Zukunft: Mittelstand optimistischer als je zuvor

Der Mittelstand bewertet seine aktuelle Lage durchweg positiv / Investitionsbereitschaft erreicht fast Spitzenwerte

So gut wie derzeit war die Stimmung im deutschen Mittelstand schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Das hat eine repräsentative Umfrage der DZ Bank unter 1500 KMUs in ganz Deutschland ergeben. Danach bewerten 92 Prozent aller Mittelständler ihre aktuelle Lage als „gut“ oder sogar „sehr gut“. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1995.

Das positive Ergebnis überrascht insofern, als dass sich das Geschäftsklima in Deutschland laut des jüngst veröffentlichten Ifo-Indexes verschlechtert hat. Grund dafür ist in erster Linie die sich anbahnende Verschlechterung der weltweiten Konjunktur. Von dieser ist der Mittelstand allerdings insgesamt weniger abhängig als die Gesamtwirtschaft, was seinen größeren Optimismus erklärt.
Dieser Optimismus zeigt sich unter anderem darin, dass fast ein Drittel der Mittelständler plant, innerhalb der nächsten sechs Monaten Neueinstellungen vorzunehmen. Lediglich 4,1 Prozent wollen Personal abbauen – der Durchschnittswert, seitdem die Studie zum ersten Mal erstellt wurde, ist mit 15 Prozent fast viermal so hoch.

Auch die Investitionsbereitschaft ist weiterhin erreicht fast Spitzenwerte. Mit 78,3 Prozent planen mehr als drei Viertel aller Mittelständler, in den nächsten sechs Monaten mindestens eine Investition. Der Wert läge wahrscheinlich noch höher, wenn die Unternehmen nicht so optimistisch wären, was die Durchsetzbarkeit von Preiserhöhungen angeht. Über die Hälfte aller Firmen will in den nächsten sechs Monaten mehr Geld für ihre Waren beziehungsweise Dienstleistungen verlangen.

Der allgemeine Optimismus ist allerdings nicht gleichmäßig verteilt. Kleine Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern blicken weniger zuversichtlich in die Zukunft als Firmen mit mehr als 20 Beschäftigten. Vor allem der Fachkräftemangel sowie die ausufernde Bürokratie bereitet den kleinen Betrieben Sorgen.

 

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