Seit 2016: Reallöhne in Österreich sinken

Die Reallöhne in Österreich sinken. Im vierten Quartal 2017 gingen sie im Vergleich zum Vorjahres-Quartal um 0,6 Prozent zurück.

Damit sind die Löhne – quartalsmäßig gesehen – bereits zum fünften Mal hintereinander gefallen. Die letzte Lohnsteigerung war im dritten Quartal 2016 zu verzeichnen.

Gleichzeitig geht die Beschäftigungsquote stetig nach oben. Im vierten Quartal 2017 lag sie bei 63,3 Prozent. Schätzungen zufolge wird sie im vierten Quartal 2019 bei 64,2 Prozent liegen.

Angesichts der guten Beschäftigungslage ist der Rückgang bei den Löhnen ungewöhnlich. Für gewöhnlich gehen diese nach oben, wenn die Zahl der Beschäftigten steigt. Der Lohnrückgang ist umso überraschender, als dass in einer ganzen Reihe von Branchen ein gewaltiger Fachkräftemangel herrscht. Viele Arbeitnehmer haben gleich mehrere Stellenangebote auf einmal und können daher dementsprechende Forderungen stellen und auch durchsetzen.

Allerdings sind nicht alle Arbeitnehmer Fachkräfte. Im Gegenteil, die Schere klafft immer weiter auseinander: Auf der einen Seite steigt die Zahl der universitär Gebildeten. Auf der anderen Seite gibt es zunehmend mehr Menschen, die über keine abgeschlossene Ausbildung und auch sonst über nur wenig Qualifikationen verfügen, die in der Berufswelt nachgefragt werden. Mit anderen Worten: Die Zahl der Menschen, die lediglich im Niedriglohn-Sektor einsetzbar sind, ist kontinuierlich im Steigen begriffen.

Noch einen Grund gibt es, warum die Löhne nicht steigen: Die wachsende Zahl an Beschäftigten im Dienstleistungssektor, die einhergeht mit einer abnehmenden Zahl von Beschäftigten in der Produktion. Die Beschäftigten im Dienstleistungssektor schaffen im Durchschnitt weniger Werte als die in der Produktion. Daher erzielen sie auch geringere Einkommen.

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