Zypern: Deutsches Geld in der Hand von Schwarzgeld-Oligarchen

Angela Merkel hat den Deutschen versprochen, sie werde in Zypern aufräumen, wenn deutsche Steuergelder dorthin fließen. Nun belegt ein Geheimbericht: Bei den zypriotischen Banken herrscht das pure Chaos, fast 60 Prozent aller Konten haben mit Schwarzgeld zu tun. Beobachter sagen: Solch einem Land würde ich privat niemals Geld geben. Und Merkel?

Fast 60 Prozent der zypriotischen Bankkunden stellen ein hohes Risiko im Hinblick auf Geldwäsche dar, und fast ein Drittel aller Anleger-Daten enthalten Fehler, so ein vertraulicher EU-Bericht. Im April hatte Merkel dem Bundestag versprochen, sie werde in Zypern aufräumen, wenn die Abgeordneten der EU-Rettung für Zypern zustimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gesagt, sie werde dafür sorgen, dass das Geld der deutschen Steuerzahler in sichere Hände kommt.

Das ist ihr offenbar gelungen.

Das Geld der Deutschen ist in die Hände von Schwarzgeld-Oligarchen aus aller Herren Länder geraten.

Dort ist es sicher, das stimmt.

Doch ein Bericht, der auf der zypriotischen Webseite Stockwatch veröffentlicht wurde, zeigt, dass von Aufräumen nicht die Rede sein kann.

Der Bericht ist eine einzige Ernüchterung (Die Original-Zusammenfassung/Englisch – hier).

Für Merkel kann die Sache noch sehr unangenehm werden. Es dürfte sich nämlich herausstellen, dass Merkel und Schäuble einen geradezu abenteuerlich lockeren Umgang mit den deutschen Steuergeldern gepflogen haben – die Überweisung nach Zypern hätte unter den gegebenen Umständen niemals erfolgen dürfen. Selbst Euro-Retter in Brüssel sind schockiert: „Wenn die Deutschen den Bericht sehen, könnten sie sagen: ‚Einem solchen Land würde ich kein Geld geben‘“, sagte ein EU-Diplomat dem EUObserver.

Der US-Wirtschaftsprüfer Deloitte prüfte im Auftrag der Euro-Finanzminister die sechs zypriotischen Banken, die 2 Milliarden Euro oder mehr an Einlagen halten. Zudem prüfte der Wirtschaftsprüfer 90 große Schuldner mit Krediten in Höhe von insgesamt 16 Milliarden Euro, 180 Großanleger mit Einlagen von insgesamt 8 Milliarden Euro und 120 zufällig ausgewählte Bank-Kunden.

Zehn Prozent der Personen sind „politisch verwickelt“, 58 Prozent stellen ein „hohes Risiko“ im Hinblick auf Geldwäsche dar, so der Bericht. Deloitte erlangte diese Informationen durch „einfache Checks bei geschäftlichen Datenbanken“. Die Banken hatten diese Prüfungen nicht durchgeführt.

Zudem enthielten 27 Prozent der Daten von Kontoinhabern und 11 Prozent der Daten von Kreditnehmern „inkorrekte Informationen“. Die zypriotischen Banken verlassen sich meist auf Informationen, die sie von Seiten der Kunden erhalten. Dadurch ist die Identität der Kunden nicht sicher.

Bei komplizierteren Fällen, wenn zwischen der Bank und dem wirklichen Kontoinhaber mindestens drei Zwischenfirmen existieren, führen die Banken sogar nur in 9 Prozent der Fälle ordentliche Identitäts-Überprüfungen durch.

Zwischen 2008 und 2012 führten die Banken nur vier interne Prüfungen zu möglicher Geldwäsche durch. Dabei meldeten sie null „verdächtige Transaktionen“ an die zypriotischen Behörden in den Jahren 2008, 2010 und 2011. Im Jahr 2012 meldeten sie „einige“ verdächtige Transaktionen, so der Bericht. Deloitte hingegen bemerkte allein in den vergangenen 12 Monaten 29 Fälle, von denen der Wirtschaftsprüfer einige als „sehr zwingende Fälle“ beschreibt.

Der Bericht sagt: „Die Analyse von Deloitte deckt systemische Mängel bei der Umsetzung präventiver Maßnahmen durch die geprüften Institutionen.“ Politiker, die den Medien in den vergangenen Monaten versicherten, dass Zypern sich an internationale Standards halte, werden durch den Deloitte-Bericht korrigiert.

Auch Moneyval, eine Einheit des EU-Rats, hatte Zypern in früheren Berichten ein gutes Zeugnis ausgestellt und steht nun blamiert da. Als zwischenstaatliche Institution kann Moneyval nur auf Daten der zypriotischen Regierungsbehörden zugreifen. Aus diesem Grund hatten die Euro-Finanzminister Deloitte mit dem nun vorliegenden Bericht beauftragt.

Was man an der Sache am allerwenigsten versteht: Warum haben die Finanzminister erst geprüft, nachdem die ersten Milliarden nach Zypern geflossen sind? Die EU hatte Monate Zeit, die europäischen Banken vor dem Haircut zu warnen – hätte man in der Zeit nicht auch prüfen können, in welchem Zustand die Banken sind?

Der Fall zeigt neben dem grenzenlosen Dilettantismus auch, wie man sich den Vorgang von Bankenrettungen in Zukunft vorstellen muss. Die EU wird nicht bloß Zugriff auf die Zwangsabgabe erhalten. Die Banken werden gezwungen, alle Daten der Kunden herauszurücken.

Der Schulden-Wahn treibt die europäische Politik immer weiter auf Abwege.

Der Fall Zypern zeigt jedoch: Niemand ist unfähiger, sich um das Geld der Bürger zu kümmern als der Staat.

Allerdings ist der Staat, wie man sieht, auch unverfroren wie kein anderer, wenn es um das Geld der Bürger geht und er selbst bis zum Hals im Schuldensumpf steckt.

Kommentare

Dieser Artikel hat 13 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Hans Pronath sagt:

    A so a Sauerei! Geh Resi, bring mer no a Bier.

  2. vmc sagt:

    Angela, aufgewachsen im Arbeiter- und Bauernstaat, plötzlich Bundeskanzlerin des verhassten Klassenfeindes. Welches Wohl wird ihr am Herzen liegen? Sicher nicht das der Bürger der BRD. Als Oligarch bezeichnet man heute die zum raschen Reichtum gekommenen in dem ehemaligen Bruderstaat Sowjetunion. Da schlägt ihr Herz.

    Was gab es damals für ein Geschrei, als der im Bundeskanzleramt arbeitende DDR-Spion Günter Guillaume enttarnt wurde. Bundeskanzler Willy Brandt trat zurück. Hätte wohl nie jemand daran gedacht, dass dieses Ereignis noch getoppt würde.

    Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.

  3. Nestor sagt:

    Die Zypern-Angelegenheit wirft allerdings auch ein bezeichnendes Licht auf die EU überhaupt.

    Warum war denn die so scharf drauf, Zypern 2004 aufzunehmen?
    Wegen des florierenden Banksektors!

    Warum erhielt Zypern 2008 den Euro?
    Wegen des florierenden Banksektors!

    Warum gingen die zypriotischen Banken pleite?
    Weil es den „Kernzone“-Staaten gelang, die Kosten des griechischen Schuldenschnitts auf Griechenland und Zypern abzuwälzen, während sich die mitteleuropäischen Banken rechtzeitig ihrer griechischen Staatspapiere entledigten.

    Warum wird Zypern jetzt „abgewickelt“?
    Wegen seines „überdimensionierten“ Banksektors, der ja angeblich nur der Geldwäsche dient!

    Das ist nicht mit Dilettantismus zu erklären, sondern da ist System dahinter.

    Die großen Banken und Unternehmen der EU-Kernzone sollen vor der Krise gerettet werden und alle anderen – in Turbulenzen geratene Staaten, deren Banken und Pensionskassen, Kleinunternehmen, Angestellte usw. – müssen dafür herhalten. Und solange das Programm nicht abgeschlossen ist, wird von „Eurorettung“ gefaselt.

  4. Tacheles sagt:

    Versprochen ist versprochen und wenn ich es will dann wird es auch
    gebrochen.

    Aber zuerst kümmere ich mich um unsere Biene – Maja – Drohne und
    anschließend um die Vetternwirtschaft in der CSU und wenn ich dann
    noch Zeit habe um den Schuldenberg.
    Oh, der ist ja schon größer wie der Mount Everest. Wer war das?

  5. honolulu500 sagt:

    SEHR GUTER Bericht, danke DMZ!

  6. fan sagt:

    Nachtrag: bzw. DMN – Sie sind ja Brüder oder Schwestern, je nach dem..!

  7. Melanie sagt:

    Wir deutschen Bürger haben das Geld, welches uns in Form von Steuern geraubt wurde, im Schweiße unseres Angesichts erschuftet.

    Wenn unsere allseits geliebte Herrin es an Fremdländer verschenken will, dann soll sie doch! Fällt doch gar nicht auf, ob nun auch Zypern ein paar Milliarden bekommt.

    Für jeden ist was da – nur für die deutschen Bürger nicht! Und das ist gut so, denn es ist die gerechte Strafe für das Wahlverhalten des deutschen Michels. Der deutsche Durchschnittsbürger wird CDU (oder andere Teile der Einheitspartei, z.B. SPD oder Grüne) wieder und wieder wählen, selbst dann, wenn er am Boden kriecht.

    Ich fürchte, die meisten meiner deutschen Mitbürger sind Masochisten.

    • Astar sagt:

      Durch Deutschland sollte im Herbst ein positiver Ruck gehen, Deutschland könnte nach zwei angezettelten Weltkriegen der Vorreiter für eine bessere Welt sein, dies könnte unser Land mit der „www.neuen-mitte.net“ schaffen.

  8. Frank sagt:

    Gibt es in Europa oder in Deutschland eigentlich noch so etwas wie eine Vision oder einen Plan Richtung Zukunft?

    Endzeitstimmung, planloses Reagieren auf immer neue Tatsachen, Politiker werden von „DEN MÄRKTEN“ getrieben, in die sie selber schon viel zu sehr verstrickt sind … Fürs Volk bleiben dann noch Durchhalteparolen und Wahlkampflügen …

  9. willi53 sagt:

    „Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gesagt, sie werde dafür sorgen, dass das Geld der deutschen Steuerzahler in sichere Hände kommt.“
    Da kann ich ja nur lachen,wir werden doch von Merkel und Schäuble nur „verascht“
    Darum AfD wählen !!!!!

    • Astar sagt:

      Christoph Hörstel sagt:

      ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND – IST KEINE!
      Das ist eine Kunstpartei. Da wird von außen manipuliert. Lucke weiß Bescheid, der Rest eher nicht.
      Es geht darum, die Euro-Gegner mit 4,8 % scheitern zu lassen. Sollte sich das nicht machen lassen, wird die AfD automatisch zum Rettungsboot der Union und kann nur mit dieser koalieren.
      Das ist ein Sammelbecken der erzkonservativen CDU-Senioren. Die Nazikeule ist natürlich Unsinn.
      Interessant über Lucke:
      http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2013/17.html
      Und wessen Kohle dahinterstecken könnte:
      http://www.welt.de/politik/deutschland/article115512728/Finanziert-Moevenpick-Milliardaer-AfD-Wahlkampf.html
      Tatsache ist: Die gleichen Leute, die schon hunderttausende Euros aus der Wirtschaft gegen den Euro haben verpuffen lassen, sind jetzt auch federführend bei AfD. Wer sich da ‚reinhängt ist ein Verlierer.
      Inhaltlich: Die haben ja gar nix gegen die „Finanzmafia“ (Dr. Wolfgang Hetzer, OLAF, Europäische Korruptionsbekämpfungsbehörde), nix gegen Zinsen, nix gegen Fiat Money. Dann machen wir halt so weiter – oder?!? Haben die irgendetwas begriffen? Trotz Professorentitel?
      Prof. Lucke – eine Alternative für Deutschland?
      http://www.egon-w-kreutzer.de

  10. WilmaFeuerstein sagt:

    Hoffentlich hat der ganze Spuk bald ein Ende. Ich könnte einfach nur noch k…….