

  2. BernddasBrot sagt:

    Bleibt auch die Frage, wie die anderen Staaten, wie die Niederlande und Finnland das sehen. Es würde mich interessieren, ob die bei dem „Treffen“ gegen Deutschland dabei waren. Auch interessiert mich mehr und mehr, wer Merkel wirklich ist. Sie spielt hier im Inland ihre Show, der harten Kanzlerin und letztendlich, kommt das ganze Gegenteil dabei heraus. Stark ist sie nur, so lange die Medien, sie hoch jubeln und völlig realitätsfremde Aussagen treffen: „Die mächtigste Frau der Welt“. Was wäre diese Frau ohne Deutschland? Ohne das Kasperltheater im Bundestag und ohne Bundestagsabgeordnete, die so leichtfertig sind, das sie ihr alles glauben. Ob Regierungsbänkler oder Opposition, sie nehmen von Mamma Merkel, das Vorgedachte auf und fressen dies, völlig kritiklos, in sich hinein. So, wohl vorprogrammiert, kann Merkel mit dem Bundestag das machen, was sie will. Und das zeigt, das unter den Bundestagsabgeordneten, eine Menge Fehlgriffe sind, die dort nicht hingehören. Keiner will Verantwortung tragen, sondern nur mit- tragen. Geteilt durch die grosse Masse, ist das Verantwortungsbewußtsein nicht mehr so als Last zu sehen. Man kann sie ablegen, denn es ist alles für einen höheren Zweck, für Europa.
    Ein Europa, das Deutschland zerstören wird.

    • G.N. sagt:

      sehr gut gesagt.

    • guantanamera sagt:

      Eine der treffendsten und intelligentesten Analysen unseres politischen Kasperletheaters. Fehlt nur der „tragende“ Einfluss der Lobbyverbände.

      Dennoch Danke dafür.

  3. Buerger67 sagt:

    Schönes Futter für Karlsruhe!

    Da es völlig klar ist, das wir als deutsche Bürger nicht für das Kreditrisiko ausländischer Banken haften müssen, ist der ESM mit diesem Gipfelbeschluss in ein paar wenigen Wochen Geschichte!

    Denn es gibt dafür keine Rechtsgrundlage in unserem GG, liebe Politiker der „Hartz IV-Parteien“, oder wo sollte sie stehen?

    Ohne D. tritt der ESM jedoch nicht in Kraft, weil die 90 Prozent nicht erreicht werden!

    Die „rote Linie“ ist in Karlsruhe nun endgültig überschritten!

    „Es ist schwer vorstellbar, dass die in Brüssel bereits diskutierte Änderung des ESM (hier) ohne neuen parlamentarischen Prozess quasi im Hinterzimmer vollzogen werden kann.“

    Zitat aus der Pressemeldung des BVerfG vom 19.06.2009:

    1. „..Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Bundesregierung den Deutschen Bundestag sowohl im Hinblick auf den Europäischen Stabilitätsmechanismus als auch hinsichtlich der Vereinbarung des Euro-Plus-Paktes in seinen Unterrichtungsrechten aus Art. 23 Abs. 2 Satz 2 GG verletzt hat“

    und

    2. „..Dass der Europäische Stabilitätsmechanismus im Wege eines gesonderten völkerrechtlichen Vertrags außerhalb der bisherigen Struktur des Unionsrechts etabliert werden soll, stellt seine Zuordnung zu dem in den Verträgen über die Europäische Union und über die Arbeitsweise der Europäischen Union niedergelegten Integrationsprogramm nicht in Frage. Aufgrund der Verflechtung mit supranationalen Elementen besitzt der Europäische Stabilitätsmechanismus eine hybride Natur, die ihn zu einer Angelegenheit der Europäischen Union macht..“

    Das gilt für das Ergebnis des Gipfels umso mehr, da offensichlich die Regierungsfraktion noch am Mittwoch das Gegenteil gesagt haben soll (siehe öffentliche Aussage von Carsten Schneider, SPD). Karlsruhe wird das sicherlich alles genau protokollieren. 🙂

    • dogbert sagt:

      Schön wär’s, allein – mir fehlt der Glaube! Es wird eine Rüge erteilt und das war’s.
      Wenn das BVerfG zu sehr zickt, dann ist es das nächste auf der Abschußliste. Oder wird einfach ignoriert, weil der EUGH höher steht, oder so. Irgendwas wird ihnen schon einfallen. Klammert Euch nicht an einen Strohhalm!

      • Andi sagt:

        Das BVG wird nichts machen, weil es de jure nicht mehr zuständig ist.
        Der Vertrag von Lissabon gilt und gegen den kann das BVG gar nichts machen.
        Schon vergessen, was wir unterschrieben haben?
        Lissabon befründet einen Bundesstaat und in der 27. Erklärung (siehe ebenda) haben alle unterzeichneten Staatschefs zugestimmt, daß dem EU-Recht absoluter Vorrang vor dem Recht der Mitgliedsstaaten zukommt.
        Die feilen Lakaien und politisch eingesetzten „Richter“ des BVG können machen, was sie wollen, es ist völlig irrelevant. Seit 1.12.2009 gilt der Vertrag von Lissabon und damit nur mehr EU-Recht.

  4. tomtailor sagt:

    Liebe Deutsche!

    Gerne möchte ich Euch gratulieren, dass Euch Eure liebe Bundeskanzlerin so derart verkauft hat, dass Ihr in Zukunft nicht nur für andere arbeiten gehen werdet, sondern vor allem für die Banken und Hedgefonds!

    Möchte gerne wissen, wie Viele derzeit am Boden liegen und über die Dummheit lachen, dass ihr nunmehr restlos für die Schulden, die Misswirtschaft und die Arroganz anderer Staaten bezahlen müsst.

    Andererseits seid Ihr zu bedauern, dass Ihr das überhaupt mit Euch machen lässt.

    Euer
    tomtailor

    • Korsar sagt:

      Lieber Tom Tailor, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Aber, mir ist das Lachen völlig vergangen. Es ist eine „Nichtmillitärische Niederlage“. Mit zukünftigen jahrzehntelangen Auswirkungen auf alle zukünftigen Haushalte, auf die Politik in Deutschland als Ganzes. Nur, ich würde nicht zu früh lachen. Jetzt einmal ungeachtet, der Vorgänge in Karlsruhe, hat der Kotau von Merkel, gegenüber den bekannten Staaten. auch Auswirkungen, auf die Wirtschaft, aller anderen Staaten. Unser Geld geht an Soros und Banditen, ja aber, wenn es weg ist, ist es weg. Und so, wird die Union bald ganz alt aussehen. Ohne Geld, kann niemand mehr kaufen, und auch keine reellen Hilfen mehr vornehmen. Auch unsere Bevölkerung verliert an Kaufkraft, somit werden weniger EU- Importe gekauft. Und last not least, die Inflation, die uns das Leben noch unerträglicher machen wird. Also, die gesamte EU, wird die Auswirkungen des Kaufkraftmangels zu spüren bekommen.

      • Clasine sagt:

        @Korsar. Genauso ist es. Der Sieg war kein Sieg. Er wird ein Bumerang sein. Monti hat eine Sec. gerettet . . . . Mehr nicht. Dasselbe trifft auf Spa zu. An der Realität des Nicht Mithalten Könnens in der Währungsunion hat sich gar nichts geändert. Und das werden die beiden Herren Monti und der Spanier, wie heisst der man noch, sehr bald merken. Wir auch . . . an erhöhten Preisen, an Zusatzsteuern bei Vermlgenden und Immobilien-besitzern. Besonders bei den Luxuswohnungskäufern. Sie sind alle in die Falle gelaufen.
        Man kann nur hoffen, dass der Vertrag mit den drei Buchstaben nicht unterschrieben wird, auch wenn wir Herrn Gauck dafür als Geisel nehmen müssen. Das meine ich natürlich nicht wörtlich, sondern der Idee nach. Leute, holt das Gald vom Konto und . . . . . verlebt es !!!!
        Clasine

  5. Lilly sagt:

    Sehr guter, in der Tiefe nachvollziehbarer Artikel. Danke.

    Insbesondere fiel mir auf, Zitat:
    „Die Droge wird jedoch bald zur Neige gehen: Denn die nun vorhandenen 700 Milliarden Euro reichen bei weitem nicht, um alle notleidenden Euro-Staaten zu finanzieren.“

    Das sehe ich ebenso. Habe es nicht mehr so genau auf dem Schirm, für wieviele hunderte Milliarden € Staatsanleihen allein v. Spanien u. Italien – im Frühjahr – von der EZB aufgekauft wurde, bis von der EZB ein Schlussstrich gezogen wurde, sie die Aufkäufte stoppte und ganze Chose an die Politik weitergab, frei nach dem Motto: wird sind jetzt BadBank genug, macht ihr da mal weiter. Uns reichts.

    Auch habe ich nicht mehr auf dem Schirm, für wieviele hunderte Milliarden € die LTRO-Gelder (was ja ein separates Ding ist; Aussreichung im Dez. 2011 und Februar 2012 in Höhe von etwa 1 Billion €, worüber DMN ebenfalls berichtete) die spanische und italienische Banken in Anspruch nehmen konnten zum bekannten Zinssatz von 1%, um jeweils eigene Staatsanleihen zu erwerben bzw. auf Druck der Politik erwerben mussten. Eigentlich müsste man beinahe Tagebuch führen, um die Milliardensummen im Überblick zu behalten.

    Was ich sagen will, wenn allein in den vergangenen Monaten hunderte Milliarden € der „Krisenstaaten“ (hier nur SP u. IT) auf dem einen oder anderen Weg „abgelöscht“ wurden, so ist der Blick in die Zukunft schon einigermaßen erkennbar. Die „Rettungsschirme“ – welch ein gruseliger Euphemismus – werden nicht reichen. Da aber der ESM nach oben nicht gedeckelt wird, geht es wohl munter weiter.
    Die direkte Bankenrettung – ohne Auflagen; nur „Prüfung2 – noch gar nicht mit eingerechnet.

    Noch ein Zitat aus dem Artikel: „Fällt die Subordination dagegen, dann muß der ESM im Grunde mit allen Staaten neu verhandelt werden. Denn dann steigt das ohnehin große Risiko, dass sich die deutschen Steuergelder in Luft auflösen, noch einmal erheblich. Es ist schwer vorstellbar, dass die in Brüssel bereits diskutierte Änderung des ESM (hier) ohne neuen parlamentarischen Prozess quasi im Hinterzimmer vollzogen werden kann. “

    Hier habe ich den Eindruck, dass man jedweden Appendix anhängen kann. So ähnlich hatte ich Däubler-Gmelin kürzlich bei Phoenix vernommen, wenn auch in anderem Zusammenhang.

    P.S.: Ging beim ESFS ja auch, z.B. der Zusatz, dass mit deren Geldern/Bürgschaften/Krediten Staatsanleihen aufgekauft werden können. Mit ESFS und/oder ESM geht beides: auf Primär- wie Sekundärmarkt.

    P.S. 2: Es reicht nur ein Passus irgendwo zwischendrin, den die Abgeordneten gnädig überlesen werden oder überlesen haben. … Alle Bundestagsabgeordnete werden heute zustimmen, außer Frank Schäffler, Bosbach & ein paar wenige andere. Vorher gibts noch eine kleine Meckerstunde mit wohlfeilen Worten zur Gesichtswahrung, und dann geht’s problemlos durch Bundestag und Bundesrat.

  6. Albert Albern sagt:

    Ja, es handelt sich keineswegs nur um Finanzkrise, die zu einer Wirtschaftskrise führen wird, es handelt sich von allem um eine POLITISCHE KRISE, die nicht nur zu einer Wirtschaftskrise führen wird.

    Die Politiker wissen bereits, dass sie zusammen mit ihren Ratgebern längst verloren haben. Sie merken es auch daran, dass die Ratgeber immer weniger werden.

    Niemand will sich die Finger verbrennen – WEIL ES BRENNT!

    Ausführliche Betrachtung zur Problematik:
    http://www.theintelligence.de/index.php/politik/eu-europaeische-union/2906-fuehrt-der-bankrott-des-euro-zu-einem-neuen-wirtschaftlichen-faschismus.html

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    „Weniger Sparen, mehr Schulden, rechtliche Unsicherheiten – so löst man kein Problem, sondern schafft jede Menge neue.“

    Der „liberale“ Denkfehler besteht in der Annahme, die Staaten könnten, wenn sie nur wollten, weniger Schulden machen. Das ist aber unmöglich, solange die Geldvermögen, die sich bei nur wenigen Prozent der Bevölkerung konzentrieren, durch Zins und Zinseszins anwachsen und damit auf der Kehrseite der Medaille eine ebenso exponentiell steigende Verschuldung von Mittelstand und Staat erzwingen.

    Der „soziale“ Denkfehler geht davon aus, dass durch staatliche Investitionen ein „selbsttragender Aufschwung“ herbeigeführt werden könnte, der es dann erlaubt, den Schuldenberg mit höheren Steuereinnahmen wieder abzutragen. Das ist ebenfalls unmöglich, denn wenn überhaupt staatliche Investitionen und Subventionen nötig werden, um den Geldkreislauf zu schließen, ist die allgemeine Sachkapitalsättigung bereits soweit fortgeschritten, dass aufgrund der Rentabilitätshürde des Urzinses neue rentable Sachkapitalien – und damit bezahlbare Arbeitsplätze – nur noch auf Kosten des Steuerzahlers geschaffen werden können, während die unverdienten Kapitaleinkommen auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Zinsen, Renditen und private Bodenrenten) weiterhin exponentiell ansteigen, bis sich die ganze Volkswirtschaft selbst zerstört (Liquiditätsfalle).

    Seitdem der Krieg – zur umfassenden Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – aufgrund der atomaren Abschreckung nicht länger der Vater aller Dinge sein kann, ist die gegenwärtige Krise nur noch durch die Beseitigung der Rentabilitätshürde des Urzinses zu überwinden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/10/vollinvestition.html

  8. B. B. sagt:

    MERKEL HAT UNS HEUTE NACHT EISKALT VERKAUFT !!!

    Auf You Tube gibt es ein Video von Dirk Müller zum Krisengipfel !
    Direkt so eingeben .

  9. jay twelve sagt:

    Mich wundert, dass die Deutschen sich nie dagegen wehren, dass nach dem Freitag Samstag, Sonntag und Montag folgen, aber eine extrem erpressbare Kanzlerin Merkel, die mehr Dreck am stecken angehäuft hat als Al Capone, leichtgläubig zutrauen, mit Lucky Luciano-Monti und Don Corleone-Rajoy zu verhandeln, die Interessen der Deutschen standhaft zu vertreten?

    Ja lieber Deutschen, reich oder arm, klug oder bekloppt, dass dürfte wohl jedem eindeutig klar sein, dass eine Kanzlerin, die so erpressbar ist, als standhafte Vertreterin der Nation kein Pfifferling wert ist.

    Diese Frau ist so erbärmlich erpressbar, das sie nach dem Gipfeltreffen an Rednerpult verkündet, obwohl sie bei der Verhandlung ihre eigene Sch.. vertilgt hat: “ Ach ja, die Wurst hat doch gut geschmeckt, wir haben wichtige Entscheidungen getroffen.“

    Entweder die Deutschen stehen auf und räumen die Erpressbaren aus den Ämter, oder ihr werdet alle alsbald Eure eigene Dinnsch… Löffeln müssen.

    So weit ist es gekommen.

    • BernddasBrot sagt:

      Es haben sich ja auch nur ganz wenige mit ihr befasst. Wer schreibt denn über die Westbesuche, während ihrer Zeit in der DDR? Nur ganz wenige Blätter, die man aber allenfalls unter der Ladentheke erhält. Ich frage mich längst, für wen arbeitet sie? Doch nicht für uns.

    • Elli Pirelli sagt:

      jay twelve
      anhand 98 % der Kommentare hier ist festzustellen, dass die tieferen (wirklichen) Ursachen, und die lang angelegten Pläne nicht beachtet werden, weil “politisch nicht korrekt”, oder das Interesse an wirklichen Geschichte fehlt.
      Möglicherweise werden aufklärende Comments auch deshalb nicht freigeschaltet, weil JEDE – auch die sich noch so freiheitlich gebende – Presse den gleichen Herren dient. Und wer will sich leblos, z. B. in einer Badewanne, wiederfinden? Einmal festgefahren in einem ferngesteuerten Job, gibts wohl keine Alternativen mehr…!?

      Dennoch gibts viele Blogs oder Seiten, wo JEDER sich schlau machen kann – bei Interesse. Wer will schon wissen, wer WKI + WKII wirklich, und aus welchen Gründen angezettelt hat? Das waren doch Marksteine auf dem Weg in die NWO! Wer von Woche zu Woche, oder von Monat zu Monat, oder von Jahr zu Jahr plant, kann sich vermutlich nicht vorstellen, dass es einen gewissen Schlag gibt, der über mehrere Generationen und Jahrhunderte plant.

      Jedenfalls ist es äußerst nervenaufreibend und energieraubend, den Leuten die Augen öffnen zu wollen – um nicht zu sagen, aussichtslos. Die ältere Generation (65 J. +) weiß sehr wohl Bescheid, redet aber nicht darüber, weil sie müde sind und wissen, dass es aussichtslos ist.
      Die gelungene Umerziehung a lá Sefton Delmer & Co. (Frankfurter Schule, Tavistock Institut u. a.) trägt überreife Früchte!

      So wird denn kommen, was kommen muss – wenn die manipulierte Mehrheit der Deutschen nicht wie durch ein Wunder wach wird.
      Alle, die als Deutsche (“Behörden” ….) die Lügen, das Ausplündern und andere Verbrechen gegen ihre eigenen Leute mit unterstützt haben, dürfen wahrlich stolz auf sich sein! Chapeau.

      • Richard sagt:

        Naja, schaut man sich an, wo die Deutschen technologisch wie wirtschaftlich heute stehen, wird allzu klar, welch Potential in diesem Volk liegt.

        Zweimal besiegt, ihre Städte eingeäschert, ihr Land, ihre Maschinen, ihre Bodenschätze, ihre Patente gestohlen, ja sogar ihre Ingenieure wie von Braun entführt – stehen sie kurz darauf wieder an der technologischen Weltspitze.

        Das ist für die anderen Völker einfach zuviel. Überdurchschnittliches Talent sieht sich immer überdurchschnittlichem Neid und Mißgunst des Mittelmaßes gegenüber, bei den Deutschen ist es extrem.

        Die Technologie-Faziniertheit der Deutschen wird für die anderen Völker nie zu ertragen sein. Abel ist einfach zu gut.

      • Korsar sagt:

        „Dennoch gibts viele Blogs oder Seiten, wo JEDER sich schlau machen kann – bei Interesse. Wer will schon wissen, wer WKI + WKII wirklich, und aus welchen Gründen angezettelt hat? Das waren doch Marksteine auf dem Weg in die NWO! Wer von Woche zu Woche, oder von Monat zu Monat, oder von Jahr zu Jahr plant, kann sich vermutlich nicht vorstellen, dass es einen gewissen Schlag gibt, der über mehrere Generationen und Jahrhunderte plant“.

        Man kann das gut mit dem geduldigen Wartevermögen von Rohstoffabbauenden Unternehmen vergleichen. Diese planen ihren Abbau über Jahrzehnte hinweg. Da ist der zukünftige erbe des Grundes, noch nicht einmal geboren, wird angefangen zu planen, und zu spekulieren. Das sind Unternehmen, da erntet einer im Unternehmen, die Früchte seines Vorgängers. Oder auch nicht, je nachdem wie raffiniert geplant wurde.

    • Freiheit sagt:

      Jay, ich hatte dich für aufgeklärter gehalten.
      Das Ganze war nur ein Schauspiel fürs Volk; das Ergebnis wurde lange davor verabredet; aber man muß ja den Schein wahren.

      • jay twelve sagt:

        Freiheit, wir leben auf diesem wunderschönen Planeten, jedoch in eine total verrückte Welt.
        Niemand ist permanent up to date, noch ausreichend aufgeklärt.

        Nein, das war kein Schauspiel für das Volk, Fußball WM war es schon.

        Den EU-Fürsten ist es bitter ernst, die US-Banksters und die Crown of London, haben die EU-Banken und die Staatsapparate in eine Jahrhundert Falle gelockt und mächtig abgezockt.
        Hierbei wurden unvorstellbare Geldsummen und Immo-Werte vernichtet.
        Aus Bosheit oder im Rausch der Nullen, ein Wahnsinn ohne rationellen Grund.
        Man nennt es auch die schwarze Pest der Finanzen.

        Wir sind Mitte drin in einem verdeckten Krieg, bei dem es nur kurzzeitig Punktsiege geben kann, am Ende jedoch alle Verlierer sind.

        Das ESM ist eine rein strategische Waffe, ein Merkel & Co. V3 mit Konfetti. Ein Strohfeuer das die Märkte blendet, eine kurze Atempause verspricht, von der man sich etwas erhofft und niemand weiß ob es jemals kommt.

        Obwohl sehr viele so gut wie pleite sind, dem Zockerinstikt gehorchen sie alle blind.
        Am Montag erlebst Du Dein Wunder, wie schnell die Kurven der Börsen nach oben eilen. Die Werte werden ein paar Tage im Hoch verweilen, dann schlagen die EU-Banken zu. Sie planen und hoffen die Investoren zu locken, wertloses zu Kaufen, dann auf ein Schlag zu verkaufen, Gewinn absahnen und bei Tief wieder kaufen.

        Auf diese Weise, auf und ab des Achterbahns, erhoffen sich die EU-Banken das Geld zurück zu gewinnen, das man ihnen auf der gleicher Weise vorher abgezockt hatte.

        Schmach dem der auf ESM vertraut.

    • Clasine sagt:

      @jay twelve. Die einen halten ihr Vermögen als absolut sicher, insbesondere Immobilien, noch mehr insbesondere LuxusImmobilien, Geld ist woanders. Die anderen haben sowieso nichts zu verlieren. Also, was solls. Es wird auf der einen Seite zu erhöhten Steuern kommen. Die Immo-Luxus-Käufer sind alle in die Falle gelaufen. Vielleicht kommt ja durch diesen Unsinn wieder die Normalität. Wer weiss.
      Der ESM wird m.E. nicht halten. Kann er ja auch gar nicht. Wie denn ? Und mit welchem Geld ? Der Vertrag ist eine Luftblase.
      Clasine

      • jay twelve sagt:

        Clasine, im Prinzip hast Du Recht.
        Und doch, es gibt sehr viel Geld das gehortet wurde, weil es keine „sichere“ Investition gab.
        Merke Dir, Brachgeld hat kein Wert, es seidenn es wird mit Gewinn angelegt oder in Projekte investiert.

        Genau darauf spekulieren die EU-Fürsten, dass die Investoren die Hundewurst ESM anbeißen.
        Ist das Geld einmal in ein Schneeball System investiert, erwarten die Ersten, dass die Neulingen für Nachschub sorgen.

        Ein Trugschluss wie man weiß, den Zockern macht es trotzdem viel Spaß.

  10. Raus aus Deutschland sagt:

    Zinsen für Deutschland sind heute um 31% gestiegen.
    Zinsen für Spanien, Italien um 11% gesunken.

    Quelle:
    http://pigbonds.info/

    Wie ich seit drei Jahren bereits schreibe, am Schluss sind alle pleite,
    die Macht ist auf Brüssel übergegangen und dann kommt ein Neustart
    mit einer Währungsreform.

    Eigentlich sehr einfach zu verstehen.

    Gut, wer sich darauf persönlich einstellt. Denn die Leute werden davon
    sogar noch profitieren.
    Die Schlafschafe werden natürlich weiter schlafen.

    Wer in der Demokratie schläft wird in der Diktatur aufwachen.

    Freundliche Grüße aus Kambodscha
    David

    • Lilly sagt:

      „Zinsen für Deutschland sind heute um 31% gestiegen.
      Zinsen für Spanien, Italien um 11% gesunken.“

      Also SOOO schnell gehts nun auch nicht…

      http://de.wikipedia.org/wiki/Prozentpunkt

      Es sind jeweils BASISPUNKTE. Also 31 bzw. 11 Basispunkte.

      100 Basispunkte sind 1%, also entsprechend 0,31 % gestiegene Zinsen f. Deutschland bzw. 0,11 % gesunkene Zinsen für Spanien und Italien bei 10-jährigen Staatsanleihen.

      Hält an den Märkten nicht lange vor:

      Vor fünf Stunden, z.B. Italienische Staatsanleihen 10 Jahre – 5,80%
      Vor einer Stunde, Italienische Staatsanleihen 10 Jahre 5,99 %
      Spanische Staatsanleihen 10 Jahre 6,62 %.

      Die lange Nacht der Messer in Brüssel hat voraussichtlich nix gebracht.

      Quintessenz: da in Zukunft ESM oder/und ESFS diese Staatsanleihen aufkaufen dürfen/müssen, zahlen wir, unsere Kinder und Enkelkinder und die der anderen, solventen €-Mitgliedsländer.

      • Elli Pirelli sagt:

        Normalerweise müßten es 33 (!) % und 11 % sein.
        Bestimmte Zahlenkombinationen sind der Fahrplan der Kaballa.

    • lionheart sagt:

      so siehts aus. ein wunder, wenn es anders kommen würde