Mittelstand rechnet mit sinkenden Exporten

Die Unternehmen des Mittelstands erwarten schlechtere Exportgeschäfte / Unsicherheit über Entwicklung der Weltwirtschaft

Die internationalen Handelskonflikte wirken sich in zunehmendem Maße auf den
deutschen Mittelstand aus. So haben die USA – die gedroht haben, jedes Unternehmen, das Handel mit dem Iran treibt, mit Sanktionen zu belegen – die Mehrzahl der Firmen dazu gebracht, ihre Geschäfte mit dem Iran vollständig aufzugeben.

Darüber hinaus entfalten die Strafzölle, die die USA auf eine Reihe von Produkten erhoben haben, allmählich ihre Wirkung. Weiterhin wirft der Brexit seine Schatten voraus. Und schließlich sind viele potentielle Kunden vorsichtig geworden – sie wissen nicht, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt, und stellen Investitionen erst einmal zurück.

„Die außenwirtschaftliche Verunsicherung kommt im Mittelstand an“, kommentiert der
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. Vor allem die Industrie-Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten haben ihren Optimismus, was die kommenden Monate anbelangt verloren – die Mehrheit von ihnen erwartet deutlich geringere Wachstumsraten im Exportgeschäft als noch vor einem halben Jahr.

Mit Binnennachfrage zufrieden

Allerdings lebt der Mittelstand nicht nur vom Export. Und was die Binnennachfrage angeht – da sind die Unternehmen zufrieden. Die Arbeitslosigkeit geht stark zurück, die Gehälter steigen. Mit anderen Worten: Es verfügen wieder mehr Menschen über Geld, gleichzeitig steigt die individuelle Kaufkraft.

Insgesamt stellt sich die Situation des Mittelstands – trotz der Fragezeichen hinter den Exporterlösen – also positiv dar. Deshalb planen 91 Prozent der Mittelständler auch, den derzeitigen Personalbestand beizubehalten oder sogar zu erhöhen. Eine ganze Reihe von Unternehmen, die planen, neue Mitarbeiter einzustellen, wird das aller Voraussicht nach jedoch nicht umsetzen können: Es stehen keine geeigneten Fachkräfte zur Verfügung.

 

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