Widerstand gegen Firmen-Übernahmen von Ausländern wächst

Bundesrätin Leuthard bringt eine schärfere Kontrolle bei Übernahmen Schweizer Firmen durch Ausländer ins Spiel

Bundesrätin Doris Leuthard hat sich dafür ausgesprochen, es chinesischen Unternehmen schwerer zu machen, Schweizer Firmen zu übernehmen. In einem Interview mit der Aargauer Zeitung sagte die 55-Jährige, es wäre aus ihrer Sicht angezeigt, „dass strategisch wichtige Unternehmen mehrheitlich in Schweizer Hand“ blieben. Die Schweiz müsse, „wie das Deutschland längst tut, die Diskussion führen, wie wir mit dem Übernahmehunger chinesischer Konzerne umgehen“.

Chinesische Investoren haben in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Schweizer Firmen übernommen. Darunter den Agrar- und Pflanzenschutzmittel-Konzern Syngenta, die 1851 beziehungsweise 1908 gegründeten Traditionsunternehmen Bally (Schuhe) und SIGG (Trinkflaschen), den Airline-Caterer Gategroup sowie die weltgrößte Flughafen-Servicegesellschaft Swissport. Darüber hinaus kauften sich die Investoren aus dem Reich der Mitte beim Mineralöl-Händler Mercuria ein.

Leuthardt hat allerdings nicht nur das Ziel, den Chinesen Übernahmen in der Schweiz zu erschweren. Sie will auch erreichen, dass Schweizer Investoren überhaupt das Recht bekommen, chinesische Unternehmen zu kaufen. Bisher ist das nämlich nicht möglich – alles, was ausländische Firmen dürfen, ist, sich im Rahmen eines Joint Ventures gemeinsam mit einem chinesischen Partner an einem einheimischen Unternehmen zu beteiligen.
Unterstützung erhält Leuthard von der Züricher Nationalrätin Jacqueline Badran. Sie hatte bereits 2016 gesagt, dass die Schweiz sich „verteidigen“ müsse und „dem Ausverkauf nicht tatenlos zusehen“ dürfe.

Auch bei Johann Schneider-Ammann hat ein Umdenken eingesetzt. Letztes Jahr hatte der Wirtschaftsminister noch gesagt, dass er mit dem Ausverkauf leben könne, solange die Jobs in der Schweiz blieben. Mittlerweile denkt er anders: „Ich habe eine vorsichtigere Haltung eingenommen.“ Gewisse Länder kauften „eher politisch als wirtschaftlich ein“ – dem müsse entgegengesteuert werden.

 

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