Österreichs Handelsdefizit wächst weiter

Das österreichische Handelsdefizit hat sich laut Statistik Austria auch letztes Jahr wieder erhöht.

Hatte das Defizit im Jahr 2016 noch 4,5 Milliarden Euro betragen, waren es 2017 5,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von fast 25 Prozent. Immerhin hat sich die letztjährige Erhöhung im Vergleich zu der im Jahr zuvor abgeschwächt. 2016 war das Defizit um 150 Prozent (von zwei Milliarden Euro im Jahr 2015 auf die bereits erwähnten 4,5 Milliarden 2016) gestiegen.

Die Verschlechterung der Handelsbilanz hat nichts mit einer gesunkenen Exportquote zu tun, im Gegenteil: Die Exporte erhöhten sich letztes Jahr gegenüber 2016 um 8,2 Prozent auf 141,9 Milliarden Euro. Allerdings stiegen im gleichen Zeitraum auch die Importe, und zwar um 8,8 Prozent auf 147,5 Milliarden Euro. Die gestiegene Nachfrage nach ausländischen Gütern lässt sich vor allem mit der guten wirtschaftlichen Lage in Österreich erklären – die Bürger haben wieder mehr Geld, um ausländische Waren wie Kleidung, Elektroartikel und Delikatessen zu erwerben.

Im Handel mit den EU-Ländern (der rund 70 Prozent des gesamten Außenhandels ausmacht) hat sich das Defizit 2017 etwas abgeschwächt, und zwar von 5,8 Milliarden Euro auf 5,5 Milliarden. Insgesamt nahm der Export in die EU um 8,7 Prozent auf 99,1 Milliarden Euro zu, während der Import um 7,9 Prozent auf 104,6 Milliarden zulegte. Der Brexit machte sich beim Export nach Großbritannien nur relativ geringfügig bemerkbar: Er sank um lediglich um 4,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Auf den Import hatte der EU-Austritt der Briten deutlich stärkeren Einfluss: Der Warenfluss von GB nach Österreich sank um 8,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Wichtigste Abnehmer österreichischer Waren sind (in dieser Reihenfolge): Deutschland, USA, Italien, Frankreich und die Schweiz. Die wichtigsten Importeure sind Deutschland, Italien, China, die Schweiz und die Tschechische Republik.

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