Mittelständler verbessert Transrapid-Technologie

Bayerisches Unternehmen hat die Transrapid-Technologie verfeinert / Neues Einsatzgebiet ist der Nahverkehr

Das mittelständische Bauunternehmen „Max Bögl“ aus Neumarkt in der Oberpfalz will eine schon für gescheitert erklärte Technik wiederbeleben: Die Magnetschwebebahn. Firmen-Chef Stefan Bögl hat ein Team aus Ingenieuren zusammengestellt, das seit mehreren Jahren dabei ist, die in der Vergangenheit gemachten Fehler – die im Endeffekt für den Misserfolg der Technologie sorgten – auszubügeln.

Das Projekt ist ein gutes Beispiel für die Innovationskraft, die dem Mittelstand innewohnt. In einem großen Konzern, der nur auf kurzfristige Erfolge für die Aktionäre setzt, wäre die Idee mit hoher Wahrscheinlichkeit von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen.

Ein Prototyp der neuen Bahn steht bereits. Sie enthält eine Reihe von technischen Neuerungen. Beispielsweise greifen die Gleise nicht wie früher um den Zug herum, sondern der Zug umklammert die Gleise. Das hat den Vorteil, dass die Trasse im Winter nicht so rasch einfriert, und dass die Fahrt weniger Geräusche verursacht. Der wichtigste Neuansatz ist jedoch das neue Einsatzgebiet: Anders als früher – als beispielsweise in den 1990er Jahren der Transrapid für die Strecke Hamburg-Berlin vorgesehen war – soll die Magnetschwebebahn nicht im Fernverkehr zum Einsatz kommen, sondern im Nahverkehr. Sie wird daher nicht für Geschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometern pro Stunde ausgelegt sein, sondern für eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 150 Stundenkilometern.

Kooperation mit China

In Deutschland ist die Idee einer Magnetschwebebahn allerdings kaum mehr vermittelbar. Bögl setzt daher auf China. Im Reich der Mitte verbindet die erste und bisher einzige in Betrieb genommene Magnetschwebebahn die 30 Kilometer lange Strecke zwischen zwei Flugplätzen innerhalb Schanghais. Das Fahrgastaufkommen ist hoch. Bögl hat einen Kooperationsvertrag mit einer chinesischen Baufirma geschlossen, die derzeit eine 3,5 Kilometer lange Teststrecke in der 5-Millionen-Einwohnerstadt Chengdu baut. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, soll die Bahn Chengdu und anderen chinesischen Metropolen angeboten werden.

 

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