Schäuble kündigt weitere Milliarden für Griechenland an

Die Verschuldung des Landes werde erst 2022 ein tragfähiges Niveau erreichen. Deshalb sei ein drittes Hilfspaket für Griechenland wahrscheinlich, so Finanzminister Schäuble. Das griechische Volk müsse durch diesen Reformprozess durch, wenn das Land im Euro bleiben wolle.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet damit, dass ein mögliches drittes Hilfspaket für Griechenland ein Volumen unter zehn Milliarden Euro hätte. Die Verschuldung Griechenlands werde nach Prognosen der Troika erst 2022 ein tragfähiges Niveau erreichen, sagte Schäuble dem Focus. „Deshalb kann es sein, dass Griechenland noch einmal begrenzte Hilfe in Anspruch nehmen muss“, schloss er ein drittes Hilfspaket nicht aus. In diesem Fall ginge es aber um eine „deutlich niedrigere Summe als bei den ersten beiden Programmen – also eher um einen einstelligen Milliardenbetrag“, sagte der CDU-Politiker.

Griechenland wurde von den anderen Euro-Staaten und dem IWF mit zwei Rettungspaketen im Volumen von insgesamt 237 Milliarden Euro vor einer Staatspleite bewahrt. Zuletzt gelang auch die Rückkehr an die Finanzmärkte.

Schäuble sagte in dem Interview, Voraussetzung für weitere Hilfen für das südosteuropäische Land sei, dass es weiterhin die Auflagen des IWF, der EU-Kommission und der EZB erfülle. „Das griechische Volk muss durch diesen Reformprozess durch, wenn das Land im Euro bleiben will.“

Auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte zuletzt angedeutet, dass es ein drittes Programm geben werde. Zwar sei Griechenland bestrebt, ohne weiteres Hilfspaket auszukommen. Allerdings sei es noch zu früh, zu sagen, ob dies möglich sein werde, erklärte der niederländische Finanzminister. Die griechische Regierung verhandelt derzeit um Erleichterungen bei der Rückzahlung der internationalen Hilfskredite, beispielsweise eine Verlängerung der Laufzeiten oder Zinssatz-Senkungen.

Zugeständnisse beim Euro-Stabilitätspakt im Zuge der Entscheidung über die künftigen Spitzenposten in der Europäischen Union lehnte Schäuble strikt ab. „Das dürfen wir nicht miteinander verknüpfen“, warnte der CDU-Politiker. Die Regeln in der EU müssten eingehalten werden. „Sonst verspielen wir jegliches Vertrauen. Regeln machen nur Sinn, wenn sie unabhängig von den agierenden Politikern Bestand haben.“

Kommentare

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  1. No-Euro sagt:

    Hilfe für Griechenland? Gibt es fast zum Nulltarif: Lasst sie aus dem Euro austreten. Alles andere ist nur Vergesellschaftung der Zockerverluste deutscher und französischer Firmen und Banken zulasten der Steuerzahler.

  2. Waldemar Weinel sagt:

    Hieß es nicht von Schäuble noch vor kurzem , Griechenland sei über den Berg?
    Hieß es nicht, Griechenland bekommt wieder Mittel am Kapitalmarkt und erwirtschafte Überschüsse?

    Wer das alles nicht wahrhaben wollte oder meint, das sei schon nicht so schlimm, sollte sich wenigstens verarscht vorkommen.
    Na ja ein Positives hat’s, das weitere Paket hatten denkende Menschen bereits vor langem vorausgesagt – aber das war’s dann schon.

  3. Zeitarbeiter(ÖD-OST) sagt:

    Wenn ich mir das Bild von Schäuble und die Überschrift anschaue, kommt mir in den Sinn:

    „Mit dem Dritten rettet man besser.“

    wer’s glaubt… ;D

  4. friedel stumpf sagt:

    Warum laesst man die Griechen nicht einfach abstimmen? Die Frage muss lauten: Schnallen wir den Guertel noch enger, arbeiten bis 67 oder verlassen wir den Euro!

  5. Bernardo sagt:

    Da irrt Rumpelstilzchen sich leider. Wenn die Deutschen kein Vertrauen in diese Politik hätten, wären die letzten Bundestagswahlen anders ausgegangen. Ihr bekommt genau DAS, was ihr gewählt habt. Mit den Blockparteien habt Ihr euren eigenen Untergang gewählt.

  6. Rumpelstilzchen sagt:

    Hr. Schäuble welche Regeln die EU hat doch schon alle Verträge und Regel gebrochen!!!!
    Und Vertrauen? Das Vertrauen der Bürger in Politiker ist nicht mal mehr mit dem Mikroskop zu erkennen !!! Ich möchte nur einen Ausspruch zitieren : Wenn es ernst wird muss man lügen “ Jean Claude Junker “ Und Sie Hr. Schäuble sind um nichts besser!!

  7. Sandsack sagt:

    „Das griechische Volk müsse durch diesen Reformprozess durch, wenn das Land im Euro bleiben wolle.“

    Schäuble hat den Satz sicher nicht so gesagt. Wenn doch, wäre es eine komplette
    Kehrtwende vom bisherigen Kurs. Liegen bei Schäuble die Nerven blank ?

  8. Alfons sagt:

    Griechenlands wöchentliche Zahlungen sind nun wirklich nicht der Rede wert.

    Frankreich braucht jetzt die Billionen aus Michels Sparstrumpf, damit dort der Sozialismus weiter sein Unwesen treiben kann.

    Und auch unsere ganz neuen faschistischen Freunde aus der Ukraine bedürfen dringendst der Milliarden aus deutschen Landen, sonst müssen sie im nächsten Winter genauso frieren, wie unsere heimischen Rentner.

    Auch Moldawien, Georgien und ein paar andere Kleptokratien haben das Herz der Deutschen und ihre Geldbörse erweicht, das ist uns doch lieb und -insbesondere- teuer.

    Am deutschen Wesen wird die Welt genesen -ums Verrecken der eigenen Bürger- so beschlossen von unseren „Volksvertretern“ und deren transatlantischen Strippenziehern.

  9. Helmut Josef Weber sagt:

    Ich frage mich, was dieser Mann von der Intelligenz der Bürger hält.
    Griechenland kann sich nur wieder am Kapitalmarkt mit Geld versorgen, weil die Niedrigzinsen, mit dem die Sparer enteignet werden, und die Rentenfonds in den Ruin treibt, mit Papieren bei der EZB abgesichert werden, die sonst nur noch ein Altpapierhändler annehmen würde.
    Portugal hat u. a. Papiere mit einer Laufzeit von 9999 Jahre bei der EZB als Sicherheit hinterlegt; mal sehen, was sie in etwa 10TSD Jahren dann wert sind.
    Es ist nicht nur kriminell was dieser Mann zumindest absegnet, sondern zeigt auch, wie verzweifelt auch noch der letzte Strohhalm umklammert wird, um das Versagen des Euro noch ein paar Monate zu kaschieren. Das da ganze Nationen ins Elend getrieben wurden und noch werden, interessiert dies machtbesessenen Menschen überhaupt nicht.
    Heute hat Griechenland mehr Schulden als vor der Krise.
    Man Schäuble, Du hast uns Deutsche verraten und verkauft.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • knusper sagt:

      ……intelligenz…..?

      Naja, ein volk das sich vor lfd kamera verprügeln und ausrauben lässt ohne sich zu wehren……..???

      Wen soll man da schon ernst nehmen?

      • Peter G. sagt:

        Liegt es an den Genen („Die Deutschen liegen einem entweder zu Füßen oder man hat sie am Hals“ Zitat Churchill) oder an systematischer, subtiler Indoktrination seit den späten 60er Jahren? Die Zerstörung der Familie und der ethnischen Identität hat durchaus System und ist erfolgreich.

  10. Demokrat sagt:

    Faß ohne Boden. Wie blöd muss man sein, das nicht zu erkennen ?