Dürre kostet Österreich hunderte Millionen

Die anhaltende Dürre verursacht in Österreich Millionen-Schäden.

 

Die anhaltende Dürre macht Österreichs Landwirten dieses Jahr zu schaffen wie noch nie: 210 Millionen Euro betragen ihre Verluste bis zu diesem Zeitpunkt, wobei 80 Millionen Euro auf Getreide und 130 Millionen auf Grünland entfallen. Aber die Verluste werden aller Voraussicht nach noch weiter steigen. Denn zum einen ist der Sommer noch lang, zum anderen werden wahrscheinlich auch die Herbstkulturen wie Soja, Mais und Zuckerrüben von der Hitze in Mitleidenschaft gezogen werden.

Auf die Österreichische Hagelversicherung dürften schwere Zeiten zukommen. „Die Landwirtschaft ist zunehmend mit Dürrekatastrophen konfrontiert“, sagt Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der 1947 als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gegründeten Organisation. „Wenn ich mir die letzten Jahre anschaue, dann steuern wir auf eine Katastrophe hin beziehungsweise sind schon mitten drin“, so Weinberger. In vier der letzten sechs Jahre hätte es massive Dürreschäden gegeben, und zwar in einem Umfang „wie nie zuvor“.

Weinberg warnt davor, das Problem nur als ein wirtschaftliches zu sehen. Österreich sei traditionell immer in der Lage gewesen, seine Bevölkerung aus eigener Kraft mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen. Das sei seit einiger Zeit nicht mehr der Fall. Vor ein paar Jahren sei das Land noch Exporteur von Getreide gewesen, mittlerweile sei man Importland: „Wir können die Bevölkerung nur noch zu 80 Prozent mit Getreide versorgen. Österreich wird dadurch in Zukunft sehr verletzbar.“

Die Österreichische Hagelversicherung versichert eine Fläche von circa 1,8 Millionen Hektar, und zwar – außer in Österreich – auch noch in Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Rumänien. Das Prämienvolumen beträgt etwas mehr als 110 Millionen Euro. Die Versicherung hat rund 8000 Mitarbeiter, von denen eine ganze Reihe nebenberuflich tätig sind.

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