Zinsniveau in der Schweiz bleibt tief

Der Zinsanstieg in der Schweiz lässt weiter auf sich warten.

Denn im zweiten Quartal lagen die Hypothekarzinsen wieder auf einem leicht tieferen Niveau als im Vorquartal, berichtet die sda. Anfang Jahr hatte es noch nach danach ausgesehen, als sei die Wende eingeleitet worden.

Doch das zweite Quartal sei von einer nervösen Seitwärtsbewegung geprägt gewesen, schreibt das Vergleichsportal Comparis in seinem am Dienstag veröffentlichten Hypotheken-Barometer. Die volatile Zinsbewegung mündete in einem leicht tieferen Zinsniveau, nach einer Aufwärtsbewegung im ersten Jahresviertel. Konkret wurden zehnjährige Festhypotheken zwei Basispunkte tiefer mit 1,56 Prozent verzinst.

Ebenfalls leicht unter dem Niveau des Vorquartals notierten die Richtzinsen für mittlere Laufzeiten. Diese lagen per Ende des zweiten Quartals bei 1,11 Prozent. Zum Ende des ersten Quartals standen sie noch bei 1,16 Prozent. Bei den kurzfristigen Laufzeiten war keine Bewegung zu verzeichnen. Die Sätze im Zweijahresbereich verblieben unverändert auf Vorquartalsniveau bei 0,96 Prozent.

Hatte Comparis.ch nach dem ersten Quartal noch vermutet, die Zeiten rekordtiefer Hypozinsen könnten sich ihrem Ende nähern, rechnet der Vergleichsdienst nun nicht mehr mit einer baldigen Wende. „Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schließen, dass die Zinsen in der Schweiz noch längere Zeit tief bleiben werden“, schreibt Comparis.

Eine Ausweitung der Zölle könnte die brummende Weltwirtschaft ausbremsen und auch den Spielraum für Zinserhöhungen einschränken, so Comparis weiter. Vor diesem Hintergrund sei eher weniger davon auszugehen, dass die EZB die Zinsen bereits Anfang 2019 anheben werde. Entsprechend dürfte die aktuelle Tiefzinsphase auch in der Schweiz noch eine Zeit andauern.

Trotz dieser Perspektiven habe sich im zweiten Quartal eine überwiegende Mehrheit der Hypothekarkunden für eine lang laufende Festhypothek entschieden. Im Vergleich zum Vorquartal ist der Anteil langer Laufzeiten auf hohe 83,5 Prozent von 82,9 Prozent gestiegen. Dies zulasten der mittleren Laufzeiten, deren Anteil auf 12,4 Prozent von 13,1 Prozent gesunken ist. Für eine Hypothek mit einer kurzen Laufzeit entscheiden sich unverändert 4,0 Prozent.

„Die Akzentuierung zu langen Laufzeiten zeigt, dass die Hypothekarnehmer mittelfristig eher eine Zinserhöhung als eine weitere Senkung erwarten“, folgert Comparis.

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