Transportgewerbe: Ausländische Fahrer drücken die Löhne

Ausländische Fahrer lösen in der Schweiz zunehmend Lohndruck im Transportgewerbe aus.

Die Schweizer Transport-Unternehmen suchen händeringend nach Lastwagen-Chauffeuren. Um den Mangel zu beheben, der mehrere tausend, nach einigen Schätzungen sogar rund 10.000 Chauffeure beträgt, greifen die Unternehmen zunehmend auf Bewerber aus dem Ausland zurück, vor allem aus den Niedriglohnländern Osteuropas. Die Gewerkschaften sehen das kritisch. Sie glauben, dass die ausländischen Chauffeure das – in ihrer Sicht schon jetzt zu niedrige –Lohngefüge drücken und in Zukunft noch weniger Schweizer bereit sein werden, sich hinters Lenkrad zu setzen.

„Hauptgrund für den Fahrermangel ist, dass die Löhne zu tief sind“, sagt der Generalsekretär des Chauffeur-Verbandes Les Routiers Suisses, David Piras: „Viele junge Fahrer steigen nach ein paar Jahren aus, weil sie in anderen Branchen mehr verdienen.“

Mit einem durchschnittlichen Verdienst von 5300 bis 5400 Franken seien die Mitglieder von Les Routiers Suisses noch verhältnismäßig gut bezahlt, der Lohndurchschnitt der gesamten Branche läge 200 bis 300 Franken tiefer. Die Anfangsgehälter von ausländischen Fahrern, die in der Schweiz ihren Wohnsitz nehmen, würden mit 4000 bis 4300 Franken noch ein ganzes Stück geringer ausfallen, ganz zu schweigen von den Löhnen der unechten Grenzgänger: „Die erhalten als Einstiegslohn meist nur 3000 bis 3500 Franken im Monat“, so Piras.

Gefahr, da sind sich Piras und der Branchenverband der Transporteure „Astag“ einig, droht jetzt auch noch zusätzlich von Seiten der EU. Die will nämlich durchsetzen, dass ausländische Transport-Unternehmer in der Schweiz unbegrenzt Binnentransporte durchführen dürfen. Das werde die Löhne der Schweizer Fahrer auf das Lohnniveau osteuropäischer Fahrer absenken, so Piras. Und der Astag sagt, dass eine solche Billigkonkurrenz das Schweizer Transportgewerbe „in den Ruin treiben“ werde.

 

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