Österreich: Wien will mehr ausländische Unternehmen holen

Österreich will ausländische Unternehmen zu mehr Direktinvestitionen bewegen / Erste Milliarden-Deals stehen

Die Bundesregierung macht Werbung für den Wirtschaftsstandort Österreich. Auf einer Veranstaltung in der Orangerie in Schönbrunn waren Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Mitglieder seines Kabinetts bemüht, rund 100 Wirtschaftsvertreter aus 14 Ländern zu Direktinvestitionen zu bewegen. Dabei stellten sie Entbürokratisierung, Steuersenkungen sowie verstärke Investitionen in Forschung und Bildung in Aussicht.

Eine ganze Reihe solcher Investitionen waren in den vergangenen Monaten bereits zugesagt worden. Der deutsche Chip-Hersteller Infineon wird an seinen Standort in Villach für 1,6 Milliarden Euro ein neues Werk errichten. 400 Arbeitsplätze sollen entstehen. Voestalpine hat im April mit dem Bau seines neuen Edelstahlwerks begonnen, dem modernsten seiner Art weltweit. Die Investitionssumme beträgt rund 350 Millionen Euro, das Projekt sichert rund 3000 Arbeitsstellen in der Steiermark.

Hohe Investitionssummen

Fast gleichzeitig mit der Veranstaltung in Schönbrunn wurden zwei Milliarden-Deals finalisiert. Zum einen übernahm der Grazer Maschinen- und Anlagenbauer Andritz für eine Summe von 712 Millionen Euro den amerikanischen Papiermaschinen-Hersteller Xerium Technologies. Das Unternehmen mit Sitz in Youngsvielle (US-Bundesstaat North Carolina) beschäftigt weltweit knapp 3000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 481 Millionen Dollar.

Zum anderen kaufte der US-Finanzinvestor Advent aus Boston (Bundesstaat Massachusetts) den Gasmotoren- und Blockheizkraftwerk-Hersteller GE Jenbacher für eine Summe von 2,6 Milliarden Euro. GE Jenbacher ist eine Tochter von General Electric, des mit einem Umsatz von knapp 125 Milliarden Euro größten Mischkonzerns der Welt. Die GE Jenbacher-Firmenleitung kündigte bereits an, dass der neue Inhaber hohe Investitionen in das Produktportfolio, das Service-Netzwerk sowie die Digitalisierung plane.

 

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