Chinesen laufen deutschen Gründern den Rang ab

Von den 2017 gegründeten Start-ups, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind, kommen 22 aus China, aber nur eines aus Deutschland.

Chinesische Start-ups laufen deutschen Neugründern zunehmend den Rang ab. Das berichtet das Magazin „Gründerszene“. Von den 2017 gegründeten Unicorn-Unternehmen kommen 22 aus dem Reich der Mitte und nur eines aus Deutschland. Sogenannte Unicorns sind Start-ups, die bereits mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Besser als die Chinesen sind nur noch die USA mit 26 Start-ups im Milliarden-Wert.

Laut Olaf Rotax von der Digital-Beratung dgroup verfügen chinesische Start-ups über bessere Rahmenbedingungen als ihre deutschen Konkurrenten. Staatliche Stellen gewähren ihnen eine intensive Beratung und übernehmen ein Großteil ihrer administrativen Aufgaben, sodass sie sich um ihr Kerngeschäft kümmern können.

Studenten, die noch vor dem Examen ein Start-up gründen, dürfen sich vorm Studium eine Auszeit nehmen und bekommen bessere Noten. Der sogenannte „Goldene Schild“ – die vom Ministerium für Staatssicherheit initiierte und kontrollierte Überwachung und Zensur des Internets – schützt digitale Neugründungen vor ausländischer Konkurrenz.
Die Chinesen verfügen auch über kulturspezifische Vorteile. Haben sie eine Idee, setzen sie diese rasch um und kümmern sich später um die Details. Sie sind bereit nachzubessern, Lizenzen zu erwerben, zur Not auch das technische Know-how von Konkurrenten zu kopieren. Deutsche Gründer sind dagegen häufig Perfektionisten. Sie bringen ihr Produkt erst dann auf den Markt, wenn es vollkommen ausgereift ist. Dabei verlieren sie häufig wertvolle Zeit. Während in China ein Produkt von der Idee bis zur Markteinführung rund drei Monate braucht, sind es in Deutschland acht Monate bis zu einem Jahr.

Dazu kommt, dass chinesische Start-ups sich stärker nach den Bedürfnissen des Marktes richten. Dagegen tendieren deutsche Gründer dazu, sich an den technischen Möglichkeiten zu orientieren. Diese werden ausgereizt und bis zur Perfektion vorangetrieben, ungeachtet der tatsächlichen Bedürfnisse der Konsumenten.
Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) haben Kapitalgeber im letzten Jahr 4,3 Milliarden Euro in deutsche Start-ups investiert.

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  1. Jens sagt:

    Wer will sich den hier noch selbsständig machen? Top Leute wie Steve Jobs und Gates hätten beim ersten GEZ Brief die Kehrtwende gemacht. Freie Köpfe brauchen Freiheit.