Argentinien schuldet Deutschland 2,4 Milliarden Euro

Der argentinische Staat hat gegenüber Deutschland Schulden in Höhe von mehr als 2,4 Milliarden Euro. Seit 2001 hat das Land keine Rückzahlungen mehr getätigt. Die Verbindlichkeiten entstammen vorwiegend Handelsbürgschaften. Das Finanzministerium will nun Druck machen.

Argentinien hat gegenüber dem deutschen Staat noch immer offene Schulden in Milliardenhöhe. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des wirtschaftspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion, Joachim Pfeiffer, hervor.

„Seit der Finanzkrise 2001 hat Argentinien auf seine Schulden gegenüber der Bundesrepublik Deutschland keine Zahlungen mehr geleistet“, heißt es in einer entsprechenden Antwort des Bundesfinanzministeriums, die den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegt.

Gegenwärtig beliefen sich die Verbindlichkeiten auf 2,43 Milliarden Euro, schreibt das Finanzministerium. Sie stammen zum Großteil aus Handelsbürgschaften. Die Bundesregierung drängt die Südamerikaner, im sogenannten Pariser Club, einem informellen Gremium öffentlicher Gläubiger, über eine Rückzahlung zu verhandeln. „Zuletzt zeigte sich Argentinien dazu jedoch nicht bereit“, heißt es in dem Schreiben.

Die Regierung sei deshalb auch nicht bereit, in multilateralen Entwicklungsbanken für die Bewilligung von Finanzierungen von Projekten in Argentinien zu stimmen.

Ebenfalls kritisiert das Finanzministerium, dass Argentinien keine verlässlichen Wirtschaftsdaten mehr an den IWF abliefere. Die Informationen zur Entwicklung des Konsumentenpreisindex und des Bruttoinlandsprodukts seien „nicht in hinreichender Qualität“ geliefert worden. Die Bundesregierung unterstütze daher eine Rüge, die der IWF Anfang des Jahres an Argentinien erteilte. Wenngleich der IWF an den Entwicklungen in Argentinien nach der Krise 2001 alles andere als unschuldig ist (mehr hier).

Für Argentinien stellt die Begleichung der Schulden eine große Herausforderung dar. Denn es ist nicht die einzige offene Rechnung, auch wenn die Verbindlichkeiten gegenüber Deutschland noch weiter zurückliegen. Argentinien kämpft auch mit der Rückzahlung von umgeschuldeten Anleihen, die zu Krisenzeiten Argentiniens nicht von einem Schuldenschnitt betroffen waren.Würde Argentinien diese Schulden begleichen müssen, droht ein erneuter Staatsbankrott (hier).

Kommentare

Dieser Artikel hat 13 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Sissy sagt:

    Die 2,5 Mrd. sind doch Peanuts im Vergleich zu den hunderten von Milliarden an Krediten und Bürgschaften für die Schuldenmacher in südlichen Euroländern. Diese Gelder sind definitiv „sunk money“ und werden vom deutschen Steuerzahler übernommen werden müssen. Die Milliarden fliessen zum allergrössten Teil an die Gläubigerbanken der Wall Street, die mittels der Schuldenstaaten ein „gut geöltes finanzielles Perpetuum Mobile“ geschaffen haben. Länder wie beispielsweise Griechenland, mit der Mentalität auf Kosten Anderer zu leben und Schulden zu machen, wurden durch zunächst günstig erscheinende Kredite in die Schuldenfalle getrieben. Das Geld wird dann über Bürgschaften der Euro-Länder, des IWF und der EZB, eingetrieben, welches wiederum die Steuzahler blechen dürfen. Das war einer der Gründe für die Einführung des Euro.

  2. Schafewecker sagt:

    das reichen wir dann gleich weiter nach Israel.. kennt man ja.. ich würde es lieber Argentinien schenken für Infrastruktur..nachdem der IWF das Land so vergewaltigt hatte

  3. Stefan G. Weinmann sagt:

    Heike Hensen, kommt am 13. September nach Berlin zum Tanz der R/evolution !! http://templerhofiben.blogspot.de/2013/07/tanz-der-revolution-hinweis-durch-heike.html

  4. Orion sagt:

    Wer sich diese Rede anhört, dem wird es vorkommen, als fallen ihm die Schuppen von den Augen, als würde der Schleier weggefegt.
    Ein Insider warnt Amerika 1961 – Originalaufzeichnung mit deutscher Übersetzung
    Wie die Amerikaner in den 1. Weltkrieg hineingelogen wurden und noch viel mehr:
    http://www.youtube.com/watch?v=1BR0wMndSSI

  5. Ali sagt:

    Argentinien hat definiv keine Kohle. Da wird auch nie etwas kommen, denn da haben schon andere ins leere Fass geschaut. Vor einigen Jahren hat die AR Regierung auch gleich noch die privaten Renten/Pensionskassen verstaatlicht bzw. verpfändet. Dank Chaves entkamen sie den Klauen des IWF welcher Auflagen macht die normalerweise automatisch zur Abhänigkeit führen.

    Argentinien ist zur grünen Hölle verdammt.

  6. My10Cent sagt:

    Machen unsere „Freunde aus Übersee“ wieder Druck? Wohl die Retourkutsche um 2 Ecken wegen dem Snowden… :-/

    Lächerlich, bei den Summen die D für andere Länder wissentlich in den Wind schiesst.

  7. Leser sagt:

    Wenn Deutschland kein Druckmittel gegen Argentinien hat, kann es lange warten, auf eine Rückzahlung der Schulden.
    Das Argentinien dem IWF keine Daten mehr liefert, d.h. mit dem IWF nichts mehr zu tun haben will, kann man verstehen, wenn man weiß, was für eine Heuschrecke der IWF ist, und was Argentinien vor ein paar Jahren für Maßnahmen vom IWF aufgezwungen bekommen hat.

  8. Siggy sagt:

    Warum Druck??????????? wir haben es doch in Hülle und Fülle.
    Herr Schäuble, dass Volk ist garantiert der Meinung „VERSCHENKEN“! Fragen SIe es einfach.

  9. shitstorm 247 sagt:

    Argentinien war ein 2. Welt-Land und auf dem Weg zur Industrienation und zu einem 1. Welt-Land zu werden. Seit dem Währungskollaps sind sie plötzlich 3. Welt-Land und stagnierend auf dem selben FLeck geblieben, ohne sich je fortzubewegen. Dafür sorgen unter anderem diese Popel-Schulden in für uns lächerlichem Betrag, die bei denen da unten unmöglich zurückzuzahlend viel Geld sind aber das die Bundesregierung umso emsiger eingetrieben sehen möchte. 35 Milliarden werden hier an die Bänker verschenkt, aber dort müssen 2,5 Milliarden unbedingt von hungernden Bauern abgeknöpft werden. Die Erpressung, mit der das begleitet wird, könnte glatt aus der Feder von Wolfgang „Ich lass mich nicht erpressen und schalte eure Geldautomaten ab dann kratzt ihr vor Hunger ab“ Schäuble stammen.

    Zufall?