Schweizer Mittelstand bei Prüfung der Zahlungsmoral führend

Ausbleibende Zahlungen stellen für den Schweizer Mittelstand ein geringeres Problem dar als für kleine und mittlere Unternehmen anderer europäischer Länder.

Eine Euro-Münze und ein Schweizer Franken. (Foto: dpa)

Eine Euro-Münze und ein Schweizer Franken. (Foto: dpa)

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „European Payment Report“ des schwedischen Forderungsmanagements- und Inkassodienstleistungs-Unternehmens „Intrum Justitia“.
Den Grund für die relativ geringe Zahl nicht beglichener Rechnungen sehen die Autoren der Studie in der Konsequenz, mit der Schweizer Unternehmen die Bonität ihrer Kunden prüfen. Die Zahl dieser Prüfungen ist in der Schweiz doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt.

Hauptgründe für den Zahlungsverzug sind finanzielle Schwierigkeiten, mangelnde Übersicht über die zu begleichenden Rechnungen sowie absichtliche Zahlungsverzögerungen. Von der Praxis, Rechnungen verspätet zu bezahlen, sind kleine und mittlere Unternehmen besonders betroffen. Die Schuldner gehen nämlich häufig davon aus, dass KMUs – anders als große Konzerne – nur einen relativ kleinen Kundenkreis haben und sich deshalb gegen mangelhafte Zahlungsmoral weniger energisch zur Wehr setzen. Darüber hinaus wissen sie, dass KMUs in aller Regel über keine Rechtsabteilung verfügen und es bei ihnen daher meist länger dauert als bei Großunternehmen, bevor sie rechtliche Schritte einleiten.

In der Studie wurde auch die Haltung des Schweizer Mittelstands zur kürzlich von der EU erlassenen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) untersucht. Dabei ergab sich, dass nur eine relativ geringe Zahl von KMUs (13 Prozent) negative Folgen der DSGVO auf den Zahlungsverkehr erwartet. Deutlich misstrauischer sind die KMUs im EU-Austrittsland Großbritannien: Hier rechnet genau ein Viertel aller Unternehmen damit, dass die DSGVO Schwierigkeiten im Zahlungsverkehr hervorrufen wird.

Der European Payment Report wird einmal im Jahr veröffentlicht. Es werden Angaben von 10.000 Unternehmen aus 29 europäischen Ländern eingeholt und analysiert.

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