Steigende Papierpreise: Druckereien geraten in Not

Bundesweit klagen Druckereien über steigende Papierpreise und Lieferengpässe.

Die Druckereien leiden zusehends unter starken Papierpreissteigerungen. Darüber hinaus sehen sie sich verstärkt mit Lieferengpässen konfrontiert. Für die Unternehmen bedeuten diese Missstände, dass sie keinerlei Sicherheit bei der Planung ihrer Produktion mehr haben, und dass es während der Produktion immer wieder zu Unterbrechungen kommt.

Die Preissteigerungen begannen im Oktober letzten Jahres, als grafisches Papier knapp drei Prozent teurer wurde. Im Januar gingen die Preise dann buchstäblich in die Decke. Vor allem importiertes Zeitungsdruckpapier verteuerte sich, und zwar um rund acht Prozent. In den Folgemonaten erhöhten sich der Preis von Import-Zeitungspapier noch mehr, betrugen teilweise mehr als zehn Prozent. Insgesamt ist zu konstatieren, dass die Preise für fast alle Papiersorten seit Oktober 2017 stark gestiegen sind.

Mit höheren Preise für Druckprodukte können die steigenden Papierpreise nicht aufgefangen werden. Seit Jahresbeginn haben sich die Preise für Druckprodukte sowie für Druckdienstleistungen um lediglich 0,8 Prozent erhöht. Im Durchschnitt kostet eine Tonne Zeitungsdruckpapier derzeit 485 Euro. Letztes Jahr waren es noch 425 Euro – das entspricht einer Preissteigerung von 14 Prozent.

Die Preissteigerungen sind in erster Linie die Folge von Fabrikschließungen. Weil die großen Hersteller-Konzerne aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Papier eine Reihe von Standorten schlossen, wird mittlerweile nicht mehr genug Papier gefertigt, um die Nachfrage zu befriedigen – als Folge schießen die Preise in die Höhe.

Der „Bundesverband Druck“ empfiehlt den Druckbetrieben mittlerweile, sich Einkaufskooperationen anzuschließen. Für die Druckereien – vor allem den von Großverlagen – ist die jetzige Situation eine völlig unbekannte. Weil das Angebot jahrelang weitaus größer war als das Angebot, konnten sie in den Preisverhandlungen Druck machen. Jetzt hat sich die Situation um 180 Grad gedreht – aus dem Käufer- ist ein Verkäufer-Markt geworden.

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