Industrie-Roboter werden für den Mittelstand erschwinglich

Die ersten auf die Bedürfnisse des Mittelstandes abgestimmten Industrieroboter sind auf dem Markt.

Dem Industrieverband International Federation of Robotics zufolge wurden im vergangenen Jahr weltweit mehr als 380.000 Industrieroboter verkauft – das sind fast 30 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In Deutschland betrug das Wachstum 8 Prozent. Aufgeschlüsselt nach Branchen führt die Automobilindustrie die weltweite Nachfrage nach Industrie-Robotern mit dem größten Volumen weiterhin an: 2017 wurden in diesem Segment rund 125.200 Einheiten verkauft – ein Wachstum von 21 Prozent. Stärkste Wachstumsbranchen sind 2017 die Metallindustrie (+54 Prozent), die Elektro-Elektronikindustrie (+27 Prozent) sowie die Nahrungsmittelindustrie (+19 Prozent).

Bisher haben vor allem Konzerne die zumeist noch teuren Maschinen eingesetzt. Doch die Helfer werden immer günstiger – und damit auch für Mittelständler erschwinglich. Denn die Branche arbeitet daran, den Umgang mit Robotern zu vereinfachen. So sollen Industrie-Roboter künftig mit intuitiven Verfahren einfacher und schneller zu programmieren sein. Eine solche Technologie ist nicht nur für die etablierten Anwender interessant sondern beispielweise auch für klein- und mittelständische Unternehmen, die damit Automation ohne besonders erfahrenes Fachpersonal einführen können.

Diese Entwicklung ebnet zudem den Weg für den dritten großen Robotik-Trend: Die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ohne Schutzzäune bietet neue Konzepte für neue flexible Produktionsprozesse. Die Mensch-Roboter-Kollaboration wird künftig die flexible Produktion geringer Stückzahlen mit hoher Komplexität unterstützen. „Derzeit beginnt eine neue Automatisierungswelle, die vor allem auf künstlicher Intelligenz beruht“, wird Nadine Kammerlander, die den Lehrstuhl für Familienunternehmen an der Wirtschaftsuniversität WHU leitet, zitiert.

Beispielsweise ist beim Textillogistikunternehmen Meyer & Meyer ein auf die Bedürfnisse des Mittelstands abgestimmter Roboter des Herstellers Magazino im Einsatz, um Schuhkartons ein- und auszulagern. Auch das Transportunternehmen Fiege Logistik nutzt bereits zwei Exemplare, 30 weitere hat es bei Magazino bestellt. Neben dem Internethändler Zalando und dem Technologiekonzern Körber gehört Fiege Logistik auch zu den Unternehmen, die Anfang des Jahres insgesamt 20,1 Millionen Euro in Magazino investierten.

Die meisten Mittelständler sind heute jedoch noch zurückhaltend, was die Vernetzung der Produktion angeht. Umfragen zufolge nutzt nur jeder achte Mittelständler Robotertechnologie. Knapp 25 Prozent der befragten Unternehmen planen, in den nächsten Jahren vernetzte Systeme einzusetzen und weitere 22 Prozent denken noch darüber nach.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.