Fachkräftemangel: Mittelständler setzen auf Headhunter

Mittelständler versuchen mithilfe von Headhuntern an neue Mitarbeiter zu kommen / Vor allem IT-Spezialisten

Der Fachkräftemangel wird für die Wirtschaft immer mehr zum Problem. Wobei die
großen Konzerne noch vergleichsweise wenig Schwierigkeiten haben, geeignetes
Personal zu rekrutieren. Für den Mittelstand ist es jedoch häufig fast unmöglich, in
Eigenregie freie Stellen zu besetzen.

Eine steigende Zahl greift daher auf Personalberatungen – manchmal auch
Headhunter genannt – zurück. Die Branche boomt, was sich an den Zahlen absehen
lässt, die der „Bundesverband Deutscher Unternehmensberater“ (BDU) im Rahmen
des Branchenkongresses „Deutscher Personalberatertag“ vorgestellt hat.

Danach ist der Umsatz der Branche im Jahr 2017 um 10,3 Prozent auf 2,19
Milliarden Euro gestiegen. Insgesamt wurden 68.000 Positionen neu besetzt, wobei
der Anteil der IT-Spezialisten mit zehn Prozent besonders hoch war. Was die
Branchen anbelangt, so setzte besonders der Maschinenbau auf die
Zusammenarbeit mit Personalberatern. Aber auch die Elektro- und Konsumgüter-
Industrie, die Gesundheitsbranche sowie die Chemie nahm die Dienste der
Headhunter häufig in Anspruch.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines rekrutierten Kandidaten betrug
155.000 Euro. Im Durchschnitt erhielten die Personalberater 26 Prozent des
Jahreseinkommens als Vergütung. Die Dauer vom Auftragseingang bis zur
Abschluss eines Projekts betrug durchschnittlich 12,5 Wochen.

Branchen-Spezialisten gefragt

Bei der Auswahl des richtigen Beratungsunternehmens ist große Sorgfalt geboten.
Ratsam ist es, sich an ein Unternehmen zu wenden, das sich auf einige wenige
Branchen spezialisiert hat. Wichtig ist auch, sich nicht vom Auftreten blenden zu
lassen. Viele Firmen sprechen von sich als „Management-Beratungen“ und geben
vor, von ehemaligen Top-Managern mit vielfältigen internationalen Kontakten geleitet
zu werden. Firmen, die sich mit so einem Image präsentieren, sind nicht unbedingt
unseriös. Aber sie sind in aller Regel auch nicht besser als diejenigen
Branchenvertreter, die das Understatement pflegen und um ein weniger pompöses
Auftreten bemüht sind.

 

Kommentare

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  1. C. Hanisch sagt:

    Unternehmen arbeiten deutlich besser mit einem eigenen Recruiting, da hier der Vorteil liegt, dass Punkte wie Unternehmenskultur, Benefits, etc. an Bewerber transparenter transportiert werden können und auch Rückfragen deutlich schneller geklärt sind. Ein Headhunter kann ein Unternehmen nie so gut präsentieren, wie die eigenen Mitarbeiter! 😉