2,7 Prozent: Inflation in der Eurozone steigt überraschend

Die jährliche Inflationsrate ist im Euroraum im September trotz Rezession auf nun mehr 2,7 Prozent angestiegen. Besonders bei den Energie- und Nahrungsmittelpreisen kam es zu einer stärkeren Inflation.

Im Euroraum haben die Verbraucherpreise im September unerwartet zugenommen. Trotz Rezession kletterte die jährliche Inflationsrate von 2,6 im August auf 2,7 Prozent, so die europäische Statistikbehörde Eurostat. Ökonomen hatten hingegen erwartet, dass die Inflationsrate auf 2,4 Prozent fallen würde.

Seit nun mehr fast zwei Jahren liegt die Infationsrate damit bei den von der EZB als Ziel angepeilten 2 Prozent. Die Energiepreise wuchsen im September von 8,9 auf 9,2 Prozent, Die Kosten für Industriegüter ohne Energie und Dienstleistungen stiegen um 0,8 und 2 Prozent.

Nun dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ein Problem bekommen: Denn die 2,7 Prozent sind deutlich mehr, als der von der EZB angegebene Korridor erlaubt. Eigentlich müsste sich die EZB nun mit dem Gelddrucken zurückhalten, was die Märkte nicht freuen wird. Beobachter rechnen jedenfalls damit, dass der Basiszinssatz vor diesem Hintergrund in der kommenden Woche nicht gesenkt werden dürfte.

Kommentare

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  1. Freiberufler sagt:

    „Überraschend“ ist wohl das Unwort der Krise.

    • Schwarzkäppchen sagt:

      Mindestens genauso wie „alternativlos“!

      Ist beides absolut nicht mehr zu toppen…

  2. Tadeusz Teutelbeum sagt:

    „…überraschend gestiegen…“. Ich Lach mich schief!!!!!

  3. Martin sagt:

    Ach nein, wie peinsam. Da hat wohl der hochbezahlte Warenkorbbestückungskommissär aus Brüssel etwas geschludert. Hätte er doch zum Schokoriegel für den monatlichen Einkauf ein paar Speicherriegel, Handys oder Kameras und was man sonst noch so braucht, in den Korb gelegt. Da hätte er doch jede beliebige Zahl nach unten manipulieren können. Aber nein, wie liederlich, er hat geschlampt. Da sollte man ihn doch zum Kofferträger von Barroso weiterbefördern.

    Fakt ist: Das Kilo Bäckerbrot hat im Jahr 2000 2.60DM gekostet, heute kostet es 5.80DM, respektive 2.90 Euro. Das ist nach Adam Riese eine JÄHRLICHE INFLATIONSRATE von 7.4%. Soviel zur gegessenen (gefühlten) Inflation.

    • Schwarzkäppchen sagt:

      Ich bin kürzlich auch beinahe vom Glauben abgefallen:

      Ein doppeltes Brötchen für 80 Eurocent – das sind 1,60 DM!!! Für ein mickriges doppeltes Brötchen! Einfach absurd…
      Was haben da doch gleich Brötchen damals gekostet? Ich denk mal um die 50 Pfennig? Und die waren beinahe doppelt so groß!

  4. threin sagt:

    Nun schauen wir einmal, was unser Freund Asmussen tut. Aktionen hat erst ja angekündigt für den Fall das die Inflation steigt. Zinserhöhungen und/oder Geldmengenreduzierung!!!

  5. Reiner Vogels sagt:

    Sie schreiben: „Nun dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ein Problem bekommen“. Ich frage: Wieso? Inflationierung und Geldentwertung sind doch genau das, was die EZB, natürlich ohne es offen zuzugeben, will.

    Die „genialen“ Geldpolitiker der Notenbank haben doch erkannt, dass die Entwertung des Geldes und damit der absolut untragbaren Staatsschulden das einzige Mittel sind, den Euro zu „retten“. Ich empfehle in diesem Zusammenhang das Buch von Adam Fergusson „When money dies“.

  6. alacran sagt:

    Überraschend? Soll das ein Witz sein? Langsam kann man die tatsächliche Inflation auch in der offiziellen Statistik nicht mehr herunterfrisieren!

  7. hellseher sagt:

    2,7 % laut Statistik

    kleines Beispiel aus der vergangenen Woche, ich gehe mit meiner Frau in den Supermarkt um die Ecke, kein Brot da, sage ich zu ihr, passen wir mal auf die Preise auf, die werden bestimmt verändert…

    Dienstag normales Brot 500 g, Roggenmischbrot, 59 Ct
    Mittwoch keins da
    Donnerstag auch nicht
    Freitag hurra es gibt wieder Brot (genau das gleiche wie Dienstag, nur jetzt für 89 Ct

    aber das ist doch eh nur die gefühlte Inflation, soviel zur statistischen Erfassung

  8. Arne sagt:

    Was ist nach diesen Gelddruckorgien oder die Bereitschaft dazu noch überraschend?? Irgendwohin muss ja das viele Geld was sich die Banken quasi zum Nulltarif leihen können. Wieso sollte die EZB ein Problem bekommen? Dann wird halt der Zielkorridor erweitert. Es sind schon so viele Regeln gebrochen worden.

  9. andyreiter sagt:

    nur weiter so erste schritt zur hyperinflation.ihr macht dass schon.wir gehen alle pleite danke herren politiker

  10. Sozialkritiker sagt:

    Man kann nicht beides haben: Gelddrucken und eine niedrige Inflation.

    Inflation entsteht durch die Ausweitung der Geldmenge. Ueberraschend ist da gar nix. Wer jetzt noch sein Geld auf der Bank liegen hat, kann zuschauen wie es weniger wird. Nix gelernt aus der Weimarer Republik?

    Die EZB ist laengst nicht mehr unabhaengig. Sie ist der Erfuellungsgehilfe der Euro-Kraten. Die, die das verstanden haben, sind schon lange aus der EZB raus.

    Das Bundesverfassungsgericht in Karlruhe ist auch nicht unabhaengig, sondern beugt sich dem Irrsinn um nicht als Buhmann ausgegrenzt zu werden. Logisch war die Entscheidung zum ESM nicht, aber sie zieht keine unmittelbare Konsequenz nach sich, wie es ein Nein getan haette. Also noch Zeit, zurueckzutreten und seine Schaefchen ins Trockene zu bringen.