Mittelstand: Maschinenbau fordert Staatshilfe bei Exporten

Die von den USA angeheizten Handelskonflikte bereiten dem Mittelstand Sorgen / Mehr Einsatz für freien Welthandel gefordert

Es kommt für die EU darauf an, im Handelsstreit eine gemeinsame Position finden. (Foto: dpa)

Es kommt für die EU darauf an, im Handelsstreit eine gemeinsame Position finden. (Foto: dpa)

Die Geschäfte der deutschen Maschinenbauer boomen. Im April registrierte die Branche ein Auftragsplus von insgesamt zwölf Prozent, wie der Verband VDMA berichtete. Vor allem das Inlandsgeschäft legte mit einem Plus von 20 Prozent kräftig zu. Die Auslandsbestellungen stiegen um 8 Prozent. Sorgen bereiten der größten deutschen Industriebranche allerdings die von den USA angeheizten Handelskonflikte.

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker sagte beim Außenwirtschaftstag des Verbands in Berlin, dass der globale Handel unter einem enormen Druck stehe. Die Bundesregierung müsse sich offensiver als bisher für einen freien Welthandel einsetzen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) solle die Außenwirtschaftspolitik in seinem Haus zu bündeln. Zudem mahnte Welcker konkrete Exporthilfen für den industriellen Mittelstand an.

EU braucht gemeinsame Position

Die USA hatten kürzlich Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängt, die EU hatte mit Gegenzöllen reagiert. Wirtschafts-Staatssekretär Ulrich Nußbaum sagte, es sei „gefährlich“, dass die USA die internationale Freihandelsordnung herausforderten. Durch die Blockade bei der Nachbesetzung von Richterstellen machten die USA die Welthandelsorganisation WTO faktisch handlungsunfähig. Es komme für die EU nun darauf an, im Handelsstreit eine gemeinsame Position finden. Allerdings dürfe man das Gespräch mit den Amerikanern nicht abreißen lassen.

Sorgen bereitet der Wirtschaft darüber hinaus das Iran-Geschäft. Die USA sind aus dem Atomabkommen mit dem Land ausgestiegen und dabei, es wieder mit Sanktionen zu belegen. Die deutsche Wirtschaft fürchtet nun, dass das über Jahre mühsam aufgebaute Geschäft mit dem Iran wieder zusammenbricht.
Im Grunde genommen haben ausländische Unternehmen angesichts der Kompromisslosigkeit der Amerikaner nur die Wahl, entweder mit dem Iran oder mit den USA Geschäfte zu machen. Das amerikanische Recht lässt es nämlich zu, in den Vereinigten Staaten rechtlich gegen ausländische Unternehmen vorzugehen, wenn sie mit einem Land Handel treiben, das von den USA mit Sanktionen belegt wird.

Mehr Sicherheit für Iran-Geschäfte

Die Maschinenbauer forderten eine Absicherung des Zahlungsverkehrs bei den Iran-Geschäften deutscher Unternehmen. „Wenn die Bundesregierung hier aktiv würde, würde das den Firmen sehr helfen. Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass die Deutsche Bundesbank den Zahlungsverkehr abwickelt“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.