Mittelstand wegen Währungskrise in der Türkei beunruhigt

Der deutsche Mittelstand blickt mit Sorge auf die Währungskrise in der Türkei / Unternehmen sind aber breit aufgestellt

Der deutsche Mittelstand ist über die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Turbulenzen in der Türkei beunruhigt, aber nicht besorgt. Ein Analyst sprach von einem „Unwohlsein, aber keiner Erschütterung“. Der deutsche Mittelstand sei „breit aufgestellt“; die Türkei sei zwar ein wichtiges, aber eben doch nur eines von vielen Ländern, mit denen deutsche Mittelständler Handel trieben.

Die Zahl deutscher Unternehmen beziehungsweise türkischer Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung liegt bei etwas mehr als 6.500. Insgesamt beläuft sich der Wert deutscher Produktionsanlagen, Vertriebsbüros und Lizenzen in der Türkei auf etwas mehr als zehn Milliarden Euro. Das sind pro Unternehmen im Durchschnitt 1,5 Millionen Euro. 2017 betrugen die deutschen Exporte in die Türkei 21,7 Milliarden Euro, was das Land zum immerhin zwölftgrößten Abnehmer deutscher Produkte und Dienstleistungen machte. Besonders nachgefragt waren dabei die Erzeugnisse der Zulieferer-, Maschinen- und Elektro-Industrie. Allerdings hatten die deutschen Exporte einen Gesamtwert von 1,278 Billionen Euro, das heißt, der Anteil der Türkei betrug gerade einmal 1,64 Prozent.

Privater Konsum wird sich abschwächen

Letztes Jahr betrug das Wirtschaftswachstum der Türkei sieben Prozent. Für 2018 wird mit einem Wachstum von 4,4 Prozent gerechnet. Angesichts dieser Zahlen sowie der Tatsache, dass die Türkische Lira gegenüber dem Euro rapide an Wert verliert, ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach deutschen Produkten wegen mangelnder türkischer Kaufkraft zurückgehen wird. Zumal der Binnenkonsum ein wesentlicher Treiber des türkischen Wirtschaftswachstums war und ist. Da ein Großteil der türkischen Privathaushalte hohe Schulden angehäuft hat, kann davon ausgegangen werden, dass sich der private Konsum abschwächen wird – was zu einer starken Einschränkung des Wachstums führen dürfte.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.