Transport: Fahrermangel für Unternehmen existenzgefährdend

Die österreichische Transport-Wirtschaft leidet in zunehmendem Maße unter Fahrermangel.

Zwar steigen die Umsätze der Transport-Unternehmen kontinuierlich, doch könnten die Steigerungen um einiges höher sein, wenn genügend Fahrer vorhanden wäre. Den Firmen droht jedoch in den kommenden Jahren viel schlimmeres Ungemach: Angesichts der Vielzahl der in den nächsten Jahren in Rente gehenden Fahrer, wird es in absehbarer Zeit nicht mehr genug Berufslenker geben. Dann geht es nicht mehr um verpasste Umsatzsteigerungen, dann geht es ums wirtschaftliche Überleben. Schließlich sind deutlich über 20 Prozent der Fahrer bereits zwischen 51 und 60 Jahre alt. Rund 45 Prozent sind zwischen 40 und 50 Jahre alt. Und die Zahl derjenigen Fahrer, die ihren Beruf tatsächlich bis zur Rente ausüben, ist relativ gering – Frühpensionierungen sind alles andere als selten, darüber hinaus entscheiden sich viele Fahrer früher oder später für einen anderen Beruf.

Für die Firmen ist es also höchste Zeit, sich um Nachwuchs zu kümmern. Ein Ansatz ist das Pilotprojekt der „Berufslenker-Akademie“ des Landes Niederösterreich, das die Ausbildungszeit für angehende Fahrer verkürzt. Ein anderer Weg wird sein, die Bedingungen, unter denen die Fahrer arbeiten, zu verbessern. Dabei wird es wohl unerlässlich sein, die Gehälter anzuheben. Weiterhin wünschen sich die Fahrer eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mehr Flexibilität bei den Lenk- und Ruhezeiten.

Dass die Belastungen für die Fahrer in den letzten Jahren gestiegen sind, steht außer Frage. Entwicklungen, die beispielhaft dafür stehen, sind zum einen die Just-in-Time-Produktion, zum anderen der Online-Handel. Beide sorgen dafür, dass der Zeitdruck für die Fahrer noch stärker zugenommen hat. Sollte die Zahl der Berufslenker abnehmen, wird dieser Druck noch wachsen – unter Umständen bis zu einem Punkt, an dem kaum noch jemand bereit ist, den Job auszuüben. Es ist daher an der Zeit, schon jetzt die Weichen dafür zu stellen, dass die Tätigkeit des Berufskraftfahrers auch in Zukunft noch attraktiv genug ist, um genügend qualifizierte Bewerber anzulocken.

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