EU-Sparpläne dämpfen Österreichs Osteuropa-Geschäft

Ab 2021 verringern sich EU-Fördermittel für Osteuropa / Österreichs Firmen dort wichtiger Investor und Handelspartner

Ab dem Jahr 2021 wird ein neuer EU-Finanzrahmen ohne Großbritannien beschlossen, bei dem aller Wahrscheinlichkeit nach der Umfang der Fördermitteln für Osteuropa beschnitten wird. Insbesondere Österreichs Unternehmen könnten davon betroffen sein.

Denn Österreich spielt in den osteuropäischen EU-Staaten eine wichtige Funktion als Investor. Wie der Standard berichtet, flossen vergangenes Jahr etwa ein Viertel der 200 Milliarden Euro an Auslandsinvestitionen von Staat und Unternehmen in den Osten. Die Unternehmen haben sogar rund ein Drittel ihrer Investitionen in Ländern wie Tschechien, Ungarn oder der Slowakei getätigt. Österreich ist in sieben Ländern der Region unter den fünf wichtigsten Handelspartnern vertreten.

Investitionsanreize brechen weg

Weil die Briten künftig nicht mehr in den gemeinsamen EU-Haushalt einzahlen werden und generell eine Verschiebung der Prioritäten hin zu den kriselnden Mittelmeeranrainern erwartet wird, dürften die Fördergelder für Osteuropa nach 2021 geringer ausfallen – entsprechend fallen Anreize für österreichische Unternehmen weg, dort zu investieren.

Österreichs Engagement in Osteuropa ist wiederum ein Faktor, welcher zur Standortqualität des Landes für ausländische Investoren beiträgt. Die Zahl der ausländischen Unternehmen, die 2017 bei der Ansiedlung in Österreich betreut wurden, stieg gegenüber dem Vorjahresrekord von 319 um weitere 7,8 Prozent auf den neuen Höchstwert von 344 Unternehmen.

„Der Standort Österreich punktet bei ausländischen Konzernen vor allem mit Stabilität und Sicherheit, hoher Osteuropa-Kompetenz, der Qualität und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einem kaufkräftigen Markt“, sagte die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Dr. Margarete Schramböck.

Besonders groß war das Interesse seitens Unternehmen aus Zentral- und Osteuropa (CEE) bzw. Südosteuropa (SEE). Zwar waren die Betriebsansiedlungen aus diesen Ländern bereits in den vergangenen zehn Jahren traditionell stark. 2017 betrug ihr Anteil mit 99 Unternehmen jedoch knapp ein Drittel aller neuen ABA-Ansiedlungen. An der Spitze rangiert dabei Slowenien (26 Unternehmen), gefolgt von Ungarn (18 Unternehmen), der Slowakei (14 Unternehmen) und Russland (11 Unternehmen). Gleichbleibend hoch war das Engagement aus China: Elf chinesische Unternehmen kamen 2017 mit Unterstützung der ABA nach Österreich.

 

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