Mittelstand gut aufgestellt, verschenkt aber viel Potential

Die deutsche Exportwirtschaft stellt viele unverzichtbare Güter her / Indien und China finden kaum Beachtung

Die deutsche Exportquote wird auch dieses Jahr wieder steigen, und zwar noch stärker als im Vorjahr. Betrug die Verbesserung 2017 noch 4,2 Prozent, sollen es dieses Jahr sogar 5,0 Prozent werden. Selbst ein möglicher Handelskrieg mit den USA wird nach Meinung von Marktbeobachtern daran nichts ändern, genauso wenig wie eine leichte Rezession in China, für die sich derzeit die Anzeichen mehren.

Konzentration auf Investitionsgüter

Die Stärke der deutschen Exportwirtschaft liegt darin begründet, dass sie in erheblichem Maße Produkte herstellt, die unverzichtbar sind. Während andere Exportnationen – an erster Stelle die USA – vor allem Konsumgütern liefern, exportieren deutsche Unternehmen primär Investitionsgüter (Maschinen und Anlagen) sowie Produkte, die ihre Käufer für ihre eigene Produktion unbedingt benötigen, etwa chemische und elektronische Erzeugnisse.

Dennoch gibt es gerade im Exportgeschäft für den Mittelstand noch eine Menge Verbesserungsmöglichkeiten. So gibt es mindestens zwei große Regionen, die als sogenannte „emerging markets“ (Schwellenländer) mit großem Zukunftspotential gelten. Die eine ist Indien, die andere Lateinamerika. In beiden sind deutsche Mittelständler bisher deutlich unterrepräsentiert.

Produktionsstandorte im Ausland gefragt

Weiterhin verfügt ein Großteil der Mittelständler noch immer nicht über Produktionsstandorte außerhalb der Bundesrepublik. Das spricht für den Standort Deutschland – lässt aber auch große Potentiale im Ausland ungenutzt. Zumal die dadurch entstehende Nähe zu den ausländischen Abnehmern sich auch positiv auf die Absatzchancen der weiterhin in Deutschland gefertigten Produkte auswirken würde. Insofern wird hier doppeltes Potential verschenkt.

Schließlich beschränken sich nicht wenige Mittelständler weiterhin ausschließlich auf den heimischen Markt. Das ist vor allem bei kleineren, familiengeführten Unternehmen der Fall. Den Titel „Exportvizeweltmeister“ (Exportweltmeister ist mittlerweile das einwohnermäßig mehr als 15mal so große China) bringen Deutschland also die Großunternehmen sowie die vorausschauenden und risikofreudigeren Mittelständler ein – eine ganze Reihe von mittelständischen Unternehmen trägt zu dem Titel jedoch wenig oder gar nichts bei.

 

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