Viele Mittelständler machen sich von der Hausbank abhängig

Mittelständische Unternehmen sind in vielerlei Hinsicht in hohem Maße von ihrer Hausbank abhängig.

Sie lassen sich alle Projekte und Investitionen von ihr finanzieren, sie lassen sich beim gesamten Finanzmanagementprozess – Planung, Disposition und Kontrolle – von ihr eingehend beraten, so dass in gewisser Hinsicht nicht das Unternehmen selbst, sondern die Bank diesen Prozess verantwortet.

Diese unbedingte Treue und das fast grenzenlose Vertrauen in die Hausbank ist bis zu einem gewissen Maße verständlich. Schließlich verfügen die meisten Mittelständler nicht über ausreichend spezialisierte Mitarbeiter, um ihre Finanzplanung selbständig durchzuführen. Sich der Hausbank gegenüber in eine solche Situation hineinzumanövrieren, birgt allerdings auch Risiken. Es fördert Abhängigkeiten, und es billigt der Bank eine Rolle zu, die weit über die des Finanziers hinausgehen. So werden die Geldhäuser oft zu Beratern bei potentiellen Investitionen – obwohl sie von der Materie in der Regel überhaupt nichts verstehen.

Für Mittelständler ist es daher ratsam, sich bis zu einem gewissen Grade von ihrer Bank zu emanzipieren. Sie sollten sich Kompetenzen aneignen, um den Finanzplanungs-Prozess in Maßen selber gestalten zu können. In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein, sich von Experten, die einer dritten Partei angehören, beraten zu lassen.

Mittelständler müssen allerdings auch bereit sein, sich diesen Dritten und unter Umständen anderen Finanziers zu öffnen. Transparenz ist gefragt! Häufig scheuen sich mittelständische Unternehmen, Geschäftszahlen zu veröffentlichen, was es ihnen erschwert, Kredite von anderen Geldhäusern als ihrer Hausbank zu erhalten. Im deutschen Mittelstand gibt es zahlreiche Unternehmen, die durch starke Eigentümerpersönlichkeiten geprägt sind, was dazu führt, dass die Bereitschaft zur Publizierung von Zahlen schwach ausgeprägt ist, ganz nach dem Motto: Unser wirtschaftliches Handeln ist allein unsere und die Angelegenheit unserer Hausbank.

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