Lateinamerika: Chancen und Risiken für den Mittelstand

Situation in den meisten Staaten Lateinamerikas hat sich beruhigt / Vor allem Brasilien und Argentinien vielversprechend

Lateinamerika ist ein Markt, den deutsche Mittelständler bisher tendenziell vernachlässigt haben. Ein Grund waren die politischen Turbulenzen, die Drogenkriege und die vielfältigen Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Sicherheitsbehörden. Allerdings ist es in den meisten lateinamerikanischen Staaten in den letzten Jahren zu einer Beruhigung der Situation gekommen. Bei einem wirtschaftlichen Engagement spielen Sicherheitsaspekte in der Region zwar immer noch eine größere Rolle, als sie dies in europäischen, nordamerikanischen oder ostasiatischen Land tun. Aber die Situation in den meisten Ländern ist dergestalt, dass Sicherheitsbedenken einem Engagement nicht mehr entgegenzustehen brauchen.

Die Staaten, in denen sich ein Engagement am meisten lohnt, sind Brasilien und Argentinien. Auch in Chile ist derzeit eine Dynamik spürbar. Verschlechtert hat sich die Situation in Mexiko, weil nicht sicher ist, ob das Freihandelsabkommen mit den USA bestehen bleibt. Deutsche Mittelständler sollten mit einem Engagement abwarten, bis Klarheit herrscht, ob das Abkommen weiter besteht.

Konzentration auf ein Land ratsam

Vor einer Expansion in die Region sollten Mittelständler den Rat von Experten einholen. Geeignete Ansprechpartner sind die Auslandskammern des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, der Lateinamerika-Verein sowie die Wirtschafts-Attaché der jeweiligen Botschaften. Ratsam ist es, sich zunächst auf ein Land zu konzentrieren und von dort aus – wenn das Engagement erfolgreich war – die Expansion in weitere Länder zu wagen.

Ratsam ist es auch, die Niederlassung in Lateinamerika als Tochtergesellschaft zu organisieren. Diese sollte ihre Bilanz in der lokalen Währung erstellen. Das erleichtert es, mit Konjunkturveränderungen und Währungsschwankungen umzugehen, denn mit diesen Phänomenen muss man rechnen, wenn man sich auf Lateinamerika einlässt.

 

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