Atomkraft: Norwegen will seltenes Thorium zum Erzeugen von Kernenergie nutzen

Norwegen will Atomkraftwerke neu erfinden. Dazu investieren die Skandinavier in einen seltenen Rohstoff: Das Land besitzt große Mengen des radioaktiven Thoriums. Dieses soll sicherer sein als Uran und weniger Atommüll hinterlassen.

Die norwegische Regierung setzt auf eine ganz eigene Definition der Energiewende: nicht die erneuerbaren Energien, sondern atomare Energiequellen sollen weiter entwickelt werden. Das im Land reich vorhandene Thorium könnte die Energiequelle der Zukunft sein. In Zusammenarbeit mit der Firma Thor Energy will der größte Ölproduzent Europas sich unabhängiger von seinem wertvollsten Bodenschatz machen. Einige Pannen bei der Ölförderung haben offenbar zu einem Umdenken geführt.

Thorium hat viele Vorteile gegenüber herkömmlicher Atomenergie aus Uran: es ist drei bis vier Mal gehaltvoller und erzeugt daher sehr viel mehr Energie. Seine Abfallstoffe können wieder verwertet werden, so dass weniger atomarer Müll entsteht. Sein Schmelzpunkt liegt weit über dem von Uran, was eine Kernschmelze viel unwahrscheinlicher erscheinen lässt.

Andere Länder wie China und Indien investieren auch in die Forschung von Thorium. Die Tests in Norwegen werden jedoch nicht in extra dafür gebauten Kraftwerken, sondern in bereits bestehenden Anlagen durchgeführt. Eine optimale Ausnutzung des Energiepotenzials kann nach Ansicht von Experten so nicht erreicht werden.

Kommentare

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  1. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    THTR….ENDE Im Jahr 87 !

    Weswegen etc, bitte lesen unter :

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_THTR-300

    Da wurde genauso ein Schrott fabriziert und mit Tunnelblick ein Projekt durchbeboxt, wie bei Stuttgart 21 ! Aber die Vernunft der Techniker & Wissenschaftler hat letztlich hier gesiegt!
    Aber Stuttgart 21 kostet nur Geld und ist ein Projekt bei dem die Politiker noch mitreden wollen. Beim THTR 300 haben diese Quasselstrippen gottseidank letzlich ihr Maul gehalten, denn die Angelegenheit war zu explosiv/ radio-aktiv!

    2028 wird wohl mit dem Abriss der Ruine begonnen werden koennen.

  2. WirFühlenUnsNachhaltigBetrogen sagt:

    Deutschland stand mit dem THTR in Hamm ein leistungsfähiges, erstes System zur Verfügung. Möglicherweise wäre damit sogar der olle Ruhrbergbau durch die von Anfang an mitkalkulierte Verwendung von Prozesswäre zur Kohleverflüssigung rhaltensfähig gewesen. Stattdessen wurde der Milliardenschwere Reaktor mitsamt Technologie nach wenigen Minuten Betrieb eingemottet, abgerissen und das ganze beklatscht. Bravo Schland… der Triggerpunkt ist längst überschritten.

  3. westfale_08 sagt:

    Für wen ist dieser nichtssagende Artikel eigentlich gedacht?

    Falls er unseren Kleinen im Kindergarten vorgelesen werden soll, sollte man zumindest darauf achten, daß denen nicht grundlegender physikalischer Unsinn erzählt wird:

    Energie wird nicht erzeugt !
    Auch Kernenergie wird nicht – weder aus Uran noch aus Thorium – erzeugt!

    Energie existiert,
    und zwar in verschiedenen Energieformen,die begrenzt ineinander umgewandelt werden können.

    Die in bestimmten Isotopen von Uran und Thorium enthaltene radioaktive Kernenergie hat der Mensch u.a. in Kernreaktoren zu nutzen gelernt.
    Über den Umweg der Wärmeenergie wird die Kernenergie z.B. in elektrische Energie umgewandelt, die die Menschen dann mittels entsprechender Wandler in Form von Lichtenergie, Wärmeenergie, mechanischer Energie, chemischer Energie usw nutzen können.

    Der Author des Artikels hat vermutlich nur ein begrenztes naturwissenschaftliches Wissen. Meine Bitte, er möge damit möglichst sparsam umgehen.

    • gregg sagt:

      Ich hoffe, dass Sie diesen Kommentar am nächsten Tag bedauern. Wenn die umgangssprachliche Verwendung „Energie erzeugen“ im Sinne von „Energieform A in nutzbare Energieform B umwandeln“ ein derartiges Problem bereitet, tun Sie mir ernsthaft leid.

      Selbst ein Großteil der Naturwissenschaftlicher spricht (auch mit seinem Kollegen) von „Energie erzeugen“ und „Energie verbrauchen“, einfach deswegen, weil jeder weiß, was gemeint ist und es deutlich kürzer ist, als den korrekten, physikalischen Prozess zu beschreiben.

  4. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    THTR….. Ruine steht noch in Hamm-Uentrop,NRW, Germany

    Kugelhaufenreaktor…..aber da war derProtest gegen Atom-Energy auf dem Hoehepunkt, und die Energieausbeute z.B. gegenueber Schnellem Brueter geringer …

    der THTR wurde seinerzeit politisch & sicherheitstechnisch nicht korrekt vermarktet!
    Unfaelle wie in Fukushima waeren damit nicht realisierbar..

    schlau die Norweger, denn die fossilen Quellen sind endlich, Sonnen- & Windenergie koennen nicht uneingeschraenkt den Grundbedarf stetig zur Verfuegung stellen…

  5. Eber sagt:

    Thorium ist weder selten – es kommt sehr viel häufiger vor, als Uran -, noch ist seine Nutzung neu:
    Der 300-MW-Hochtemperaturreaktor HTR, der 1983 in Hamm-Uentrop in Betrieb genommen worden war, wurde zum größten Teil mit Thorium betrieben. Und er hatte gegenüber anderen Reaktor-Typen den unschätzbaren Vorteil, dass er „inhärent“ sicher war, ein „GAU“ also praktisch nicht möglich war.
    Aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen, wurde dieser Reaktor 1989 wieder außer Betrieb genommen – es war seinerzeit gemunkelt worden, dass eine mächtige Lobby im Hintergrund die Fäden gezogen hatte, weil „man“ eine lästige Konkurrenz befürchtete.
    Genaueres erfuhr man nie.
    Neben der wesentlich besseren Sicherheit, hatte dieser Reaktortyp den Riesen-Vorteil, dass einmal er den Kern-„Brennstoff“ sehr viel besser auszunutzen vermochte und dass andererseits der thermische Wirkungsgrad des damit betriebenen Dampfkraftwerks erheblich höher war, weil der Reaktor mit viel höherer Temperatur betrieben wurde, als Siedewasser- und Druckwasser-Reaktoren.
    Gewiss, es hatte beim HTR technische Probleme gegeben, aber das war schließlich ein Versuchsreaktor. Nur Narren können annehmen, dass ein derart komplexes Gebilde auf Anhieb und vollkommen fehlerfrei arbeiten würde.
    Ich fand es außerordentlich bedauerlich, dass diese Technologie in Deutschland nicht weiter verfolgt wurde.
    Wie man gelegentlich lesen kann, wird sie nun eben anderswo weiter erforscht.

    • gregg sagt:

      Vielen Dank. Ihr Kommentar sollte dem Artikel mMn unbedingt hinzugefügt werden. (Natürlich nachbearbeitet)

    • Oskar sagt:

      Es liegt doch auf der Hand, warum es nicht weiter geht mit dem Thorium – Reaktor, die vorhandene Gier-Lobby sieht ihre Gewinne davonfliegen.
      Und wie das bei uns in Deutschland so üblich ist, wird alles zerredet.

  6. Frank Manthey sagt:

    hallo … das war doch schon mal die „neueste“ entwicklung … enden der achtziger … in deutschland …

  7. Rainer Klute sagt:

    Ja, Thorium hat viele Vorteile! Insofern ist das norwegische Projekt sehr interessant.

    Leider hat der Artikel ein paar Fehler: Thorium ist nicht drei- bis viermal gehaltvoller als Uran, sondern drei- bis viermal häufiger als Uran und kommt praktisch überall auf der Welt vor – wenn auch in unterschiedlichen Konzentrationen. Daher ist Thorium auch keineswegs selten, wie der Artikel behauptet.

    Ergiebiger ist Thorium dennoch im Vergleich zu herkömmlichen wassergekühlten Reaktoren, weil diese maximal 0,7 Prozent des Urans nutzen. Will man das gesamte Uran nutzen, braucht man Schnelle Reaktoren. Darauf baut Rußland seine neue langfristige Kernenergiestrategie auf. Auch Indien und China bauen Schnelle Reaktoren.

    Die Schmelzpunkte von Uran und Thorium spielen nur dann eine Rolle, wenn man sie in Form metallischer Brennelemente einsetzt. Üblicher sind aber eher ihre Oxide, also Uran- und Thoriumoxid. Keine Rolle spielt der Schmelzpunkt bei Flüssigsalzreaktoren, weil der Kernbrennstoff da ohnehin schon in flüssiger Form vorliegt. Thorium-Flüssigsalzreaktoren werden auf Basis eines US-Prototypen aus den 1960er Jahren in China, Japan, Tschechien und den USA entwickelt.

  8. Thomas Klesenius sagt:

    Der Irrsinn hört nie auf – Es ist noch nicht einmal die potentielle Gefährlichkeit der Thoriumhochtemperaturkraftwerke an erster Stelle, die gegen eine Energiewandlung über radioaktive Prozesse unwirtschaftlich werden läßt.

    Es ist zum einen die Tatsache, dass jedes „Atomkraftwerk“ auch ein Wärmekraftwerk ist und damit ein Grundlastkraftwerk. Wärmekraftwerke müssen unter Vollast durchlaufen können, sonst sind sie unwirtschaftlich, auch wenn der Brennstoff vorgeblich billig ist. Grundlastkraftwerke müssen aber auch eine bestimmte Größe haben und es sind damit ZENTRALE Verteilungsstrukturen, die man anstrebt.

    Mit der zentralen Verteilungsstruktur sind aber riesige Verluste verbunden. Umspannverluste, ohmsche, kapazitive und induktive Verluste und vor allem Vorhaltungsverluste sorgen dafür, dass von einem thermischen Wirkungsgrad von höchstens 40% in den Steckdosen des Netzes im Durchschnitt 12% übrig bleiben. Eine Energieversorgung mit einem solchen Wirkungsgrad gehört jedoch glattweg wegen Verschwendung von Resourcen verboten.

    Was bleibt als Motivation für Statoil und Thor Energy zur Etablierung einer HHTR-Energieversorgung? Allein der Erhalt um das Monopol der Energieversorgung. Denn würde man in Norwegen kleine Blockheizkraftwerke per Gesetz angeordnet und steuervergünstigt in jedes Haus installieren und dazu Windenergie verbunden mit Windgasproduktion als Speicher endlich in einem vernünftigen Ausmaß nutzen, brauchte man die Abhängigkeit des Bürgers von den Energiemonopolisten nicht zu zementieren.

    So wird man wieder zentrale, monopolistische Strukturen haben, die den Staat korrumpieren und nach sattsam bekannten Muster werden alle Lasten sozialisiert und alle Gewinne privatisiert.

  9. J.J.Rousseau sagt:

    Das mag alles interessant klingen. Nur, Kalte Fusion auf Basis von Nickel und Wasserstoff hat schon Tesla erfunden. Sie ist elektiv , umweltfreundlich und günstig. Und darum wird die kalte Fusion auch nicht gefördert – weil Bankster, Konzerne und 98%Kaufpolitiker nicht abzocken können und wenige sich an vielen bereichern. Energie, Wasser, Rohstoffe gehören allen und sind uns zu Verfügung gestellt. Niemand darf sich damit bereichern.

    • klaus-d. vetter sagt:

      Super,der einige vernünftige text.
      wir gehen den verkehrten weg.
      tesla,und schauberger haben es erkannt.
      nur überall ist raffke und co. am werke.

    • OstfriesenFee sagt:

      es wäre doch schön, wenn Energie, Wasser und Rohstoffen allen gehören würden. Sogar Wasser wird bald irgend welchen Konzernen gehören. Wir zahlen ja jetzt schon viel mehr dafür, als was die Kosten für Strom, Wasser und Co beinhalten, damit Wenige den Profit machen. Wir werden uns noch umgucken, wenn wir erstmal fürs Atmen und für das Genießen von Sonne bezahlen dürfen 😉 Bestimmt gibts da erste Entwürfe für, da bin ich mir sehr sicher, denn es gibt nichts, wo der Mensch nicht Profit mit machen will und wohl auch kann. Unser Staat fördert das alles. Aber irgendwann hört „schneller, höher, weiter“ auf, dann werden wir dumm aus der Wäsche gucken. Bis dahin will jeder mehr haben als der Andere hat. Wir machen alle mit und niemand gibt gern ab. Von klein auf wird Leistung verlangt und der Konsum angeheizt. Und bevor hier jemand sagt, der Kunde hat es in der Hand – ja, wenn er in eine Höhle zieht, ansonsten kann man nur mitmachen. Strom und Wasser sparen, wird nicht mal belohnt, also was solls – immer schön aus den Vollen schöpfen, bis irgendwann alles platt ist …

  10. kleile sagt:

    Eine gute Sache.
    Wäre interessant zu wissen warum man in Deutschland diesen Reaktor 1989 aufgegeben hat zu betreiben.

    Quelle:
    http://www.world-nuclear.org/info/inf62.html
    The 300 MWe Thorium High Temperature Reactor (THTR) in Germany, a HTR, operated with thorium-HEU fuel between 1983 and 1989. Over half of its 674,000 pebbles contained Th-HEU fuel particles (the rest graphite moderator and some neutron absorbers). These were continuously moved through the reactor as it operated, and on average each fuel pebble passed six times through the core.

    Wenn jetzt aber auch Norwegen, China und Indien diesen Reaktor baut, der sehr sicher sein soll werden andere Länder nachziehen.

    Selten ist Thorium nicht.
    Geschätzte 5.385.000(!!!) Tonnen gibt es siehe Quelle oben davon alleine 320.000 Tonnen in Norwegen.

    Der Nachteil ist, es entsteht beim Betrieb des Reaktor kein Plutonium welches für den Bau von Atombomben verwendet wird.

    Wäre das nicht ein sicherer Reaktor für den Iran da es damit nicht möglich ist Brennstoff für Atombomben zu gewinnen?

    • Martin1 sagt:

      Dazu muss man sich die geschichtliche Entwicklung ansehen: Getrieben von jahrzehnterlanger, kommunistischer Propaganda (68er, Anti-NATO-Doppelbeschluss-Bewegung, Friedens-/Ostermärsche etc.), die in Westdeutschland vielfach über die DKP (die von der SED finanziert wurde) und über direktes Einwirken des KGB, eben zur Zeit des kalten Krieges, betrieben wurde, entwickelte sich daraus eine Zurück-zur-Natur-, ökologische Bewegung, Die Grünen. Nach und nach wurden sie von den ideologisch und rhetorisch viel erfahrenen Mitgliedern der K-Gruppen (und KB) unterwandert und übernommen.

      Eigentlich hatten die Kommunisten gar nicht so viel gegen eine Energieerzeugung mittels Atomenergie (sie betrieben in ihren Ländern selber etliche AKWs). Aber sie hatten etwas dagegen, dass spaltbares Material in den Händen der WK-II-Verlierer ist, aus denen Deutsche ggf. Atombomben bauen könnten. Man weiß ja nie. Auch das ganze radioaktive Erz von Wismut wurde höchstvorsorglich in die UdSSR gebracht, damit soetwas hier bloß nicht verfügbar ist.
      Und es wurden in Westdeutschland AKWs und das „Atom“ bis zum äußersten, gehinwäscheartig immer und immer wieder verteufelt! Über Ängste lassen sich schließlich Menschen steuern und instrumentalisieren.
      Das hat sich offenbar nachhaltig in die Gehirne der Alt-68 eingebrannt, so dass eine sachliche, ideologiefreie Diskussion hierüber gar nicht möglich ist.

      Vielleicht ändert sich in Deutschland etwas zum Besseren, wenn die Alt-68er auf ihren (natürlich atheistischen) Friedhöfen ihre ewige Ruhe gefunden haben werden.