Umweltschutz in China gefährdet den deutschen Mittelstand

China gilt als Land mit extrem hoher Umweltbelastung. Die Regierung geht daher in zunehmendem Maße gegen Umweltsünder vor.

Immer häufig werden Unternehmen von den Behörden kontrolliert – diejenigen, die die Vorschriften nicht einhalten, müssen mit Strafzahlungen von bis zu 13.000 Euro am Tag und teilweise sogar mit – vorübergehenden – Betriebsschließungen rechnen.

Für den deutschen Mittelstand wird das immer mehr zum Problem. Denn wenn ein
chinesischer Zulieferer seine Produktion eine temporär stilllegen muss, um sie
vorgeschriebenen Standards anzupassen, müssen auch seine Kunden ihre
Produktion einschränken oder gar stoppen. Selbst wenn der chinesische
Zuliefererbetrieb nur eine Geldstrafe erhält, wirkt sich das häufig negativ auf seine
deutschen Kunden es. Viele Zulieferer erhöhen dann nämlich die Preise – je nach
Abhängigkeitsgrad müssen die Deutschen diese Erhöhung akzeptieren.

Deutschen Mittelständlern ist daher anzuraten, sich nicht von einem chinesischen
Zulieferer abhängig zu machen, sondern die Beziehungen ins Reich der Mitte zu
diversifizieren. Eine andere Möglichkeit ist es, sich im sonstigen Ausland oder sogar
in Deutschland die Dienste eines Zulieferers zu sichern, der im Notfall
Ersatzlieferungen durchführen kann. Ratsam ist es darüber hinaus, bereits vor
Aufnahme der Geschäftsbeziehung sicherzustellen, dass der chinesische Partner
über die notwendigen Dokumente verfügt, die belegen, dass er die Umweltstandards
einhält.

Die schärfere Umweltschutz-Gesetzgebung hat für die deutschen Unternehmen im
Übrigen auch einen Vorteil: Sie sorgt für mehr Wettbewerbsgleichheit; schließlich
sind die Auflagen, die europäische und vor allem deutsche Firmen einhalten müssen,
in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Und für die Hersteller von Umwelttechnik
ergeben sich durch die neuen Standards sogar potentielle Geschäftsmöglichkeiten
im Reich der Mitte.

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  1. Jan K sagt:

    Besonders belastend wirkt sich die beschriebene Entwicklung für die Textilindustrie als großen Abnehmer der Farbstoffindustrie aus. Man fragt sich da, wie konnte es dazu kommen.
    Die ausgeprägt industriekritische Umweltpolitik der vergangenen Jahre und enorme Auflagen und Belastungen durch die europäische Chemikalienverordnung REACh haben dazu geführt, dass der Großteil der einst weltweit führenden europäischen Farbstoffindustrie nach Fernost verlagert wurde. Diese Entwicklung führte darüber hinaus aber auch zu einer Monopolisierung der Anbieter von Farbstoffen und Grundchemikalien. Das neuerdings rigorose Durchgreifen der chinesischen Regierung bei Umweltproblemen führt oft zu dem Schließen ganzer Industrieparks und betrifft neben der Stahlindustrie auch die Chemieindustrie. Das wiederum führt zu einer entsprechenden Beeinträchtigung der Verfügbarkeit bestimmter Farbstoffe und zu extremen Preiserhöhungen.
    Der Rat, sich nicht von einem chinesischen Zulieferer abhängig zu machen, sondern die Beziehungen ins Reich der Mitte zu diversifizieren, ist daher nett gemeint, aber unrealistisch. Auch die Empfehlung, sich im sonstigen Ausland oder sogar in Deutschland die Dienste eines Zulieferers zu sichern, der im Notfall Ersatzlieferungen durchführen kann, greift nicht, da es in Deutschland keine entsprechenden Lieferanten mehr gibt, bzw. diese Lieferanten wiederum von chinesischen Vorlieferanten abhängig sind.