Österreich: Mehr Lehrverträge gegen Fachkräftemangel

Handwerk und Gewerbe in Tirol konnten 2017 ihren Umsatz steigern, verzeichneten jedoch ein geringeres Wachstum als die Gesamtwirtschaft.

Marktbeobachter sehen im Fachkräftemangel den wichtigsten Grund, warum Handwerk und Gewerbe mit der Gesamtwirtschaft nicht mithalten konnten. (Foto: dpa)


Marktbeobachter sehen im Fachkräftemangel den wichtigsten Grund, warum Handwerk und Gewerbe mit der Gesamtwirtschaft nicht mithalten konnten. (Foto: dpa)

Die Handwerksbetriebe und Gewerbetreibenden in Tirol haben letztes Jahr ihre Umsätze um 3,5 Prozent steigern können. Das berichtet die Tiroler Tageszeitung.

Inflationsbereinigt bedeutet das Umsatzplus ein reales Wachstum von 1,4 Prozent. Das ist weniger als die Hälfte des Real-Wachstums der österreichischen Gesamtwirtschaft. Dieses betrug 2,9 Prozent.

Marktbeobachter sehen im Fachkräftemangel den wichtigsten Grund, warum Handwerk und Gewerbe mit der Gesamtwirtschaft nicht mithalten konnten. Mehr als die Hälfte aller Tiroler Handwerksbetriebe und Gewerbetreibenden gelingt es nicht, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Beim Bau- und dem Baunebengewerbe sind es rund 70 Prozent, in der Holzverarbeitung sogar 80 Prozent. Insgesamt verzeichnen die Unternehmen 3000 unbesetzte Stellen. Die Personalknappheit führt regelmäßig dazu, dass Firmen Aufträge ablehnen müssen. Eine Verbesserung der Situation könnte sich durch das höhere Ansehen ergeben, dass die Lehrberufe inzwischen wieder genießen, auch bei AHS-Abgängern. 2017 verzeichneten Handwerk und Gewerbe eine Zunahme bei den Bewerbungen und schlossen 2,6 Prozent mehr Lehrverträge ab als im Vorjahr – das erste Plus seit Jahren.

Auch das Preisniveau hat Handwerk und Gewerbe zu schaffen gemacht. Rund die Hälfte aller Betriebe gab an, dass sie letztes Jahr regelmäßig oder gelegentlich gezwungen war, nicht ausreichend dotierte Aufträge anzunehmen.

Insgesamt gibt es rund 20.000 Handwerksbetriebe und Gewerbetreibende in Tirol. Sie erzielen einen Gesamtumsatz von 7,8 Milliarden Euro, beschäftigen 63.000 Mitarbeiter und bilden mehr als 5000 Lehrlinge aus.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.