Goldman Sachs: Deutsche Wirtschaft profitiert vom Euro

Deutschland soll nach dem Wunsch von Goldman Sachs im Euro bleiben. Das Land habe enorm vom Euro profitiert. Die vielen Rettungs-Milliarden seien angesichts der Export-Gewinne Deutschlands ein angemessener Preis.

Goldman Sachs zufolge hätte Deutschland etwas Besseres als die Einführung des Euro gar nicht passieren können. Die Wirtschaft des Landes wurde dank der Freihandelszone nachhaltig gestärkt. Und es wäre ein Fehler, die gemeinsame Währung nun zu verlassen.

Darüber hinaus wäre der Zeitpunkt für einen solchen Austritt definitiv der falsche. Denn „das Risiko, dass der Euro zerbricht oder einzelne Länder in die Pleite rutschen, war vor einem Jahr wesentlich größer“, sagte Lloyd Blankfein der Welt. Zwar sei die Lage sehr angespannt, aber es stehe eben hinter dem Euro auch immer das politische Projekt. Und das sei nach wie vor intakt, so Blankfein. „Es wäre äußerst schlecht für Europa und den Rest der Welt, wenn das europäische Experiment nicht gelänge.“

Aus diesem Grund müsse Deutschland auch im Euro bleiben. „Deutschland war doch der größte Profiteur der Währungsunion“. Das Argument, dass Deutschland mittlerweile jedoch so viele Hilfskredite gegeben habe, dass man die angeschlagenen Länder gar nicht mehr pleite gehen lassen könnte, weist Blankfein jedoch zurück.

Deutschland hat so viel Kredit gegeben, weil es eine starke Wirtschaft hat. Und diese Wirtschaft ist so stark, weil es eine Freihandelszone in Europa gibt, in der die anderen Länder ihre Währung nicht abwerten können, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Würde die Eurozone zerbrechen oder Deutschland den Euro verlassen, würden sich die anderen Länder vor Deutschland schützen und ihre Währung abwerten, so Blankfein. Das würde Deutschland schwächen und die „Ihres Landes gegenüber dem Rest der Welt würde sich verschlechtern“.

Den Finanzsektor sieht der Goldman Sachs-Chef auf einem guten Weg. Die Banken seien stabiler geworden und es gebe eine „sinnvolle Regulierung“. Blankfein setzt dabei weiter auf große internationale Banken:

Es mag sein, dass eine kleine Bank sicherer ist – aber leider kann man dann keine großen Projekte mehr finanzieren. Banken sind ja über die Jahrzehnte nicht ohne Grund größer geworden. (…) Größe bringt zwar gewisse Risiken mit sich, wenn die Bilanzen der Banken im Verhältnis zum Heimatland zu groß sind. Aber Größe ist auch eine Art Versicherung. Wenn eine große Bank eine Milliarde Dollar verliert, ist sie deswegen nicht gleich pleite. (…) Und große Banken können hohe Kredite vergeben, was kleine Banken eben nicht können, weil die dieses Risiko nicht tragen können.

In diesem Punkt hat Blankfein recht: Die Milliarden an faulen Krediten, die die europäischen Banken bedrohen, hätten in der Tat von kleineren Banken nicht vergeben werden können (mehr dazu hier).

Kommentare

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  1. Dr.NorbertLeineweber sagt:

    Mit seinem Statement macht Blankfein den größten Fehler seines Lebens. Er outet sich schlichtweg als Investmentbanker, der keine Ahnung vom Thema hat. Wenn Deutschland profitiert hat, dann im normalen Bereich einer Rendite von 3% vom Umsatz. Die Löhne und Rohstoffkosten sind nämlich leider nicht umsonst. Man muss den Gewinn der Exportindustrie vor Steuern mit den drohenden Euroverlusten gegenrechnen. In der VGR ist das die (Gewinn-)Nettowertschöfung der Exportunternehmen mit Lieferung in die Eurozone. Allerdings kann man von Blankfein nicht erwarten die volkswirtschftliche Gesamtrechnung des 1. Semesters zu beherrschen. Der deutsche Nutzen der Eurozone entspricht der Nettogewinn-Wertschöpfung der Exportiundustrie geteilt durch eine Billion Rettungskosten. Das dürfte unter dem Strich bestenfalls 100 Mrd. zu tausend Milliarden ausmachen. Jetzt muss man aber noch die Gewinne abziehen, die auch ohne die Eurozone entstanden wären, sprich im Rahmen einer Währungsschlange. Nun das sind wohl 80% der Gewinne. Somit bleiben wohl 20 Mrd. übrig. Damit entspricht der Intelligenzquotient von Blankfein zu Leineweber wohl auch dem gleichen Verhältnis von 20 Mrd. zu 1.000 Mrd. Es Ist tatsächlich so, dass die ökonomisch Unkundigsten noch immer an der Spitze des weltweiten Investment-Banking stehen. Und das birgt unüberschaubare Risiken für die Zukunft. Man kann sich in Anlehnung an die obige Rechnung den zurückliegenden Supergau der Finanzindustrie ganz simpel erklären. Und eines ist auch sicher. Wer den Überblick hat wie Leineweber wird niemals Bankenanalyst. Der Leineweber ist nämlich ein unbestechlicher Blogger! Ach ja, und Hochschullehrer mit internationaler Reputation. Auch die hat Blankfein nicht.

  2. wwinkler sagt:

    diese verlogenen politke rund banker
    es reicht bürger
    auf die strasse
    deutschland
    10 millionen arbeistlose
    spanien 7 milionen
    in der ganzen eu ca 50 millionen arbeitslose
    und diese lügen reden von 19 ineuropa
    wie lang wolt ihr bürger euch diese schweinereien noch gefallen lassen
    ????????????????????????????????????????????????????????????

  3. wwinkler sagt:

    Ich hoffe das es zu einem Europäischen Frühling kommt und all die korrupten Politiker und EU Fanatiker die sich die Taschen mit dem Geld des arbeitenden Volkes voll stopfen weg fegt. Das Mass ist voll mit der Arroganz und Verlogenheit der Europolitiker und Verfechter dieser Diktatur.
    Nichts, aber auch gar nichts hat sich seit der Einführung des Euro für irgendein Volk zum besseren gewandelt. Ausser Unruhen, sozialen Einschnitten, Stagnation der Wirtschaft, zunehmender Verarmung und Arbeitslosigkeit, Gefahren für Bürgerkriege und massive Einschnitte in die Demokratie, ist das Europrojekt mit dem Ziel einer NWO zum Scheitern verurteilt.
    Mit friedlichen Mitteln werden die Diktatoren in Europa und den USA ihre Macht kaum abgeben. Sie versuchen sich durch Täuschungen und diktatorische Gesetzgebungen am Leben zu erhalten.
    Jedes Imperium ist zerbrochen wenn die Widersprüche zu gross werden und auch der grösste Dummkopf wird die Täuschungen bemerken wenn er seine Freiheit und seinen Besitz verliert.
    Vielleicht sollten die heutigen Eurofaschisten mal ein Geschichtsbuch in die Hand nehmen und überlegen was die Folgen ihres Handels sind und was die Geschichte aus ähnlichen Bestrebungen und ihnen gemacht hat.

  4. Franceso de la pizza calzone Mahlzeit sagt:

    „…Goldman Sachs: Deutsche Wirtschaft profitiert vom Euro…“

    Seit wann repräsentiert GS die deutsche Wirtschaft?

  5. Bernd sagt:

    Goldman Sachs, Ihr Retter der Welt: Bullshit verbreitet Ihr! Die Wahrheit ist, dass die Leistungen der mittelständischen Industrie den Export Deutschlands erst ermöglichten. Professor Lucke: legen Sie Ihr Amt in der „Alternative für Deutschland“ nieder! Sie sind angetreten mit der Politik Deutschland raus aus dem Euro. Nun heißt es von demselben ( das Substantiv wäre nicht publizitätsfähig ) … dass die anderen, kranken Länder die EU verlassen sollen. Die AfD betrügt schon vor der Wahl!!!

  6. 99 Thesen sagt:

    Goldman & Sachs vergisst, dass die Arbeitnehmer in Deutschland hart für den Export arbeiten, de facto seit 10 Jahren netto weniger Geld in der Tasche haben, dass Deutschland nun den Export in die Südländer de facto durch die Rettungsmilliarden und Target-2-Salden mit deutschen Steuergeldern selbst bezahlt. Diese Milliarden könnten wir selber gut gebrauchen, um unsere Strassen, Brücken und öffentlichen Objekte auf Vordermann zu bringen.
    Die Niedrigzinspolitik enteignet die deutschen Sparer, die in Lebensversicherung und Riester Rente langfristig investieren.

    Zudem hat die DM dem Verbraucher mehr Kaufkraft gebracht: Deutschland konnte mehr importieren und damit die Wirtschaft der Südländer stärken.

    Goldman und Sachs vertritt die Interessen des Finanzkapitals der Banken und der Großindustrie. Der Mittelstand und der Arbeitnehmer sind Leidtragende – sowohl in D wie in ganz Europa. Jede Regierung die auf Goldman und Sachs vertraut, sollte sich daran erinnern, wie G+S die Finanzen Griechenlands vor der Euroaufnahme frisiert haben und wie dadurch der Schlamassel seinen Lauf nahm.
    Welchen Normalbürger interessiert das vermeintliche „politische Projekt“, wenn seine Ersparnisse durch Inflation und Niedrigzins aufgefressen werden, wenn seine Kaufkraft durch – aus deutscher Sicht – zu niedrigen Wert der Währung sinkt, wenn der Export in die Süüdstaaten sinkt, weil sie überschuldet sind, hohe Arbeitslosenzahlen haben und auch noch per BrainDrain ihre klugen Köpfe in die Nordstaaten abgeben müssen.
    Ein Schelm wer sich dabei was denkt, dass mit Mario Draghi und Mario Monti mindestens zwei ex-Mitarbeiter von G+S an führender Position sitzen.
    Das Projekt Euro muss durch Parallelwährungen und Schuldenschnitte und ggf. einen Nord- oder Südeuro komplett umgebaut werden, ansonsten wird das ganze Projekt vor die Wand fahren. Daher bitte die Alternative für Deutschland in Betracht ziehen.

    • Nestor sagt:

      Daß die deutschen Arbeit„nehmer“ (die ja eigentlich Arbeit geben, die Unternehmer nehmen sie gegen Lohnzahlung) für den Erfolg der deutschen Industrie geradestehen müssen, ist kein Geheimnis.

      Was man Herrn Blankfein jedoch zugestehen muß, ist die Einsicht, daß sich Deutschland ohne den Euro nie so viele Absatzmärkte innerhalb der EU aufgetan hätten. Der Euro gab die Zahlungsfähigkeit, um deutsche Produkte zu kaufen. Und die deutschen Banken schufen mit ihrem Kredit noch mehr Zahlungsfähigkeit, weshalb sie ja jetzt auch auf einem Haufen südeuropäischer Staatspapiere sitzen.

      Letztlich läuft das ganze darauf hinaus, daß Deutschland mit seinem Kredit – Staatsanleihen, Banken, ESM, usw. – seine eigenen Absatzmärkte kreditiert, und dieses Perpetuum mobile kann auf Dauer nicht funktionieren.

  7. Rob sagt:

    Ja die deutsche Wirtschaft hat profitiert auf Kosten der Arbeitnehmer.

    • Margrit Steer sagt:

      Rob
      richtig. zudem war und it der Euro bis heute eine 100%ige Preiserhöhung für uns Bürger.
      Aber das interessiert Goldman-Sachs nicht.
      Die haben Merkel voll im Griff und sie hat das ja von Anfang an zugelassen, ihre Freundschaft mit Ackermann kennen wir ja alle.
      Auf die Idee einem Baker den Geburtstag auf Steuerzahler Kosten auszurichten, it zuvor auch noch kein deutscher Politiker gekommen
      Das dumme Volk hat ruhig zu sein und für Sklavenlöhne zu arbeiten
      Zu was gibt es denn Tafeln?
      Diese Tafeln wurden doch extra eingerichtet
      Mehr und mehr ist hier ein Gebahren, was doch enorm an die Weimarer Zeit erinnert

  8. Anne Müller sagt:

    Glaubt er das auch, was er da von sich gibt. Abzocker.

  9. 99 Thesen sagt:

    Goldman & Sachs vergisst, dass die Arbeitnehmer in Deutschland hart für den Export arbeiten, de facto seit 10 Jahren netto weniger Geld in der Tasche haben, dass Deutschland nun den Export in die Südländer de facto durch die Rettungsmilliarden und Target-2-Salden mit deutschen Steuergeldern selbst bezahlt. Diese Milliarden könnten wir selber gut gebrauchen, um unsere Strassen, Brücken und öffentlichen Objekte auf Vordermann zu bringen.
    Die Niedrigzinspolitik enteignet die deutschen Sparer, die in Lebensversicherung und Riester Rente langfristig investieren.

    Zudem hat die DM dem Verbraucher mehr Kaufkraft gebracht: Deutschland konnte mehr importieren und damit die Wirtschaft der Südländer stärken.

    Goldman und Sachs vertritt die Interessen des Finanzkapitals der Banken und der Großindustrie. Der Mittelstand und der Arbeitnehmer sind Leidtragende – sowohl in D wie in ganz Europa. Jee Regierung die auf Goldman und Sachs vertraut, sollte sich daran erinnern, wie G+S die Finanzen Griechenlands vor der Euroaufnahme frisiert haben und wie dadurch der Schlamassel seinen Lauf nahme.
    Welchen Normalbürger interessiert das vermeintliche „politische Projekt“, wenn seine Ersparnisse durch Inflation und Niedrigzins aufgefressen werden, wenn seine Kaufkraft durch aus deutscher Sicht – zu niedirgen Wert der Währung sinkt, wenn der Export in die Süüdstaaten sinkt, weil sie überschuldet sind, hohe Arbeitslosenzahlen haben und auch noch per BrainDrain ihre klugen Käpfe in die Nordstaaten abgeben müssen.
    Das Projekt Euro muss durch Parallelwährungen und Schuldenschnitte und ggf. einen Nord- oder Sdeuro komplett umgebaut werden, ansonsten wird das ganze Projekt vor die Wand fahren. Daher bitte die Alternative für Deutschland in Betracht

  10. Hülsensack sagt:

    „Deutschland war doch der größte Profiteur der Währungsunion“.
    Jaa und deshalb soll Deutschland fleißig weiterzahlen für diese Gangster, ach was Bangster.
    Ich kann nicht sagen, daß ich als Deutscher von diesem Wunschtraumgeld profitiert hätte. Man hat mir immer mehr abgenommen, was sich bis heut noch nicht geändert hat.
    Es scheint fast so, daß diese Ganoven daran auch noch satt verdiehnen.