Supercomputer: Deutschland ist international gut aufgestellt

Deutschland verfügt über drei Hochleistungsrechner / Stärkere Entwicklung innovativer Software erforderlich

Deutschland ist im Hinblick auf die digitale Hochleistungstechnologie gut aufgestellt. Das sagt der Direktor des Hochleistungs-Rechenzentrums der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Michael Resch. Bundesweit gibt es insgesamt drei Hochleistungsrechner, je einen in Stuttgart, Garching und Jülich. Damit sei Deutschland international absolut konkurrenzfähig, so Resch.

Ein gutes Zeugnis stellt der habilitierte Mathematiker dem im März 2017 gestarteten Großprojekt „EuroHPC“ aus, das gemeinsam von 18 EU-Ländern finanziert wird. Es hat zum einen das Ziel, allen europäischen wissenschaftlichen Einrichtungen Zugang zu Hochleistungsrechnern zu verschaffen. Zum anderen, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine gesamteuropäische IT-Versorgungsindustrie aufzubauen.

Allerdings sei es Europa nicht möglich, in der Hochleistungsrechner-Technologie vollkommen autark zu werden, so Resch. Eine ganze Reihe von Hardware-Komponenten stamme nämlich aus Asien, vor allem aus China. Das sei allerdings kein Problem – die globale Vernetzung im Bereich der IT sei so weit vorangeschritten, dass es weltweit keinem einzigen Akteur möglich ist, komplett autonom zu agieren.

Rennen um die Zukunft

Für Deutschland wünscht sich Resch einen stärkeren Fokus auf die Entwicklung innovativer Software. Hierzulande werde sich häufig zu stark auf die Hardware konzentriert, was nicht zuletzt damit zu tun habe, dass sich Hardware besser medial darstellen lasse. Für Politiker sei es nun mal attraktiver, ein neues Rechenzentrum einzuweihen, als eine neue Software zu präsentieren. Tatsache aber sei, dass das Rennen um die Zukunft in der Software entschieden wird. Hier gelte es also, bis zu einem gewissen Grade umzudenken. Wenn Deutschland es verstünde, Software, Hardware und Künstliche Intelligenz sozusagen wie ein gemeinsames Ökosystem zu begreifen, werde sich dies sowohl für die Wissenschaft als auch die Wirtschaft als positiv erweisen – die internationale Konkurrenzfähigkeit sei dann zweifelsohne gesichert.

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