Webseiten sollten nach HTTPS-Standard verschlüsselt werden

Neue Datenschutz-Grundverordnung löst keine Abmahnungswelle aus / Gewerbetreibende haben aber keine Sicherheit

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union gilt seit dem 25. Mai. In den Tagen, nachdem sie in Kraft getreten war, gab es eine Reihe von Abmahnungen, die sich vor allem gegen mittelständische Unternehmen, Kleinbetriebe und Freiberufler richtete. So vermeldete beispielsweise die Kassenärztliche Vereinigung Bremen, dass eine ganze Reihe ihrer Mitglieder Zahlungsausaufforderungen von dubiosen Anwaltsbüros bekommen hatten. In fast allen Fällen ging es um fehlende oder mangelhafte Datenschutzerklärungen auf den Internetseiten der Mediziner. Die für die Abmahnungen in Rechnung gestellten Gebühren beliefen sich auf bis zu 700 Euro.

Insgesamt ist die Zahl der bekannt gewordenen Abmahnfälle jedoch relativ gering. Mit anderen Worten: Die befürchtete Abmahnwelle ist ausgeblieben. Einer der Gründe ist, dass es – naturgemäß – keine Präzedenzfälle im Zusammenhang mit der DSGVO gibt, auf die sich die Abmahnanwälte hätten berufen können.

Dass die Zahl der Abmahnungen bisher relativ niedrig geblieben ist, bedeutet allerdings nicht, dass sich Gewerbetreibende in Sicherheit wiegen können. So ist der Fall eines Maklers bekannt geworden, der von einer Berliner Anwaltskanzlei eine Aufforderung erhielt, ihrer Mandantin 3.500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Die Begründung lautete, die Frau habe „persönliches Leid“ erfahren, weil die Anfrage, die sie auf der Webseite des Maklers auf den dafür vorgesehenen Eingabefeldern gestellt hatte, nicht per SSL-Verschlüsselung gesichert gewesen sei.

Was aus der Forderung wird, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird über sie vor Gericht entschieden werden.

Rechtsexperten raten Firmeninhabern jedoch dazu, ihre Webseiten nach dem HTTPS-Standard zu verschlüsseln, wenn auf diesen Seiten persönliche Daten eingegeben werden können oder die Daten mit Hilfe von Cookies automatisch erhoben werden.

 

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