DSGVO sorgt bei Mittelständlern für enormen Beratungsbedarf

Umsetzung der Verordnung durch den Mittelstand ungenügend / Es fehlt an Geld und Kapazitäten

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union (EU) sorgt beim Mittelstand weiterhin für große Verunsicherung. Besondere Schwierigkeiten bereitet den Unternehmen die technische Umsetzung der vielfältigen Vorschriften. Das geht aus einer Umfrage hervor, die im Mai unter 191 IT-Fachhändlern durchgeführt wurde.

40 Prozent von ihnen gab an, dass ihren Kunden nicht die notwendige IT zur Verfügung steht, um die Vorgaben der Verordnung vorschriftsmäßig umzusetzen. Aber auch mit den juristischen Aspekten sind viele Firmen überfordert. Mehr als ein Drittel der Fachhändler sagte, ihre Kunden hätten – selbst wenn sie über die notwendige IT-Infrastruktur verfügten – mit den Fristen zur Löschung von Kundendaten große Probleme.

Qualität der Umsetzung „mittelmäßig“

Insgesamt beurteilen die befragten Händler die Umsetzung der Verordnung durch den Mittelstand als eher ungenügend. Noch nicht einmal zehn Prozent geben ihren Kunden ein „gut“ bis „sehr gut“. Rund 40 Prozent sagen, die Qualität der Umsetzung sei mit „mittelmäßig“ zu bewerten. Und circa 50 Prozent sind der Meinung, ihre Kunden würden die Verordnung in nicht genügendem Maße umsetzen.

Datenschutzexperten verorten die Verantwortung bei allen Beteiligten. So werfen sie der EU vor, ein viel zu komplexes und selbst für Juristen kaum verständliches Regelwerk aufgestellt zu haben. Großunternehmen mit eigenen Rechtsabteilungen seien häufig noch in der Lage, mit Hilfe von spezialisierten Anwaltskanzleien die Vorschriften einigermaßen einzuhalten. Für Mittelständler sei das aus Kostengründen allerdings nicht möglich.
Weiterhin werfen die Experten Verbänden, Kammern und ähnlichen Organisationen vor, ihre Mitglieder nicht ausreichend auf die neue Situation vorbereitet zu haben.
Und schließlich geben sie auch den Mittelständlern selbst eine Mitschuld. Die Firmen hätten zwei Jahre lang Zeit gehabt, sich auf die DSGVO einzustellen – die Vorbereitungen hätten in vielen Fällen allerdings erst kurz vor Inkrafttreten der Verordnung begonnen.

 

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