Zahlungsmoral bei Unternehmen: Wien liegt hinten, Tirol vorn

Im internationalen Vergleich zahlen Österreichs Unternehmen ihre Schulden verlässlich zurück. Innerhalb Österreichs gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Das hat eine Studie der Wirtschaftsauskunft „Crif“ ergeben. Die meisten Inkassofälle gab es 2017 in Wien: Bei 5,12 Prozent...

Im internationalen Vergleich zahlen Österreichs Unternehmen ihre Schulden verlässlich zurück. Innerhalb Österreichs gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Das hat eine Studie der Wirtschaftsauskunft „Crif“ ergeben.

Die meisten Inkassofälle gab es 2017 in Wien: Bei 5,12 Prozent der Hauptstadt-Unternehmen meldete sich ein Schuldeneintreiber. Es folgen Kärnten (4,22 Prozent), die Steiermark (3,82 Prozent), Salzburg (3,78 Prozent), Niederösterreich (3,76 Prozent), Oberösterreich (3,47 Prozent), das Burgenland (3,43 Prozent), Vorarlberg (3,09 Prozent) und Tirol (3,08 Prozent).

Am häufigsten blieben Bauunternehmen ihre Zahlungen schuldig, wobei es in Wien 5,61 Prozent aller entsprechenden Betriebe waren, in Vorarlberg lediglich 1,76 Prozent. Auf die Bauunternehmen folgten Handelsunternehmen und Gastronomiebetriebe. Im Durchschnitt gab es pro österreichischen Unternehmen 1,45 Inkassofälle. Dabei ging es meist um einen Betrag in Höhe von 800 bis 1.400 Euro.

Als sehr gut bewertete „Crif“ die Zahlungsmoral der Privatpersonen. Gegen 1,53 Prozent wurde 2017 ein Inkassoverfahren eröffnet (2016 waren es mit 1,50 Prozent geringfügig mehr gewesen). Am höchsten war die Zahl in Wien mit 2,14 Prozent. Es folgen Kärnten (1,58 Prozent), Vorarlberg (1,56 Prozent), Salzburg (1,45 Prozent), die Steiermark (1,43 Prozent), Oberösterreich (1,31 Prozent), Niederösterreich (1,29 Prozent), Tirol (1,28 Prozent) und das Burgenland (1,17 Prozent). Die durchschnittliche Forderungshöhe betrug 323 Euro (2016: 350 Euro).

Die Gruppe, die am häufigsten Insolvenzverfahren über sich ergehen lassen musste, ist die der jungen Männer zwischen 25 und 29 Jahren. 4,09 Prozent aller Angehörigen dieser Gruppen waren betroffen. Bei Menschen ab 30 sinkt der Anteil derjenigen, die Schulden haben.  

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