Lieferkette: Mittelstand auf Brüche nicht gut vorbereitet

Nur wenige Mittelständler können adäquat auf Unterbrechung der Lieferkette reagieren / Unzureichende Kontrollen

Der deutsche Mittelstand ist auf Unterbrechungen in der Lieferkette nicht ausreichend vorbereitet. Das hat die Studie „Supply Chain Risk Management – Herausforderungen und Status Quo“ des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) ergeben.

Bei 71 Prozent, also deutlich mehr als zwei Drittel aller Mittelständler, gab es im Laufe des vergangenen Jahres mindestens eine Unterbrechung der Lieferkette. Nur eine relativ geringe Anzahl konnte adäquat darauf reagieren, denn lediglich 20 Prozent der Unternehmen verfügt über konkrete Maßnahmenpläne für den Eintritt eines solchen Falls. Darüber hinaus sind sich viele Firmen nicht über den wahren Grund der Unterbrechung im Klaren. Rund 80 Prozent glauben, dass ihr direkter Zulieferer die Verantwortung für die Lieferketten-Unterbrechung trägt. Die Statistik zeigt jedoch, dass die Verantwortung in rund 40 Prozent dieser Fälle bei den Sub-Lieferanten zu verorten ist. So weit geht die Überwachung bei der Mehrheit der Firmen jedoch nicht – 79 Prozent aller Mittelständler wissen nicht, wer die Lieferanten ihrer Lieferanten sind.

Kaum Risikoanalyse und -überwachung

Hingewiesen werden muss darauf, dass das Supply Chain Management in vielerlei Hinsicht vergleichsweise unprofessionell geschieht. Wenn Risiken überhaupt überwacht werden, dann geschieht dies zu knapp zwei Dritteln manuell. Darüber hinaus werden die verfügbaren Risikoinformationen nur von einem Drittel der Mittelständler regelmäßig aktualisiert. Und wenn Schäden aufgetreten sind, dann werden sie in circa 50 Prozent aller Fälle in unstrukturierter Form registriert und analysiert.
Immerhin hat mittlerweile ein Umdenken eingesetzt. Rund zwei Drittel aller Mittelständler will das Risikomanagement in punkto Lieferketten-Unterbrechung in Zukunft ausbauen. Mit 44 Prozent setzen dabei überraschend viele Firmen auf Big Data und Künstliche Intelligenz.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.