Österreichs KMU erhalten kaum Kredite

Für mittelgroße Unternehmen ist es schwer, an Kredite zu kommen / Viele verfügen nicht über ausreichende Sicherheiten

Österreichische KMUs werden dieses Jahr mehr investieren als noch im Jahr 2017. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie, für die das Wiener Marktforschungsinstitut „marketmind“ 2.125 Unternehmen befragt hat und die das gesamte Branchenspektrum abbildet.

Bereits 2017 war ein Ansteigen der Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahr festzustellen gewesen. 8,8 Prozent der Unternehmen nahmen 2017 sogar große Investitionen (Investitionen, die deutlich über der jährlichen Abschreibung liegen) vor. Bei deutlich mehr als der Hälfte (rund 60 Prozent) der Betriebe handelte es sich dabei um eine Summe zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Bei jedem sechsten Betrieb war es sogar eine Summe von über 100.000 Euro. Dass 2017 insgesamt mehr investiert wurde als 2016, bedeutet allerdings nicht, dass alle Firmen die von ihnen gewünschten Investitionen durchführen konnten. Mehr als ein Drittel (34,4 Prozent) hätten gerne mehr investiert, scheiterten jedoch an der mangelnden Verfügbarkeit von Eigenmitteln.

Zahl der Gründungen steigt

Unternehmen, die nicht über ausreichend Eigenmittel verfügen, besorgen sich die für eine Investition notwendigen Mittel für gewöhnlich über einen Kredit. Bankenfinanzierungen werden allerdings immer seltener. Gerade mal 23 Prozent der KMUs nahm 2017 einen Bankkredit in Anspruch. Der Grund ist, dass immer mehr Firmen nicht über ausreichende Sicherheiten verfügen. Das wiederum hat mit der in den letzten Jahren immer stärker gewordene Start-up-Kultur zu tun. Die Zahl der Gründungen steigt – allerdings auch die Zahl der Gründungen, die mit relativ wenig Sicherheiten aufwarten können.

Experten setzten sich daher dafür ein, die Investitions-Fähigkeit durch steuerliche Entlastung zu stärken. Darüber hinaus fordern sie, dass staatliche Förderstellen jungen Unternehmen stärker unter die Arme greifen.  

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