Schweizer Mittelstand profitiert vom Freihandel mit China

Wegfall der Handelsbarrieren eröffnet neue Absatzperspektiven / Schweizer sparen pro Jahr rund 400 Millionen Franken

Das im März 2014 geschlossene Freihandelsabkommen mit China hat sich in den vier Jahren seines Bestehens für die Schweizer Wirtschaft als sehr positiv erwiesen. Mit zunehmender Dauer hat sich der Handel mit dem Reich der Mitte intensiviert.

Die positiven Auswirkungen des Abkommens lassen sich besonders daran ablesen, dass das chinesische Import-Volumen seit 2016 aufgrund der Abkühlung der Binnen-Konjunktur nachgelassen hat. Im gleichen Zeitraum sind die Exporte aus der Schweiz jedoch stetig gewachsen. Und es ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Die sogenannte Evolutionsklausel sieht nämlich vor, in Zusammenarbeit mit den zuständigen chinesischen Behörden noch bestehende Zollschranken kontinuierlich abzubauen. Bemerkenswert ist, dass nicht nur Großunternehmen vom Wegfall der Handelsbarrieren profitieren, sondern auch und gerade der Mittelstand.

Unverkäufliches wird verkäuflich

Dies wird an zwei Beispielen deutlich. Erstens dem der Uhrenindustrie. Die ihr angehörenden Unternehmen sparen im Jahr durch das Abkommen deutlich mehr als 30 Millionen Franken.

Zweitens dem Beispiel der Fleischindustrie. Seit Abschluss des Abkommens kann sie in verstärktem Maße Teile vom Schwein exportieren, die sie in der Schweiz entsorgen müsste. Während Füße, Schwänzli und Schnörrli hierzulande nämlich unverkäuflich sind, gelten sie im Reich der Mitte als Delikatesse.

Auch für den Dienstleistungssektor hat das Freihandelsabkommen positive Auswirkungen. So nahmen die gesamten Schweizer Dienstleistungsexporte im Jahr 2017 um ein Prozent zu. Die Dienstleistungsexporte nach China stiegen dagegen um drei Prozent.

Laut einer SECO-Studie nimmt der Export in Länder, mit denen die Schweiz ein Freihandelsabkommen schließt, im Durchschnitt um acht Prozent zu. Pro Jahr sparen Schweizer Unternehmen durch solche Abkommen rund 400 Millionen Franken.

 

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