Deutscher Mittelstand profitiert von E-Mobilität in China

China ist größter Absatzmarkt für E-Autos / Investitionen im Produktionsablauf nötig

Die mittelständischen Automobil-Zulieferer sowie Maschinen- und Anlagenbauer profitieren von der starken Zunahme der Elektromobilität in China. Das zeigt unter anderem die Studie „Antrieb im Wandel“, die die Management-Beratung FEV Consulting im Auftrag des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erstellt hat. Allerdings stellt das Wachstumsfeld Elektromobilität für die Unternehmen auch eine große Herausforderung dar.

China ist der mit Abstand größte Absatzmarkt für Elektro-Fahrzeuge weltweit. Von 2016 bis 2017 stieg die Zahl der Neuzulassungen um mehr als 50 Prozent auf 777.000 Stück.

FEV Consulting prognostiziert, dass bis 2030 über 30 Millionen E-Autos in China verkauft werden, was einem Anteil von 29 Prozent am Gesamtmarkt des Landes entspricht. Bei den Nutzfahrzeugen wird der Anteil auf 37 Prozent steigen, bei Bussen sogar auf 88 Prozent.
Für die deutschen Mittelständler tut sich hier ein riesiger Markt auf. Allerdings müssen sie sicherstellen, dass sie die notwendigen neuen Produktionssysteme in die bereits bestehenden Prozess- und Organisationsstrukturen sinnvoll integrieren. Dass den großen Auto-Herstellern das gelingen wird, stehe laut der Unternehmensberatung „Staufen“ außer Zweifel. Schließlich seien Produktionsplanung und Prozessmanagement traditionell Stärken der deutschen Industrie. Für die mittelständischen Zulieferer sei die Transformation jedoch schwieriger zu bewerkstelligen, so die Berater. Vor allem die kleineren Betriebe sollten mit den Auto-Herstellern während des Umstellungsprozesses durchgehend eng zusammenarbeiten und sich von ihnen beraten lassen.

Wichtig für die Zulieferer ist es auch, vorausschauend zu kalkulieren. Antriebe mit Verbrennungsmotoren weisen einen deutlich höheren Anteil an Materialkosten auf als Elektro-Antriebe. Der Grund dafür ist die Batterie. Gleichzeitig ist die Wertschöpfung bei der Herstellung des Elektro-Antriebs um fast zwei Drittel geringer als bei der Produktion eines herkömmlichen Antriebs.

Beispiele von Mittelständlern, die stark von ihren China-Geschäften profitieren, gibt es etliche. Der Lackieranlagen-Hersteller Dürr aus Stuttgart macht über 20 Prozent seines Umsatzes von 3,7 Milliarden Euro im Reich der Mitte. Der Produzent von elektronischen Schaltern und Schaltsystemen Marquardt steigerte seinen Umsatz im Jahr 2017 um mehr als 100 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro, wobei die E-Mobilität den mit Abstand wichtigsten Wachstumsfaktor darstellte. Derzeit errichtet das Unternehmen aus Rietheim-Weilheim (bei Freiburg) ein zweites Werk in China. Und der Anbieter von Werkzeugmaschinen und Laserspezialist Trumpf aus Ditzingen (bei Ludwigsburg) erzielt zehn Prozent seines Umsatzes von jährlich 3,1 Milliarden Euro durch die Lieferung von Maschinen für die Fertigung von Batterien für chinesische Elektroautos.

 

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